Ein Schild mit der Aufschrift Monstano steht am Eingang zum Hauptsitz der Firma
Monsanto wird in den USA seit Monaten mit Klagen - dabei geht es bislang immer um das umstrittene Pflanzengift Glyphosat. Nun droht neuer Ärger wegen einer anderen Chemikalie. Bildrechte: dpa

Bayer-Konzern Wegen Umweltschäden: Los Angeles verklagt Monsanto

Das Tochterunternehmen von Bayer soll sich in den USA an der Säuberung von belasteten Gewässern beteiligen. Es geht um bereits vor Jahrzehnten verursachte Umweltschäden durch die Chemikalie PCB.

Ein Schild mit der Aufschrift Monstano steht am Eingang zum Hauptsitz der Firma
Monsanto wird in den USA seit Monaten mit Klagen - dabei geht es bislang immer um das umstrittene Pflanzengift Glyphosat. Nun droht neuer Ärger wegen einer anderen Chemikalie. Bildrechte: dpa

Dem Bayer-Konzern steht neuer rechtlicher Ärger wegen der US-Tochter Monsanto ins Haus. Der Landkreis Los Angeles hat beim zuständigen kalifornischen Bundesbezirksgericht Klage wegen angeblich vor Jahrzehnten schon verursachter Umweltschäden eingereicht. Das Unternehmen müsse sich an den Kosten für die Säuberung von Dutzenden mit PCB-Chemikalien verseuchten Gewässern beteiligen und Strafschadenersatz zahlen, fordern die Kläger.

Bayer teilte auf Nachfrage mit, die Klage noch zu prüfen. Der Konzern gehe davon aus, dass die Vorwürfe haltlos seien. Das Unternehmen kündigte an, dass man sich energisch verteidigen werde. Monsanto habe die PCB-Produktion vor mehr als 40 Jahren freiwillig gestoppt. Davor sei es an diverse Abnehmer aus der Industrie und dem Verarbeitenden Gewerbe verkauft worden, die es für verschiedene Zwecke verwendet hätten. Unter den damaligen Kunden sei auch die US-Regierung gewesen.

Die Kläger werfen Monsanto vor, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Das Unternehmen sei von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den USA gewesen. 1979 wurde die Chemikalie dort verboten. Gegen Bayers Tochter Monsanto, die der Konzern vergangenes Jahr für rund 63 Milliarden Dollar gekauft hatte, laufen bereits zahlreiche US-Klagen. Meist geht es um angebliche Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat.

Firmenzentrale Bayer 6 min
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Im Streit um Glyphosat sammelte Monsanto weit über das übliche Maß hinaus Informationen zu Politikern, Forschern und Journalisten.

FAKT Di 21.05.2019 21:45Uhr 05:52 min

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 21. Mai 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2019, 11:46 Uhr

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9 Kommentare

02.06.2019 00:22 DER Beobachter @ Sabrina 9

M.W. gabs die US-Klagewelle schon vorher. Monsanto wusste, dass sie die an Bayer genial abschieben konnte und Bayer das gern übernimmt... Wirtschaftspolitik halt...

01.06.2019 16:15 Fragender Rentner 8

Was haben sie sich nur vor der Übernahme gedacht?

Die Klagen waren doch schon in Vorbereitung und da übernehmen sie noch so einen Konzern, wo sie doch wissen wie die Klagen und die Schadenshöhen in den USA geregelt sind !!! :-(((

Da regen die sich über die exDDR auf !!! :-(((

Da bekamen wohl so manche große Boni ???

01.06.2019 11:37 Jürgen Förster 7

@6, Danke, so ist es.
Bei näherer Betrachtung tauchen bei fast sämtlichen großen globalen wie nationalen Konzernen, Banken, Internetfirmen, Ratingagenturen etc. die gleichen Fondsverwalter im Hintergrund auf.
Sie sichern sich mit Armeen von Anwälten, Steuerexperten, Informatikfachleuten und Lobbyisten eine wirtschaftliche und politische Machtposition die man gar nicht überschätzen kann.

01.06.2019 02:12 Querdenker 6

@Jürgen Förster 4

Daher hier eine Ergänzung zu meinem Beitrag davor:

siehe „sueddeutsche Bei Bayer und Monsanto reden auf beiden Seiten dieselben Investoren mit“

Zitat: „Blackrock etwa ist mit sieben Prozent Anteil der größte Aktionär bei Bayer - und mit 5,75 Prozent die Nummer zwei bei Monsanto.“

Zitat: „In Wirklichkeit gehören sie schon jetzt weitgehend denselben amerikanischen Finanzinvestoren.“

BlackRock ist eine sehr mächtige Fondsgesellschaft mit Sitz in den USA.

31.05.2019 22:02 heribert54 5

@2 Querdenker: Da bin ich voll Ihrer Meinung. Eigentlich fehlt nur noch die Zusage der Bundesregierung ein paar millionen Euro an Bayer zu zahlen, damit der Konzern am Leben erhalten wird. Mal sehen, was noch passiert.

31.05.2019 21:52 Jürgen Förster 4

@2;
Bayer mag auf dem Papier ein deutscher Konzern sein. Das Sagen haben hier wie bei Monsanto die gleichen Großaktionäre, wie z.B. Blackrock, Vangard u.s.w.
Diese entscheiden und verdienen an solchen Übernahmen genauso wie an steigenden und fallenden Kursen.
(vgl. W. Rügemer, Die Kapitalisten des 21. JH)

31.05.2019 21:45 Sabrina 3

Auffällig ist, dass diese Klagewelle erst begann, als Monsanto von Bayer geschluckt wurde.

So geht Wirtschaftspolitik !

Bayer ist durch die Prozessforderungen faktisch pleite.

31.05.2019 18:55 Querdenker 2

Das Monsanto „toxisch“ ist, konnte man schon vor der Übernahme durch Bayer wissen.

Jetzt muss ggf. ein deutscher Konzern für die Umweltschäden eines US-Konzerns aufkommen.

Die Amerikaner sind die „Globalisierungsweltmeister“, da können deutsche Konzerne noch was lernen. Die Kosten für Umweltschäden werden ins Ausland ausgelagert.

Vor Gericht hat eine deutsche Firma in den USA auch weniger zu erwarten.

Eigentlich nichts Neues, kennt man auch schon aus der Finanzkrise.

siehe „n-tv 10 Jahre nach der Lehman-Pleite : Das sind die nächsten Crash-Kandidaten“

Zitat: „Die Banken zerstückelten diese Ramschhypotheken erst, schnürten sie dann zu neuen Paketen zusammen und verkauften sie scheibchenweise in alle Welt. ...“

Die Frage ist nur, wie stark Monsanto „toxisch“ ist.

31.05.2019 18:21 Gerd Müller 1

Ein Konzern der Pleite gehen wird. Ich würde die Manager überprüfen die es eingefädelt haben Monsanto zu kaufen.
Ob da alles mit rechten Dingen zugegangen ist, mag ich zu bezweifeln.