Merkel und Putin nach ihrem Treffen auf Schloss Meseberg
Gemeinsam mit Frankreich und der Türkei wollen Merkel und Putin den Syrien-Konflikt lösen. Bildrechte: IMAGO

Nach Meseberg-Treffen Merkel und Putin wollen mit Viererformat Syrien stabilisieren

Gemeinsam mit Frankreich und der Türkei wollen Deutschland und Russland an einer Lösung im Syrien-Konflikt arbeiten. Das hat der Kreml nach dem Treffen von Kanzlerin Merkel und Präsident Putin in Meseberg mitgeteilt.

Merkel und Putin nach ihrem Treffen auf Schloss Meseberg
Gemeinsam mit Frankreich und der Türkei wollen Merkel und Putin den Syrien-Konflikt lösen. Bildrechte: IMAGO

Deutschland und Russland wollen gemeinsam mit Frankreich und der Türkei eine Kontaktgruppe bilden, um das vom Bürgerkrieg zerstörte Syrien wieder zu stabilisieren. Das hat Kremlsprecher Dmitri Peskow nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin auf Schloss Meseberg bekannt gegeben.

Viererformat mit Frankreich und Türkei

Peskow sagte im Anschluss an das Treffen der beiden Spitzenpolitiker in der Nacht zu Sonntag der russischen Agentur Interfax, die vier Staaten würden an einem neuen Format arbeiten, das sich zunächst auf Expertenebene finden solle. Später könne daraus ein Gipfeltreffen erwachsen. Es gebe bislang aber noch kein abgestimmtes Datum. Damit dürfte es das vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Anfang September anvisierte Gipfeltreffen in der Türkei vorerst jedenfalls nicht geben.

Verantwortung für Syrien und Ukraine

Bei dem Arbeitstreffen von Merkel und Putin im Gästehaus der Bundesregierung im brandenburgischen Meseberg am Samstag ging es laut Peskow um eine engere Abstimmung in der Syrien-Politik. Auch der Ukraine-Konflikt sei angesprochen worden.

Merkel hatte zuvor die gemeinsame Verantwortung Deutschlands und Russlands für die Lösung von internationalen Krisen wie in Syrien oder in der Ost-Ukraine unterstrichen und ihre Bereitschaft dazu erklärt. In dem Zusammenhang warnte die CDU-Politikerin vor einer humanitären Katastrophe in Syrien.

Putin ruft zu Aufbauhilfe auf

Putin rief Europa zur Hilfe beim Wiederaufbau der Infrastruktur in Syrien auf. Man müsse den syrischen Regionen helfen, in die Flüchtlinge aus dem Ausland heimkehren könnten. Dabei gehe es nicht nur um Rückkehrer aus Europa, sondern auch um Millionen Flüchtlinge aus den Nachbarländern Jordanien, Libanon und Türkei. Für die Rückkehr müssten "einfache Dinge" getan werden, etwa die Wasserversorgung oder ärztliche Dienste wiederherzustellen. Russland ist die Schutzmacht des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der Westen wollte den syrischen Machthaber eigentlich von der Macht entfernen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. August 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2018, 18:06 Uhr

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17 Kommentare

20.08.2018 16:49 Friedensfreund 17

Wladimir Putin hat gezeigt, dass er nur unser Bestes will- unser Geld. Wie wäre es, wenn wir ganz demokratisch darüber abstimmen, ob Herr Assad unser gutes Steuergeld bekommen soll.

20.08.2018 16:45 Friedensfreund 16

@Historiker
Ich kann mich beim besten Willen nicht entsinnen, wann Herr Assad demokratisch gewählt wurde. Wladimir Putin verlangt von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Herrschaft Assads zu finanzieren. Warum wendet er sich nicht an die Türkei oder Saudi-Arabien, denen er vor kurzem noch vorgeworfen hat, in Syrien Terroristen zu unterstützen?

20.08.2018 15:40 kleinerfrontkaempfer 15

Einfach die NATO noch weiter nach Osten erweitern. Merkel&Co wissen wie das geht, Putin weiß wie er zu reagieren hat. Ein Vakuum bleibt nicht auf der Landkarte und jeder hat was davon.

20.08.2018 13:15 Marko Fr. 14

@pkeszler;
Ich weiß zwar nur vom Hörensagen wie eine Wahl in der DDR abgelaufen ist. Ziemlich sicher bin ich, es gab damals keine
"Rebellengruppen (die) beabsichtigten, die Wahlen auf jedem möglichen Weg zu stören, unter anderem mit der Bombardierung und Zerstörung von Wahlkabinen in von der Regierung kontrollierten Gebieten..." und weiter:
"Es gab über 50 erfasste Tode aufgrund von Attentaten der Aufständischen" (Zitat Wikipedia, Syrien, Präsidentenwahl 2014)
Vergleiche sind schon was feines, passen nur manchmal nicht so ganz.

20.08.2018 11:54 Schwarzes (Zeit)Loch 13

@pkeszler: "Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags stuft den von Deutschland unterstützten Militärschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs gegen Syrien als völkerrechtswidrig ein." Linksfraktion 21.04.2018. Permanentes "Vergessen" bringt nichts, dass es zwangsweise eine Zeit vor 2016 gab. Der IS hatte großflächig Syrien und Irak, insbesondere die Öl- und Gas-Gewinnung&Transportwege, erobert und zerstört. Massaker an Kurden und der Genozid an tausenden Jesiden auch "vergessen". Aktuell hat eine junge Jesidin unser "schönes Land" gen Irak wieder verlassen, da sie ihren ehemaligen Peiniger und Skavenhalter als "Geflüchteten" erkannte, und sie sich im Irak besser vor manchen gesponserten "Schutzbedürftigen" geschützt fühlt, als hier. WELT.. FOCUS u.A. berichteten. Bis 2016 wurde der IS angeblich "bekämpft", gewöhnliche Terroristen nennt man "Rebellen". Nachschub an Waffen, Munition, modernsten Abwehrwaffen, Nahrung, Video-Equipment... ist für die Genannten immer vorhanden.

20.08.2018 09:44 pkeszler 12

@Historiker 10: "Schade, dass mein Hinweis, dass der syrische Präsident von seinen Landsleuten gewählt worden war, verloren gegangen ist"
Und sie wissen doch bestimmt noch, wie eine Wahl in der EX-DDR abgelaufen ist. In Syrien war es nicht viel anders. Das müssten Sie als Historiker eigentlich wissen.

20.08.2018 09:03 pkeszler 11

Erst hat Putin zusammen mit Assad die syrischen Städte kaputt bombardiert und viele Menschen in die Nachbarländer und nach Europa vertrieben und jetzt soll die EU, besonders Deutschland, beim Wiederaufbau helfen. Frieden in Syrien und Rückkehr zur Normalität kehren nur ohne Assad in Syrien ein. Das müssen nun mal auch Herr Putin und die AfD begreifen.

20.08.2018 08:29 Historiker 10

Schade, dass mein Hinweis, dass der syrische Präsident von seinen Landsleuten gewählt worden war, verloren gegangen ist. Die Rebellen waren nicht gewählt. Nun sollte das Land schnell wieder aufgebaut werden.

20.08.2018 05:59 Harzer 9

Frau BK; wen wollen Sie noch allen helfen? Wie haben in eigenen Land genug Probleme ! Das sind Probleme der USA, die haben diese Länder den Gnadenstoss gegeben!

19.08.2018 23:01 Bemmenfechter 8

"Keiner weiß wer wen bescheißt... aber alle wissen sie werden beschissen " :)