Flagge der Republik Mazedonien
Flagge der Republik Mazedonien: Nord-Mazedonien soll die frühere jugoslawische Teilrepublik künftig heißen. Bildrechte: IMAGO

"Nord-Mazedonien" Griechenland und Mazedonien beenden Namensstreit

25 Jahre hatten Griechenland und Mazedonien um den Namen der einstigen jugoslawischen Teilrepublik gestritten. Nun wurde ein Kompromiss erzielt. "Nord-Mazedonien" soll Griechenlands nördlicher Nachbar künftig heißen und sich damit von der nordgriechischen Region "Mazedonien" unterscheiden. Der Beitritt zu EU und NATO rückt damit in greifbare Nähe.

Flagge der Republik Mazedonien
Flagge der Republik Mazedonien: Nord-Mazedonien soll die frühere jugoslawische Teilrepublik künftig heißen. Bildrechte: IMAGO

Der Namenstreit zwischen Griechenland und der Republik Mazedonien ist nach einem Vierteljahrhundert beigelegt. Wie der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev am Dienstagabend in Skopje mitteilte, soll die ehemalige jugoslawische Teilepublik künftig Republik Nord-Mazedonien heißen. Zuvor hatte bereits der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras die Einigung verkündet, ohne allerdings den neuen Namen zu benennen.

Beitritt zu EU und NATO

Menschen demonstrieren mit der griechischen Fahne in der Hand.
In Griechenland und Mazedonien wurde der Namensstreit von heftigen Massenprotesten begelitet. Bildrechte: IMAGO

Die Einigung mit Griechenland sichere seinem Land den Beitritt zu EU und NATO, erklärte Mazedoniens Regierungschef Zaev zufrieden. Griechenland hatte den bisherigen Staatsnamen seines nördlichen Nachbarn 25 Jahre lang beanstandet, weil er identisch mit der gleichnamigen griechischen Region Mazedonien war. Aus griechischer Sicht ist der Name Mazedonien Teil des griechischen Nationalerbes. Griechenland befürchtete, der Nachbar könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die gleichnamige nordgriechische Provinz erheben. Eine Zustimmung Athens zu einem EU- und NATO-Beitritt der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik erschien unter diesen Umständen kaum wahrscheinlich.

Tsipras spricht von "guter Lösung"

Griechenlands Regierungschef Tsipras bezeichnete den nun gefundenen Kompromiss als eine "gute Lösung". Alle Bedingungen Griechenlands bei der Namenswahl seien erfüllt worden, sagte er bei einem Treffen mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos. Tsipras und Zaev hatten sich in den vergangenen Monaten in dem Konflikt einander angenähert. Beide Regierungschefs sahen sich in ihren jeweiligen Ländern massiven Widerständen gegen eine Kompromisslösung ausgesetzt.

Vereinbarung noch nicht durch

Bevor allerdings die nun getroffene Vereinbarung umgesetzt werden kann, müssen ihr die Mazedonier in einem Referendum zustimmen. Auch die Parlamente in Mazedonien und Griechenland müssen die Übereinkunft ratifizieren. Tsipras erklärte, er werde die Abgeordneten aber erst dazu auffordern, wenn Mazedonien seine Auflagen erfüllt habe.

Von der Teilrepublik zur Republik Der Namensstreit hatte die Beziehungen zwischen Athen und Skopje spätestens seit 1991 schwer belastet, als sich die ehemalige Teilrepublik von dem zerfallenden Jugoslawien unabhängig erklärte und sich den Namen Mazedonien gab. 1993 wurde Mazedonien unter dem vorläufigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, englisch abgekürzt FYROM, Mitglied der UNO.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Juni 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2018, 20:22 Uhr

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1 Kommentar

12.06.2018 21:59 Europäer 1

Ich finde diese Nachricht erstmal gut. Ich hoffe das dieser Streit endlich beigelegt wird im Interesse beider Länder. Und wenn Jemand diesen Streit Lächerlich findet, dann hat Derjenige keine Ahnung von der älteren und jüngeren Geschichte dieser Region. Arroganz ist hier fehl am Platze.