Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, spricht während der Fragerunde ''Prime Minister's Questions'' im Unterhaus des britischen Parlaments.
Bleibt Parteivorsitzende der britischen Konservativen: Theresa May Bildrechte: Pa/PA Wire/dpa

Großbritannien May übersteht Misstrauensvotum

Theresa May bleibt Parteichefin der britischen Konservativen. Die Premierministerin konnte ein Misstrauensvotum abwehren. Zuvor kündigte sie an, noch vor der nächsten regulären Wahl zurückzutreten.

Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, spricht während der Fragerunde ''Prime Minister's Questions'' im Unterhaus des britischen Parlaments.
Bleibt Parteivorsitzende der britischen Konservativen: Theresa May Bildrechte: Pa/PA Wire/dpa

Die britische Premierministerin Theresa May hat das Misstrauensvotum ihrer konservativen Partei abgewehrt. Das teilte der Vorsitzende des zuständigen Parteikomitees, Graham Brady, am Mittwochabend mit.

Die 317 Tory-Abgeordneten waren aufgerufen, zu entscheiden, ob sie May als Parteichefin abwählen wollen. 200 Abgeordnete unterstützten May, 117 stimmten gegen sie. Nach ihrem Sieg in der Abstimmung darf aus der Partei zwölf Monate lang kein neuer Misstrauensantrag gestellt werden. Bei einer Niederlage hätte sie auch das Amt der Regierungschefin räumen müssen.

May will 2022 nicht mehr Tories anführen

Kurz vor der Misstrauensabstimmung kündigte die Premierministerin an, noch vor der nächsten Parlamentswahl zurückzutreten. Sie plane nicht, den Wahlkampf 2022 anzuführen, sagte sie nach Angaben von Tory-Abgeordneten.

Minister wollte Brexit bei May-Niederlage verschieben

Der britische Justizminister David Gauke hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, den EU-Austritt zu verschieben, falls May ihre Vertrauensabstimmung verlieren sollte. "Was die Verhandlungen mit der Europäischen Union anbelangt, ist es meines Erachtens unvermeidlich, dass bei einer Abstimmungsniederlage heute Artikel 50 verschoben werden muss", sagt Gauke im BBC-Radio. Er glaube nicht, dass Großbritannien am 29. März die Europäische Union verlasse.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Dezember 2018 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 09:36 Uhr

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10 Kommentare

14.12.2018 12:57 Wessi 10

@ 9 Milchmädchen! Über den Vertrag wurde nicht abgestimmt.Allerdings ist inzwischen klar, daß das Abstimmungsergebnis z.T. aufgrund von Lügen über die Zukunft von GB fusste.Ihre Rechnung 50% pro Brexit=50% gg. den Vertrag wie er jetzt vorliegt ist völlig unbewiesen.Ausserdem sollten Sie doch als jemand der sein Land liebt, in erster Linie einmal daran denken, wie negativ ein Austritt von GB für die eigene Republik sein wird.Ihr post ist völlig unpatriotisch.Und auch so zu tun, als wären die Gelbwesten das ganze frz. Volk od. eine Mehrheit hat nullkommanull real bewiesenen Hintergrund.Ich finde es gut, daß sich die 27 Staaten nicht von ein paar sich selbst überschätzenden Briten am Nasenring durch die Manege schleppen lassen.Die Briten müssen sich entscheiden.Nicht die EU.

14.12.2018 10:25 Werner 9

@Klaus 7: Dass GB über den Tisch gezogen wurde, das behaupten 50% der Engländer in ihren Medien. Die sollten es wissen. Offenbar wollen die schwer Besorgten in der EU-Zentrale, der über seinen Rückhalt in der frz. Bevölkerung schwerstens Besorgte, und unsere außerordentlich über die Konkurrenz-Partei Besorgte, GB so lange wie möglich halten. Dabei ihnen möglichst viele Knüppel zwischen die Beine halten. "Wir sehen das auch als Experiment und sehen dann was daraus wird." "Wir", also Sie und Junker und Merkel sind sich einig: "Bestrafe Einen erziehe Hundert", und warten dieses Experiment ab - es gibt ja aktuell noch paar mehr "Experimente". Wer Widerstand und Widerspuch wagt, sieht was passiert- dieses Experiment hat am praktischen Beispiel der Maaß(en)regelung mehrfach erfolgreich funktioniert. "Juncker, Merkel und ich sehen das auch entspannt." Sehr gut. Wenn Sie sich wieder treffen (nicht mit Kaffetassen), lieben Gruß.

