Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht während einer Plenarsitzung im Rahmen des Weltwirtschaftsforums.
Bundeskanzlerin Angela Merkel blickt beim Weltwirtschaftsforum in Davos Richtung Zukunft und warnt die westlichen Staaten vor zu viel Trägheit. Bildrechte: dpa

Weltwirtschaftsforum Davos Merkel spricht sich für Reform internationaler Organisationen aus

Zeiten ändern sich und internationale Kräfteverhältnisse auch. So sind schon seit Jahren asiatische Staaten, allen voran China, auf dem Vormarsch in Sachen Wirtschafts- und Innovationskraft. Die westlichen Industrienationen müssen sich also warm anziehen und ihre Zusammenarbeit überdenken. Darauf wies nun Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der internationalen Finanz- und Wirtschaftselite in Davos hin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht während einer Plenarsitzung im Rahmen des Weltwirtschaftsforums.
Bundeskanzlerin Angela Merkel blickt beim Weltwirtschaftsforum in Davos Richtung Zukunft und warnt die westlichen Staaten vor zu viel Trägheit. Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Merkel hat sich beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos für eine Reform der internationalen Organisationen ausgesprochen, um die neuen "Kräfteverhältnisse" in der Welt besser widerzuspiegeln.

Merkel sagte, die internationale Ordnung sei durch das wirtschaftliche Erstarken von Ländern wie China und Indien unter Druck geraten. Wenn ein bestehendes System zu langsam darauf reagiere, sei die Folge, dass sich andere Institutionen bildeten.

Weltbank & Co. auf den Prüfstand

Merkel hob zwei Beispiele besonders hervor: Zum einen die 2015 gegründete Asiatische Investitionsbank, zum anderen eine neues von China ins Leben gerufene multilaterales Treffen. "Wenn China sich ein 16 plus 1-Format sucht, um mit Teilen der Europäischen Union zusammenzuarbeiten, dann ist das wie ich finde ein Warnschuss", so Merkel.

Bei dem 16+1-Format kommt China regelmäßig mit elf EU-Staaten (darunter Polen, Tschechien und Ungarn) und fünf Balkanländern zusammen, um sich über wirtschaftliche Zusammenarbeit auszutauschen.

"Globale Architektur mit Kompromissfähigkeit"

Merkel betonte, Reformen seien schwierig, aber notwendig. Sie wies auf Änderungen beim Internationalen Währungsfonds sowie bei der Weltbank hin. Die CDU-Politikerin bekannte sich dabei erneut zum Multilateralismus.

Merkel hatte bereits wiederholt gesagt, das System des Multilateralismus müsse verteidigt werden. So hatte sie etwa im November gesagt, es könne nicht um "Amerika zuerst", "Frankreich zuerst" oder "Deutschland zuerst" gehen sondern darum wie in einer Zusammenarbeit der Staaten eine "Win-win-Situation" geschaffen werden könne, hatte Merkel mit Blick etwa auf den Kurs von US-Präsident Donald Trump und eines erstarkten Nationalismus in vielen Ländern gesagt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 15:40 Uhr

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33 Kommentare

25.01.2019 06:07 Olivier 33

@Meckersack
Sie müssen Ihre Aussagen nicht belegen?
Es ging um die Prognosen für das Wirtschaftswachstum 2019 in Deutschland das ging auch aus meinem ersten Kommentar hervor, oder wissen Sie mehr?
Sie gehen doch auch nur von Vorhersagen (dieses Thema betreffend) aus.

Apple ein Einzelfall?
Ob Google, Facebook oder andere Tech- Giganten alle investieren und schaffen Arbeitsplätze in den USA.

Sogar VW tätigt ca.200 Millionen Euro an Investitionen in den USA, baut ein großes Werk, für die Fertigung von Elektroautos. (MDR berichtete im Januar 2019)
Warum nicht in Deutschland?
Brauchen die Deutschen und Europäer keine E-Autos?

Alles Einzelfälle?
Rausgepickt?
Beweisen Sie doch Ihrerseits, Ihre Aussagen!

