Marinesoldaten der USA und ein amphibischer, gepanzerter Truppentransporter nehmen an einer Landeübung teil.
Nato-Übung in Litauen (Archivbild) Bildrechte: dpa

Schnelle Truppen Nato rüstet weiter auf

Die Nato sieht die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin als unberechenbar an und rüstet deshalb weiter auf. Merkel dämpft derweil die Erwartungen der Allianz, Deutschland werde deutlich mehr investieren.

Marinesoldaten der USA und ein amphibischer, gepanzerter Truppentransporter nehmen an einer Landeübung teil.
Nato-Übung in Litauen (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Nato-Staaten wollen bis 2020 die Reaktionsfähigkeit ihrer Truppen erhöhen. Je 30 Einheiten von Heer, Luftwaffe und Marine sollen so trainiert und ausgerüstet werden, dass sie im Fall einer Krisensituation innerhalb von 30 Tagen einsatzbereit wären. Das bestätigte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch.

Insgesamt könnte es um rund 30.000 Soldaten, 300 Flugzeuge und mindestens 30 Kriegsschiffe oder U-Boote gehen. Eine hohe Einsatzbereitschaft sei in einer unberechenbarer gewordenen Welt unerlässlich, sagte Stoltenberg. "Wir müssen für das Unvorhergesehene gewappnet sein."

Deutsche Beteiligung unklar

Mit wie vielen Einheiten sich Deutschland an der Initiative beteiligt, ist nach Angaben aus dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin noch unklar. Die Detailplanung sollen in den nächsten Monaten folgen, hieß es.

Hintergrund der Nato-Aufrüstung ist die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. Vor allem östliche Bündnispartner fühlen sich bedroht, seit sich Russland 2014 die Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibt hat.

Deutschland will Wehretat nur gering aufstocken

Auf eine übermäßig starke finanzielle Beteiligung Deutschlands an den Aufrüstungsplänen kann die Nato indes nicht setzen. Diese Hoffnung der Alliierten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gebremst. "Wir können sagen, dass wir jetzt als politisches Bekenntnis sozusagen 2025 1,5 Prozent erreichen können", sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. Derzeit überweist Deutschland 1,2 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts an die Nato.

Die nun von Merkel angekündigte Steigerung ist sehr viel weniger, als etwa US-Präsident Donald Trump fordert. Auch EU-Partner wie Frankreich oder Polen pochen auf eine erhebliche Anhebung des deutschen Wehretats auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Juli dürfte dies Thema auf dem Nato-Gipfel werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juni 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2018, 16:38 Uhr

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15 Kommentare

08.06.2018 10:50 Bingo 15

NATO erhöht,Putin senkt Rüstungsausgaben ,bestimmt eine "übele Falle der Russen".

07.06.2018 20:17 f 14

Wie steht heute in der LVZ, dass sie die Straßen so ausbauen wollen, dass darauf schwere Militärtechnik rollen kann ohne dass die Straßen kaputt gehen.

Für normale Straßen kaum Geld da, alles marode, aber dafür ist Geld da !!! :-(((

07.06.2018 17:23 D.o.M. 13

Raus aus der NATO!

07.06.2018 15:02 Ullrich 12

@artep
Und weil und die Entwicklung in Polen nicht passt holen wir uns Pommern und Schlesien zurück? Leben ja noch Nachfahren und deutsche in diesen Gebieten! Du merkst schon wie verrückt dein Argument ist!

07.06.2018 13:41 Artep 11

#ullrich: schon vergessen? In der Ukraine gab es einen putsch. Die dortige jetzige Regierung ist so erst an die macht gekommen. Das verändert die Lage vollkommen.

07.06.2018 12:57 Werner 10

Der Unbeliebtheitsgrad wäre wieder enorm gewesen, und hätte noch mehr Leute aufgescheucht.

07.06.2018 09:50 Ludwig 9

Unsere Politiker und auch die Regierung fordern doch immer, aus der Deutschen Geschichte, insbesondere 2. WK, zu lernen und nicht zu vergessen. Also erinnern wir uns an 50 Millionen Tote, davon mindestens 20 Millionen Russen. Und erinnern wir uns daran, wie es ausging, wie Deutschland nach dem 2. WK aussah. Meine Lehre daraus heißt: Keine Konfrontation mit Russland! Sondern gerade wir Deutschen sollten immer deeskalierend auftreten und wirken.

07.06.2018 08:33 Ullrich 8

Was hier einige über Russland und die Krim schreiben ist völliger Unfug und billige russische Propaganda! Russland hat das ukrainische Staatsgebiet, inklusive Krim, in den 90ern völkerrechtlich anerkannt! Dafür hat die Ukraine auf Kernwaffen verzichtet! Insoweit ist es völkerrechtlich eine Annexion gewesen. Da kann es keine zwei Meinungen geben!
Im Übrigen würde das Vorgehen Russland auf der Krim im Umkehrschluss bedeuten, dass wenn Deutschland (militärisch unterstützt) eine Abstimmung in Schlesien und Pommern (inkl Königsberg) durchführen würde und im Ergebnis die Gebiete wieder der Bundesrepublik einverleiben würde. Das wäre dann ja für unsere Russland Freunde in Ordnung! Der Schutz gegen Russland scheint wieder eminent wichtig zu werden, da diese sehr aggressiv auftreten.

07.06.2018 07:19 peter 7

Lächerlich, dass von Putin eine Bedrohung ausgeht!
Es wird natürlich nur ein Grund gesucht, mehr Waffengerät zu produzieren!
Das war schon immer so. Mit Kriegsgerät kann ordentlich verdient werden!
Den ganzen Schrott braucht kein Mensch!!!

07.06.2018 04:59 ein schon länger in Deutschland lebender 6

"Mit wie vielen Einheiten sich Deutschland an der Initiative beteiligt, ist nach Angaben aus dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin noch unklar."

das glauben sie doch selber nicht, das einzigste was unklar ist, wie und wann verkaufe ich das dem Wahlvolk.