Schlauchboot mit Migranten aus Afrika vor der Küste Libyens 2016
Die für die Studie befragten Migranten kamen auf dem irregulären Weg nach Europa, die meisten per Boot. Bildrechte: IMAGO

UN-Studie Afrikanische Migranten: Die Bestausgebildeten kommen nach Europa

Afrikanische Migranten in Europa sind laut einer Studie der UN besser gebildet als Altersgenossen in ihren Heimatländern. Im Schnitt wurden die Migranten mindestens drei Jahre länger ausgebildet als Gleichaltrige in der Heimat.

Schlauchboot mit Migranten aus Afrika vor der Küste Libyens 2016
Die für die Studie befragten Migranten kamen auf dem irregulären Weg nach Europa, die meisten per Boot. Bildrechte: IMAGO

Afrikanische Migranten in Europa sind besser ausgebildet als Altersgenossen in ihren Heimatländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des UN-Entwicklungsprogramms UNDP. Demnach gaben gut 58 Prozent der knapp 2.000 Befragten, die irregulär nach Europa gekommen sind, an, vor ihrer Einreise in ihrer Heimat einen Job gehabt oder zur Schule gegangen zu sein. Im Schnitt seien sie mindestens drei Jahre länger ausgebildet worden als Gleichaltrige in ihren Heimatländern.

Gehälter in der Heimat "konkurrenzfähig" – dennoch Unzufriedenheit

Die Menschen gaben an, in ihren Heimatländern "konkurrenzfähige" Gehälter erhalten zu haben, dennoch hätten sie nicht das Gefühl gehabt, angemessen bezahlt zu werden. In dem UN-Bericht heißt es dazu, "dass eine verstärkte Bildung den Horizont und die Ambitionen des Einzelnen erheblich erweitert hat."

UNDP-Chef Achim Steiner hob hervor, dass Migration ein Widerhall des Entwicklungsfortschritts in ganz Afrika sei.

Auch wenn der Fortschritt ungleichmäßig verteilt ist und nicht schnell genug voranschreitet, um die Erwartungen der Menschen zu erfüllen.

Achim Steiner, UNDP-Chef

Die Grenzen der Möglichkeiten und Chancen von Menschen ergäben sich als wichtige Gründe für die Migration.

Knapp 2.000 Menschen aus 39 afrikanischen Ländern befragt

Für die Studie wurden Befragungen von 1970 Migranten aus 39 Afrikanischen Ländern ausgewertet, die in 13 europäischen Staaten leben. 93 Prozent von ihnen gaben an, auf ihrer Reise mit Gefahren konfrontiert gewesen zu sein. Trotzdem sagten nur zwei Prozent, dass sie die Reise nicht angetreten hätten, wenn sie gewusst hätten, was auf sie zukommt.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im Jahr 2019 bislang mehr als 91 000 Migranten nach Europa eingereist - deutlich weniger als in den Vorjahren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 11:51 Uhr

117 Kommentare

Baldur von Ascanien vor 3 Wochen

"Sagt ihre Partei Ihnen was anderes? "

Dazu braucht es keiner beliebigen Partei, das sagt der gesunde Menschenverstand. Oder meinten sie das ironisch?

GenervterZugezogener vor 3 Wochen

Gut, dann muß ich meine Kritik teilweise zurücknehmen, denn diese Information wäre in der Tat wichtig gewesen.

Dennoch zwei Kritikpunkte:
1. Daß alle Bootsflüchtlinge vor Krieg und Verfolgung flüchten, ist natürlich Unsinn. Das wissen Sie so gut wie ich oder der mdr, und dementsprechend war in der Berichterstattung auch nie davon die Rede.
2. Bitte lesen Sie Ihre Beiträge kurz Korrektur, bevor Sie sie abschicken. Möglicherweise hätte ich mir diese Diskussion nämlich teilweise ersparen können, wenn Sie z.B. den ersten Satz Ihres ersten Beitrags ("Der Hinweis, dass Menschen die vor Krieg und Verfolgung aus Ihrer Heimat flohen, von dieser Befragung ausgenommen waren!") nochmal in Ruhe durchgelesen hätten. Mir deucht, da fehlt etwas. (Und: Ja, ich weiß, daß in meinem vorletzten Beitrag auch ein Tippfehler drin ist.)

Baldur von Ascanien vor 3 Wochen

Allerdings Ärtzte und Pflegekräfte leisten auch einen Beitrag für Menschen, die im Krankenhaus oder im Pflegeheim Hilfe bedürfen.

Sind die Ärzte auch in Schlauchbooten gekommen?