Rede im EU-Parlament Merkel ruft Europa zum Zusammenhalt auf

Bundeskanzlerin Merkel hat im Europaparlament die Ziele der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorgestellt. Sie warnte vor Nationalismus und warb für eine schnelle Einigung auf einen Corona-Hilfsfonds.

Kanzlerin Angela Merkel bei Rede vor EU-Parlament
Bundeskanzlerin Merkel im EU-Parlament Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Merkel hat die Europäische Union zum Zusammenhalt in der Corona-Krise aufgerufen. In einer Rede im Europaparlament sagte Merkel, allein komme niemand durch die Krise: "Europa wird nach der Krise stärker werden als zuvor, wenn wir den Gemeinsinn stärken."

Ziele der deutschen Ratspräsidentschaft vor

Merkel war in ihrer  ersten Auslandsreise seit Ausbruch der Pandemie nach Brüssel gekommen, um die Ziele der deutschen Ratspräsidentschaft vorzustellen. Neben der Überwindung der Corona-Krise nannte sie dabei die Verteidigung der Grundrechte, den Klimaschutz, die Digitalisierung und Europas Verantwortung in der Welt. Deutschland hat von Juli bis Dezember turnusgemäß den Vorsitz in der EU.

Warnung vor Nationalismus bringt Zwischenapplaus

Merkel warnte auch vor einem erstarkenden Nationalismus. In vielen Mitgliedsstaaten warteten die EU-Gegner nur darauf, die Krise für ihre Zwecke zu missbrauchen. Zwischenapplaus erhielt sie für eine Kritik am Populismus. Ohne Namen zu nennen sagte sie:

Mit Lüge und Desinformation lässt sich die Pandemie nicht bekämpfen, so wenig wie mit Hass und Hetze. Dem Fakten leugnenden Populismus werden seine Grenzen aufgezeigt. 

Angela Merkel

In einer Demokratie brauche es Wahrheit und Transparenz. Das zeichne Europa aus und dafür werde sich Deutschland während der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft starkmachen.

Werbung für Corona-Paket

Zugleich warb Merkel für eine schnelle Einigung auf den geplanten Corona-Hilfsfonds: "Wir dürfen keine Zeit verlieren, darunter würden nur die Schwächsten leiden." Sie hoffe sehr, dass eine Einigung noch im Sommer gelinge. An die Parlamentarier gewandt fügte sie hinzu: "Das wird noch viel Kompromissbereitschaft von allen Seiten erfordern – auch von Ihnen."

Die 27 EU-Staaten verhandeln derzeit über einen 750 Milliarden Euro schweren Plan der EU-Kommission, die Wirtschaft in Europa wieder anzukurbeln. Hauptstreitpunkt ist dabei, ob das Geld komplett als Darlehen gezahlt werden soll oder, wie von der Kommission vorgeschlagen, 500 Milliarden Euro reine Zuschüsse sind. Merkel sagte, Hilfen für besonders von der Krise betroffene Regionen seien in aller Interesse. Sie mahnte aber auch, dass man "die wirtschaftlich Starken nicht über Gebühr" belasten dürfe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2020 | 15:00 Uhr

104 Kommentare

Klaus vor 4 Wochen

Wenn Sie schon abwertend über Ausländer schreiben, dann sollten Sie das wenigstens richtig schreiben. Krethi und Plethi schreibt man nämlich mit "h".
Es ist schon schlimm wie ungebildet so mancher Bio-Deutsche ist.
Von daher ist es sehr gut, dass auch die EU-Ratspräsidentschaft in die Merkelzeit fällt. 😊 😊 😊
Man stelle sich vor Höcke oder Gauland würden Deutschland da vertreten.
Wir würden uns bis auf die Knochen blamieren.

H.E. vor 4 Wochen

@der Vielfaltige
Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge zu retten, die unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen ist wichtig und richtig. Und dass jetzt geschaut wird, daß die Leute nicht verhungern ist richtig, und CHINA und Russland benehmen sich gegenüber der syrischen Bevölkerung mehr als schäbig und inhuman und man kann wirklich der Meinung sein, daß die beiden Staaten die syrische Bevölkerung verhungern lassen möchte.
Aber nicht Kreti und Pleti aufnehmen, denn inzwischen kommen schon bereits laufend welche aus Pakistan und Bangladesh etc. und zwar hauptsächlich JUNGE Männer, absolut REINE Wirtschaftsmigranten.

Klaus vor 4 Wochen

Vielleicht sollte sich die Oppositionspartei mal fragen, warum unsere Kanzlerin so viel Zustimmung hat und die AfD Mühe hat die 10 % zu halten.
Und dann noch etwas zum Rechnen: 100 % - 10 % = 90 % 😊 😊 😊
Von daher ist es sehr gut, dass auch die EU-Ratspräsidentschaft in die Merkelzeit fällt. 😊 😊 😊