Berliner Klinikum Charité Nawalny auf dem Weg der Besserung

Nach der Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Nawalnys durch ein Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe geht es Nawalny inzwischen etwas besser. Zuvor hatten Labore aus Frankreich und Schweden die Vergiftung mit dem Kampfstoff bestätigt. Russland wurde einmal mehr aufgefordert, sich zu den Vorgängen zu erklären.

Der Oppositionsaktivist Alexei Nawalny spricht vor einer Kundgebung zur Unterstützung politischer Gefangener in Moskau. 2019
Der russische Oppositionelle Nawalny wurde vermutlich am Ende einer Wahlkampfreise vergiftet. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Dem russischen Kremlkritiker Alexej Nawalny geht es besser. Das teilte das Berliner Universitätsklinikum Charité mit. Demnach müsse Nawalny nicht mehr beatmet werden und könne sein Krankenbett zeitweise verlassen. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, und er werde zunehmend mobilisiert, so das Berliner Klinikum Charité.

Weitere Labore bestätigen Vergiftung

Derweil haben weitere Labore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache festgestellt. Das teilte die Bundesregierung am Montag mit, die zuvor die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) eingeschaltet hatte.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: "Die Ergebnisse dieser Überprüfung durch Speziallabore in Frankreich und Schweden bestätigen den deutschen Nachweis."

Diesen hätten nun neben noch laufenden OPCW-Untersuchungen drei Labore unabhängig voneinander erbracht. So bekräftige man die Forderung, "dass sich Russland zu den Geschehnissen erklärt".

Der 44 Jahre alte Nawalny wird seit mehr als drei Wochen in der Berliner Universitätsklinik Charité behandelt. Er war zuvor in einem Krankenhaus in Russland, nach dem er in Tomsk in Sibirien während der Rückreise von Kandidaten der Kommunalwahlen zusammengebrochen war.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. September 2020 | 10:30 Uhr

25 Kommentare

Anni22 vor 11 Wochen

Da Herr Nawalny angekündigt hat nach Russland zurück zu wollen, kann es so schlecht da nicht sein und irgendwie hat er entweder keine Angst vor den Staat oder er ist lebensmüde....

Breakpoint vor 11 Wochen

Die Universitätslabore der Charité konnten kein Nowitschok nachweisen, weil das einen Abgleich mit "Referenzsubstanzen" erfordert, die man dort nicht hat. Das "Speziallabor" der Bundeswehr/NATO hat dann das >>> neuartige, besonders starke (!) Nervengift der Nowitschok-Gruppe ... "entdeckt". Toll! --- Und dann gab das Bundeswehrlabor einen Teil "seiner" Proben an Speziallabore in Frankreich und Schweden, ... die den Befund bestätigen. Noch mal toll! --- Die viel spannendere Frage ist aber, ob die Laborproben, die von Herrn Nawalny im Krankenhaus von Omsk gezogen wurden, ebenfalls Spuren dieses (eigentlich schon im Mikrogrammbereich tödlichen) Nervengiftes enthalten. --- Und ja: Es ist sehr schön, dass sich Herr Nawalny auf dem Weg der Besserung befindet. 😎

alter dynamo fan vor 11 Wochen

Alle verharmloser und Putin mit seiner Machtelite Verteidiger hier in den Kommentaren müßten mal für eine Weile in Rußland leben . Ich hatte beruflich ein Jahr im Land zu tun . Was in den Staatsmedien an Propaganda über die freiheitlich westliche Wertegemeischaft oder der EU an Lügen berichtet wird ist haarsträubend . Es wird der Eindruck vermittelt der Westen das ist das Böse . Kritik an Putin und seiner Elite kommt nicht vor . Eine politische Elite in der Korruption zum Tagesgeschäft gehört . Der normale Bürger bei staatlichen Behörden oft Freiwild ist und die Gerichtsbarkeit im großen Rahmen häufig käuflich ist . Mir tut der normale Russe leid . Das Leben in Deutschland ist auch nicht das Paradies aber hundertmal besser als in Putins Reich!!!