Rettungswesten hängen gereinigt auf dem Seenotrettungsschiff «Lifeline».
Es ist die siebte Mission von "Mission Lifeline" im Mittelmeer. Bildrechte: dpa

Seenotrettung "Mission Lifeline" wieder im Mittelmeer unterwegs

Nach mehrmonatiger Zwangspause ist die Flüchtlingsinitiative "Mission Lifeline" wieder mit einem Boot ins Mittelmeer gestochen. Nach Vereinsangaben fährt das Segelboot diesmal unter deutscher Flagge.

Rettungswesten hängen gereinigt auf dem Seenotrettungsschiff «Lifeline».
Es ist die siebte Mission von "Mission Lifeline" im Mittelmeer. Bildrechte: dpa

Mit einem 15 Meter langen Segelboot ist die Dresdner Flüchtlingsinitiative "Mission Lifeline" zu einem neuen Einsatz im Mittelmeer aufgebrochen. Vereinssprecher Axel Steier sagte dem Evangelischen Pressedienst, das Boot befinde sich etwa 80 Meilen nördlich der libyschen Küste.

Wir lassen uns nicht festsetzen. Wir dokumentieren, was im Mittelmeer passiert.

"Mission Lifeline" via Twitter

Bei ihrer siebten Mission im Mittelmeer wollen sich die Seenotretter auf das Sichten und Melden von Schiffbrüchigen konzentrieren. Laut Steier sind 180 Rettungswesten und Vorrat für 300 Mahlzeiten als Notration für Schiffbrüchige an Bord. Auf Facebook veröffentlichte der Verein zudem Fotos der Ausstattung. Demnach kann die "Lifeline" diesmal Schiffbrüchige nur vorübergehend auf sogenannten Rettungsinseln unterbringen. Um die Menschen in einen sicheren Hafen zu bringen, ist dann weitere Hilfe nötig.

Segelboot unter deutscher Flagge

Die siebenköpfige Crew fährt diesmal unter deutscher Flagge. Damit wollen die Seenotretter nach eigenen Angaben bürokratische Hürden in Malta und Italien umgehen. Die erste "Lifeline" unter niederländischer Flagge war Anfang Juli in Malta beschlagnahmt worden.

Kapitän Claus-Peter Reisch muss sich seitdem wegen vermeintlich falscher Registrierung in Valletta vor Gericht verantworten. Der Prozess soll am 19. November fortgesetzt werden. Kapitän der neuen Mission ist Thomas Nuding.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Oktober 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2018, 17:20 Uhr

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49 Kommentare

28.10.2018 16:59 NRW-18 49

@ 47 Anita L.
Leider muss ich Sie da enttäuschen.
Mein Bekanntenkreis ist breit gestreut und besteht aus Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen und sonstigen Bekannten.
Ich gehöre keiner Partei, keinem Verein und auch keiner Religion oder Sekte an. Somit denke ich, dass die von mir beschriebenen 90% ziemlich repräsentativ sind.
Dass man die Leute im Mittelmeer nicht ertrinken lassen kann, versteht sich von selbst.
Deshalb sollte man sie mit professionellen Seenotrettern wieder an die afrikanische Küste bringen und den Schleppern damit ihre Existenzgrundlage entziehen.

28.10.2018 15:58 noch 46 Tage (UNO-Migrationspakt) 48

@Klaus 43

"Dass die Besorgten dagegen hetzen, zeigt wie richtig diese Mission ist."

was bezwecken sie jetzt damit?
Der Feind meines Feindes ist mein Freund?

Dann nehmen sie Schutzsuchende bei sich auf, Häuser haben sie und ihr Sohn ja genug, wie sie in dem anderen Beitrag geschrieben haben und tun sie endlich etwas!

Übrigens: wenn sie dann noch für die Schutzsuchenden Bürgen, geben sie den Schutzsuchenden auch noch eine Bleibeperspektive!

28.10.2018 15:40 Anita L. 47

@NRW-18
Was Sie da über Ihren Bekanntenkreis berichten, ist ein typisches Beispiel für die sogenannte Filterblase.

Menschen neigen dazu, unter "Ihresgleichen" zu bleiben. Es wird also Menschen geben, deren Bekanntenkreis zu 90 Prozent für unbegrenztes Asyl sind, Menschen, deren Bekanntenkreis zu 90 Prozent die Mauer wiederhaben wollen, Menschen, deren Bekanntenkreis zu 90 Prozent das großdeutsche Reich als rechtmäßiges Deutschland ansehen, oder auch Menschen, deren Bekanntenkreis zu 90 Prozent Anarchie befürworten. Und alle glauben sie, dass sie in der Mehrzahl seien.
Man kann übrigens die Gründe für die aktuelle Migrationswelle sehr wohl kritisch sehen und dennoch keine Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen.