13.12.2018 19:07 Klaus 8

@ { 13.12.2018 12:09 Wo geht es hin? }
Das ist relativ egal, zum Schluss wird es nur eine Variante geben, egal welche Variante jetzt mehr oder weniger wahrscheinlich ist.
May muss sich entscheiden, nicht die EU. :-)

13.12.2018 19:04 Klaus 7

@ { 13.12.2018 13:32 Werner }
Es ist doch aber so, dass May die Probleme hat und nachverhandeln will und unsere Besorgten behaupten, dass May über den Tisch gezogen wurde.
Juncker, Merkel und ich sehen das auch entspannt.
Wir sehen das auch als Experiment und sehen dann was daraus wird. Die EU hat jedenfalls kein Problem mit dem Vertrag und ob das ein harter oder weicher Brexit wird. GB ist am Zug und muss sich entscheiden.

13.12.2018 16:18 Peter 6

@3 DExit: "Feinde der Völker". Großes Kino ohne Inhalt.
Wer sind denn in Ihren Augen die "Freunde der Völker"?

13.12.2018 13:32 Werner 5

@vtw 2: Die Engländer sehen das offenbar entspannt. Die knappe Mehrheit will raus, das ist in einer Demokratie zu akzeptieren. In einem Jahr hören und sehen wir evtl. nichts mehr vom Horrorszenario, was jetzt jeder beschwört, der GB doch noch irgendwie in der EU halten will oder soll. Mit oder ohne Tricks und Doppelten Böden. Es dürfte kein Problem sein, mit GB bilaterale Vereinbarungen über Zölle, Visa etc. zu treffen. Ideal, gemeinsam mit den anderen europäischen Landern zu gleichen Konditionen- ohne EU. Mit den USA unter Trump geht es doch auch. Das wird zähneknirschend, und mit dem selben Hype letztendlich hingenommen. Mit Nicht-EU-Ländern im normalen Geschäftsverkehr... private Eheverträge auch kein Problem. Wenn es doch Solche durch Gerichtsverfahren, oder geheime Hintertür-Schiedsgerichte geben könnte, wäre es nicht schlecht, wenn die Medien - der MDR - kurz informiert, und den Sachverhalt aufklärt. Danke.

13.12.2018 12:09 Wo geht es hin? 4

@vtw: Das Kapital findet IMMER einen Weg - also wird das "Chaos" genauso ausbleiben, wie uns schon beim damaligem Volksentscheid versucht wurde zu suggerieren. Die Realität ist eine andere. @Klaus: Dadurch, dass May das Misstrauensvotum überstanden hat, ist die Wahrscheinlichkeit eines Verschiebens des Brexit noch viel unrealistischer geworden. Haben Sie das in Ihrer unendlichen Weisheit nicht mitbekommen? Wäre ja nicht das 1. Mal....

13.12.2018 12:02 DExit 3

Das war zu erwarten. Die Feinde der Völker genießen nach wie vor Narrenfreiheit.

13.12.2018 07:55 vtw 2

Der "harte Brexit" wird immer wahrscheinlicher,
also muss die EU die Grenze zu Nordirland sichern und alle Kontrollmechanismen einführen.
Das "Horrorszenario" unserer Medien über den ungeordneten Brexit ist wiedermal nicht zu überbieten. Sicherlich wird es nach dem Austritt in den ersten Monaten etwas holprig zugehen, aber
danach wird der Handel mit GB doch funktionieren.
Ich verweise nur auf die eingeführten Trump-Zölle auf Alu-Produkte .. tausende Arbeitsplätze sind gefährdet - und jetzt ? Was waren nun die Auswirkungen - von unseren Medien hört man zu diesem Sachverhalt nichts aber auch gar nichts.

13.12.2018 00:35 Klaus 1

Vielleicht kommt jetzt die Variante zum Zuge, dass der Brexit verschoben wird.
Jedenfalls ist GB unberechenbar geworden.
Ich gehe davon aus, dass man erst mal verschiebt und danach einen butterweichen Brexit macht, der eigentlich kein Brexit ist, aber so genannt wird.
Ein richtiger Brexit wäre mir lieber.