Zoran Zaev, Ministerpräsident von Mazedonien, winkt der Pressegalerie zu, nachdem das Parlament für die Änderung des Landesnamens gestimmt hat.
Zoran Zaev, Ministerpräsident von Mazedonien, nach der Abstimmung im Parlament. Bildrechte: dpa

Namensstreit Skopje sagt Ja zu Nordmazedonien

Das nationale Parlament hat die Umbenennung von Mazedonien in "Republik Nordmazedonien" gebilligt. Nun muss noch Griechenland zustimmen, um den Namensstreit zu beenden und den Weg für eine EU-Aufnahme frei zu machen.

Zoran Zaev, Ministerpräsident von Mazedonien, winkt der Pressegalerie zu, nachdem das Parlament für die Änderung des Landesnamens gestimmt hat.
Zoran Zaev, Ministerpräsident von Mazedonien, nach der Abstimmung im Parlament. Bildrechte: dpa

Mazedoniens Parlament hat eine Änderung des Landesnamens beschlossen. 81 der 120 Abgeordneten stimmten am Freitagabend dafür, das Land auf dem Südbalkan in Zukunft "Republik Nordmazedonien" zu nennen. Außerdem segnete das Parlament eine Verfassungsänderung ab, die festhält, dass Mazedonien keine Ansprüche auf Gebiete von Nachbarstaaten erhebt.

In der Abstimmung, für die eine Zweidrittelmehrheit notwendig war, gab es weder Gegenstimmen noch Enthaltungen, da ihr die nationalistische Opposition aus Protest fernblieb. Sie lehnt die Lösung ab und begründet das mit der Befürchtung, dass Mazedonien seine Identität verlieren könnte.

Auch Athen muss noch zustimmen

Karte-Mazedonien
Karte von Mazedonien und Griechenland Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit der Umbenennung des Landes hat das Parlament in Skopje den Weg für eine Beilegung des Namensstreits mit Griechenland frei gemacht. Nun muss auch noch das Parlament in Athen zustimmen, allerdings nur mit einfacher Mehrheit. Mazedonien könnte dann in Nato und EU aufgenommen werden, was die Regierung in Athen bislang im Streit um den Landesnamen blockiert.

Worum geht es im Namensstreit mit Griechenland? Der Konflikt zwischen Mazedonien und Griechenland brach im Jahr 1991 aus. Damals, nach dem Zerfall des sozialistischen Jugoslawiens, erklärte Mazedonien seine Unabhängigkeit. Seither besteht Griechenland auf
einer Namensänderung, weil eine Provinz im Norden des Landes ebenfalls den Namen Mazedonien (Makedonia) trägt. Die Regierung in Athen verhindert die Aufnahme Mazedoniens in EU und Nato.

Deutschland begrüßt Beilegung des Streits

Auf die Namensänderung hatten sich der sozialdemokratische Ministerpräsident Mazedoniens Zoran Zaev und sein griechischer Kollege Alexis Tsipras im letzten Juni geeinigt. Sie hatten ausgehandelt, dass Griechenland seine Blockadehaltung beendet, sobald sich der nördliche Nachbar in Nordmazedonien umbenennt.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas begrüßte das Votum. "Die Lösung des Namensstreits zwischen Skopje und Athen ist auf der Zielgeraden", teilte er am Freitagabend in Berlin mit. Er setze darauf, dass auch das griechische Parlament der Vereinbarung nun zustimmen werde und dass das Land Nord-Mazedonien dann bald der NATO beitreten und Beitrittsgespräche mit der EU eröffnen kann.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Januar 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 21:39 Uhr

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3 Kommentare

13.01.2019 07:08 Carolus Nappus 3

So kann man das auch lösen.

12.01.2019 10:23 Fragender Rentner 2

Was so einigen Griechen auch nicht gefällt.

11.01.2019 22:31 Klaus 1

Es ist schon merkwürdig über welche Unwichtigkeiten gestritten wird.