Das Schiff 'Eleonore' der Organisation Lifeline.
Die Dresdner Seenotretter "Mission Lifeline" sind wieder auf See. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seenotrettung "Mission Lifeline" mit neuem Schiff wieder vor Libyen

Die Seenotretter der Hilfsorganisation "Mission Lifeline" sind wieder auf See. Nach MDR-Informationen haben sie am Freitag italienische Gewässer verlassen und befinden sich derzeit vor Libyen in internationalen Gewässen.

Das Schiff 'Eleonore' der Organisation Lifeline.
Die Dresdner Seenotretter "Mission Lifeline" sind wieder auf See. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Hilfsorganisation "Mission Lifeline" ist wieder auf dem Mittelmeer. Die Crew brach am Freitag mit ihrem neuen Schiff "Eleonore" von Italien auf und hat nach Angaben eines MDR-Reporters inzwischen die libysche Such-und-Rettungszone erreicht und befindet sich dort in internationalen Gewässern.

Das neue Schiff fährt unter deutscher Flagge. Erworben von der T-Shirt-Firma "Human Blood", um eine etwaige Anmeldung durch "Mission Lifeline" nicht zu behindern, wurde es inzwischen Reisch übereignet. Finanziert und umgerüstet - etwa mit einer Satellitenanlage und einem Rettungsschlauchboot - wurde das Schiff der Dresdner Seenotrettungsorganisation zufolge durch Spenden.

Technische Details

Länge: 20 m (zum Vergleich "Lifeline": 32 m); 5,50 m breit, 2,80 m Tiefgang.
Kapazität: 12 Mann Besatzung (aktuell: 10), 100 Menschen können aufgenommen werden, allerdings nur kurzfristig. Nicht für lange Strecken geeignet, wegen eines niedrigen Freibords. Damit sind die Menschen an Deck Wind, Wetter und Wellen ausgesetzt. Ursprünglich Fischereifahrzeug, zuletzt Motorjacht.
Geschwindigkeit: max. 8 Knoten/Stunde und damit langsamer als "Lifeline"
Baujahr: 1961
Bauart: Niederlande

Reisch als Kapitän an Bord

Claus-Peter Reisch ist wieder als Kapitän an Bord. Sein altes Schiff der Organisation Lifeline liegt noch beschlagnahmt in Malta fest, wo Reisch wegen des Vorwurfs einer fehlerhaften Registrierung angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Gegen dieses Urteil ist er in Berufung gegangen. Die Organisation hatte mit dem Vorgänger der "Eleonore" im Sommer vergangenen Jahres mehr als 230 Menschen vor der libyschen Küste aus dem Mittelmeer gerettet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. August 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 10:32 Uhr

35 Kommentare

Peter vor 3 Wochen

Sie irren. Gerade zu einer Zeit, als aus bekannten Gründen die Seenotrettung eingestellt war/werden musste, im Juni diesen Jahres, kam es zur größten Tragödie mit über 100 Toten.

Freiheit vor 3 Wochen

Ohne diese Taxis würden die aber gar nicht mit ihren seeuntauglichen Schlauchbooten starten um dann von den NGOs aufgenommen zu werden.
Daher haben diese Leute für eventuelle Tote mit verantwortlich.

MaP vor 3 Wochen

Haben sie das auch schon den Reisebüros mitgeteilt, dass Tunesien "zweifelhaft" ist? Man muss die Deutschen doch warnen, die dort Urlaub gebucht haben!

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