Mesale Tolu
Die Journalistin Mesale Tolu. Bildrechte: dpa

Vorwurf der Terrorpropaganda Türkei: Journalistin Tolu darf ausreisen

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu darf die Türkei verlassen. Im April 2017 war sie inhaftiert worden, im Dezember durfte sie die U-Haft verlassen, damals noch mit einer Ausreisesperre. Der Prozess wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Verbreitung von Terrorpropaganda geht aber weiter.

Mesale Tolu
Die Journalistin Mesale Tolu. Bildrechte: dpa

Die in Istanbul angeklagte deutsche Journalistin Mesale Tolu darf die Türkei verlassen. Ein Gericht habe das Ausreiseverbot gegen Tolu aufgehoben, so der Solidaritätskreis "Freiheit für Mesale Tolu" am Montagmorgen. Der Prozess werde allerdings weitergeführt.

Tolu und ihr Mann Suat Çorlu waren im April 2017 in Haft genommen worden. Ihnen werden Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation und Terror-Propaganda vorgeworfen. Çorlu muss vorerst in der Türkei bleiben. Seine Ausreisesperre bleibe bestehen, heißt es in der Erklärung weiter.

Tolu dagegen werde schon in Kürze in Deutschland erwartet. Sie bestätigte die Ausreiseerlaubnis bei Twitter und bedankte sich bei ihren Unterstützern. Zugleich erinnerte sie an die "mehr als 150 in der Türkei inhaftierten Kolleg*innen". Solange Journalisten in der Türkei eingesperrt seien, könne man nicht von einer Verbesserung hinsichtlich der Presse- und Meinungsfreiheit sprechen.

Sohn war zwischenzeitlich im Gefängnis

Die Entscheidung kam überraschend. Noch Ende April hatte das Istanbuler Gericht bei der Fortsetzung des Prozesses gegen Tolu entschieden, die Ausreisesperre gegen die 33-Jährige aufrechtzuerhalten.

Am 18. Dezember war sie per Gerichtsbeschluss aus der Haft entlassen worden, aber mit einer Ausreisesperre belegt worden. Zuvor hatte sie mehr als sieben Monate in Istanbul in Untersuchungshaft gesessen. Zwischenzeitlich war ihr dreijähriger Sohn bei Tolu im Gefängnis.

Verhandlung wird im Oktober fortgesetzt

Die Verhandlung gegen Tolu, der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen wird - gemeint ist die linksextreme MLKP - soll am 16. Oktober fortgesetzt werden.

Wir, der Solidaritätskreis "Freiheit für Mesale Tolu" freuen uns, Mesale nach mehr als 17 Monaten, am 26. August, wieder in Deutschland begrüßen zu dürfen

Erklärung Solidaritätskreis "Freiheit für Mesale Tolu"

Zudem wies der Kreis darauf hin, dass der Prozess gegen die Journalistin weitergeführt werde und ihr dabei bis zu 20 Jahre Haft drohten. "Von einem rechtsstaatlichen Verfahren kann weder für Mesale, noch für alle anderen zu unrecht inhaftierten Menschen keine Rede sein."

Der Fall Tolu hatte, zusammen mit dem des "Welt"-Reporters Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner, die Beziehungen zu Deutschland schwer belastet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. August 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2018, 09:10 Uhr

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20 Kommentare

20.08.2018 22:06 Montana 20

Und schon ist in China ein Sack Reis umgefallen.

20.08.2018 18:56 jochen 19

15#
Es gibt keinen "Schwenk" und es gibt auch nichts zu "überdenken".
Hier geht es um unverrückbare Tatsachen.

20.08.2018 17:39 Peter 18

@14: "blass ... argumentiert"?
das "blass" ist eher verniedlichend, das "argumentiert" stimmt überhaupt nicht.
Aber wie meint die Alternative immer: Wir sind keine Ausländerfeinde.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.

20.08.2018 17:21 Fragender Rentner 17

@Isermeyer zu 14

Dass das Bild, sollte es eine Frau sein ziemlich dunkel ist, da hast schon recht.

20.08.2018 17:18 Fragender Rentner 16

@winfried zu 15

Mit dem Ausehen kann man unter dem Kopftuch nicht so richtig erkennen, da hast du schon recht.

20.08.2018 16:47 winfried an "jochen"(13) 15

Überdenken Sie Ihren "Schwenk" bzgl. "typisch deutsches Aussehen".
Noch ein wenig mehr "herausgelehnt" und "Sie fallen aus dem Fenster".

20.08.2018 16:16 Isermeyer 14

Wie blass wird hier zum größten Teil "argumentiert". Wie dunkel wird Deutschland, wenn sich diese Gedanken durchsetzen. Was bin ich froh, dass meine Freundinnen und Freunde ebenso denken. So kann man noch hoffen. Diese Hoffnung auf eine offene demokratische Gesellschaft muss aber durch Einsatz bestärkt werden.

20.08.2018 15:02 jochen 13

11 # Deutsche Papier ja -
Exotisches Aussehen ja
Typisch Deutsches Aussehen nein
Da schreibe ich doch nichts falsches - oder ?

20.08.2018 14:16 oppie 12

Wieso ist diese Frau eine Meldung wert ? Was hat sie den besonderes vollbracht ? Gibt es nicht wichtigeres ?

20.08.2018 14:02 winfried an "jochen"(2) und "Jang"(7) 11

(2)>>Deutsche Papiere - Ja.<<
(7)>>Die Dame ist deutsch<<
Gefunden im Internet bei Wikipedia:
"2007 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft und legte zugleich ihre türkische Staatsbürgerschaft ab."
(2) und (7) haben Recht, jeder auf seine Weise ...
Ob allerdings der türkische Staat die "Abgabe" der türkischen Staatsbürgerschaft so ohne weiteres anerkennt, glaub' ich nicht, denn Staatsbürgerschaft ist kein Hemd das man so eben abstreift.