24.01.2019 19:07 Meckersack 32

@oliver: der angelsächsische Kapitalismus braucht immer höhere Wachstumsraten als wir, es gibt dort keinen Sozialstaat, keine Absicherung. Wer keine Arbeit hat, hat kein Einkommen, keine Krankenversicherung. Grundstücke und Häuser müssen ständig teurer werden, damit auf steigende Preise spekuliert und neue Kredite bewilligt werden können, die Handwerker was zu tun haben. Sonst funktioniert das ganze Dollar System nicht mehr und die nächste Schuldenkrise bricht aus. Glauben Sie mir, dass ist kein Vorbild für Deutschland.

24.01.2019 18:42 Meckersack 31

@oliver: Seit wann sind Prognosen Fakten? Das wissen Sie immer erst hinterher! Das mit apple ist doch ein gepicktes Einzelbeispiel. Natürlich kann man mit Steuersenkungen Firmen anlocken. Aber insgesamt hat Trump sein Steueraufkommen nicht steigern können und die Ausgaben trotzdem erhöht. Das kann bei 20 Bill. $ Schulden nicht ewig gut gehen. Es geht dabei nicht um Regerge einzelner Fälle sondern um ganzheitliche Betrachtung. Das Ausland will immer weniger amerik. Staatsanleihen kaufen, die Chinesen nicht mehr, die Russen nicht die Deutschen sowieso nicht. Da gibts bald nur noch die Notenpresse.

24.01.2019 17:38 INFO 30

24.01.2019 15:58 Olivier 28+29 / 24.01.2019 15:38 DER Beobachter 26 + 24.01.2019 12:08 Meckersack 23 ntv berichtet aktuell:
Zahlreiche Wirtschaftsverbände in den USA haben Präsident Donald Trump aufgerufen, die im vergangenen Jahr verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium zurückzunehmen. Die Strafzölle bedeuteten nicht nur höhere Kosten für die importierenden US-Unternehmen - viele Branchen litten auch unter den Gegenzöllen, die etwa China, Mexiko oder die EU verhängten, hieß es in einem Offenen Brief. Das an Trump gerichtete Schreiben unterzeichneten mehrere dutzend Unternehmensverbände.

24.01.2019 15:58 Olivier 29

@Meckersack
Quelle spiegel online 17.01.2018
Wegen Trump
Apple holt Milliarden in die USA zurück
Apple hortete gigantische Summen im Ausland, dann kam Donald Trump. Wegen dessen Steuerreform muss das Unternehmen in den USA wohl 38 Milliarden Dollar zahlen. Außerdem verspricht es Tausende neue Jobs.

Mit etwas Recherche Ihrerseits, hätten Sie das sicher auch herausgefunden.......

24.01.2019 15:51 Olivier 28

@Meckersack
Ich muss meine Aussagen beweisen?
Gut.
Quelle spiegel online, 21.01.2019.
Wärungsfond senkt Prognose für Deutschland!
Der IWF hat vor dem Treffen der Wirtschaftselite in Davos seine Wachstumsvorhersage für 2019 von 1,9 auf 1,3 Prozent gesenkt.

Quelle das capital.de 01.01.2019
US-Präsident Trump scheint damit sein Versprechen einzulösen, die Wirtschaft mit Hilfe von Steuererleichterungen und Deregulierungen „nachhaltig“ auf ein höheres Wachstumsniveau zu hieven.Da noch keine Trendwende am Arbeitsmarkt in Sicht ist, sollte sich der Aufschwung im nächsten Jahr fortsetzen, sodass dieser im Juni 2019 mit einer Dauer von mehr als 120 Monaten einen neuen Rekordwert erreichen würde.

24.01.2019 15:50 Fragender Rentner 27

Zitat von Oben: Merkel spricht sich für Reform internationaler Organisationen aus

Super man spricht sich für etwas aus.

Nur wem nutzen wohl diese Forderungen wohl?

24.01.2019 15:38 DER Beobachter @ Oliver 26

Zur Realität der amerikanischen Wirtschaftsentwicklung und ihren Folgen für den amerikanischen Verbraucher, v.a. den kleinen Mann, der von ihm sich alles versprach, gibts heute einen guten Welt-Artikel. Der Unternehmer und Privatmann Trump schuldet der Bank, bei der ich Kunde bin, übrigens immer noch eine Milliarde Dollar!

24.01.2019 14:56 Willy 25

die schafft es noch in ihrer Amtszeit D. total ab zu wirtschaften , und dann geht die zur EU und es kommt noch krimineller auf uns zu.

24.01.2019 13:18 Ekkehard Kohfeld 24

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