28.10.2018 15:29 Fragender Rentner 46

@Anita L. zu 40
Du schreibst: ... dokumentiert mit jedem gemeldeten Menschen in Seenot die Not ...

Ist Seenotrettung nicht das wenn ein Schiff defekt auf See ist?

Wenn man sich absichtlich in Seenot begibt und auch noch viel Geld am Schlepper dafür bezahlt, wie soll man dies bezeichnen?

Na wir benötigen auch noch viele junge Menschen in Europa damit die Geburten wieder steigen.

Denk dran was in der Bibel steht wenn du von "Zeugnis ablegen" was schreibst.

28.10.2018 15:08 Thore 45

Ich empfehle das Buch "Defend Europe" von Alexander Schleyer, dem 2.Offizier der "C-Star", die 2017 die Schleusertätigkeit der sog. "NGO`s" dokumentierte !
Nach dieser Lektüre sind die meisten Fragen zum Thema "Seenotrettung" beantwortet !

28.10.2018 13:55 O-Liner (2. V.) 44

Jetzt bin ich aber gespannt, wo diese politisch-korrekten, gleichwohl unglaublich skrupellosen Schlepper ihre Ware ausklinken wollen. Italien is nich mehr, und ob sich das kleine Malta endlos diese Menschenverschiebung bieten läßt, steht in den Sternen. Dann sind da noch die sozialistischen Länder Spanien und Frankreich, wobei die Machthaber dort nur verbal dicke Backen machen, sich aber klugerweise bezüglich der materiellen Kosten vornehm zurückhalten. Wie wär's denn mit Griechenland oder der Türkei? Die "Geretteten" südlich an Land zu setzen ist ja wohl ein absolutes No-Go..
Oder ganz radikal: Fahrt doch eure Fracht bis an die Gestaden der BRD! Dort werden zahllose Begrüßungskomitees erwartungsvoll in Bereitschaft stehen. Nur macht das die Sache sehr viel teurer; die Reisezeit verlängert sich unmäßig, und so viele "Lifelines" stehen nun auch wieder nicht zur Verfügung, um den Nachschub am Rollen zu halten.

28.10.2018 13:10 Klaus 43

@ 37
Die Menschen flüchten nicht wegen falscher Versprechungen, sondern sie versuchen dem Tod zu entrinnen und zwar schon lange bevor sie an die Küste kommen.
Dass unsere Besorgten das nicht sehen können/wollen ist uns allen klar. Aber die deutliche Mehrheit ist schlauer und wird das regelmäßig bei Wahlen dokumentieren, dass es sich hierbei auch tatsächlich um die Mehrheit handelt.
Es ist auf jeden Fall gut, dass die Mission Lifeline wieder unterwegs ist. Dass die Besorgten dagegen hetzen, zeigt wie richtig diese Mission ist.
Die Seenotretter sind unsere Helden, während andere eher zu unserer Schande beitragen.

28.10.2018 13:00 Klaus 42

@ { 28.10.2018 09:36 Horst 1 }
Vor der eigenen Küste ??
Das ist weder die Küste der Lifeline noch die Küste der Flüchtlinge.
Und wenn unsere Besorgten noch so toben, es ist gut, dass die Mission Lifeline wieder unterwegs ist.
Es steht ja jedem frei die Unmenschlichkeit zu unterstützen. Wir nehmen uns heraus die Menschlichkeit zu unterstützen.

28.10.2018 12:53 Klaus 41

@ { 31 }
Ich rechtfertige überhaupt nichts. Es entspricht ganz einfach der Realität, dass es in jeder Gruppe, sofern diese groß genug ist, Verbrecher gibt.
Selbst die kath. Kirche bleibt davon nicht ausgenommen.
Ich weiß jetzt auch nicht was dieses Thema mit der Seenotrettung zu tun hat.

28.10.2018 11:50 Anita L. 40

@Fragender Rentner, da das Mittelmeer nicht zu Deutschland gehört, der Einsatz, über den berichtet wird, dort stattfinden wird, wird der Artikel unter "Ausland" veröffentlicht.
Die meisten Menschen können die Situation, in der sie sich befinden, dokumentieren, und gleichzeitig handeln. Meist dokumentiert man sogar durch sein Handeln. Viktor Klemperer wollte auch dokumentieren, "Zeugnis ablegen", und tat es durch das Schreiben seiner Tagebücher. Sie gelten heute als Zeitzeuge und sollten uns anregen, unser eigenes Handeln zu über denken. Mission Lifeline dokumentiert mit jedem gemeldeten Menschen in Seenot die Not und das Elend dieser Menschen und im allerbesten Fall regen sie damit die Gesellschaft sofort an, ihr Handeln zu überdenken, nicht erst in der Retrospektive.