Touristen auf einem Schlauchboot unterhalb des Aoraki Mount Cook in Neuseeland.
Touristen auf einem Schlauchboot unterhalb des Aoraki Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Bildrechte: imago images / Danita Delimont

Ab Oktober Neuseeland verlangt bald Eintrittsgebühr von Touristen

Mit 3,8 Millionen Touristen bei 4,9 Millionen Bewohnern stößt Neuseelands Infrastruktur an die Grenzen. Urlauber sollen deshalb "Eintritt" bezahlen. Rund 47 Millionen Euro für Natur und Erbe will der Staat so einnehmen.

Touristen auf einem Schlauchboot unterhalb des Aoraki Mount Cook in Neuseeland.
Touristen auf einem Schlauchboot unterhalb des Aoraki Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Bildrechte: imago images / Danita Delimont

Neuseeland verlangt künftig von Touristen eine Art Eintrittsgebühr. Wie das Umwelt- und Tourismusministerium des Pazifikstaats am Donnerstag in Rotorua mitteilte, müssen ab Oktober Urlauber bei ihrer Ankunft eine Gebühr von 35 Neuseeland-Dollar bezahlen. Das sind umgerechnet etwa 20,50 Euro. Auf diese Weise sollen pro Jahr zusätzlich rund 47 Millionen Euro in die Staatskasse fließen. Das Geld solle dem Umweltschutz und der Bewahrung des nationalen Erbes zugutekommen, hieß es.

Bald so viele Touristen wie Einwohner

Schroffe und steinige Nordwestküste am Tasmanischen Meer auf der Südinsel Neuseelands
Schroffe und steinige Nordwestküste am Tasmanischen Meer auf Neuseelands Südinsel. Bildrechte: dpa

Das im Südpazifik südöstlich von Australien gelegene Neuseeland hat nur 4,9 Millionen Einwohner. Im vergangenen Jahr besuchten allerdings 3,8 Millionen ausländische Touristen den Inselstaat. Unter ihnen waren auch 101.000 Deutsche.

Erwartet wird, dass spätestens 2025 die Marke von fünf Millionen Besuchern pro Jahr geknackt wird. Damit würden dann mehr Besucher nach Neuseeland kommen, als Menschen in dem Land leben. In jüngerer Zeit gab es zunehmend Klagen, dass die Infrastruktur des Landes auf derartige Besuchermassen gar nicht eingerichtet sei.

Sieben Milliarden Euro Einnahmen

Auf der anderen Seite ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Neuseeland. Schätzungen zufolge hängt jede zehnte Arbeitsstelle direkt oder indirekt vom Tourismus ab. 2017 lagen die Einnahmen daraus bei mehr als sieben Milliarden Euro.

Der Pazifikstaat mit seinen langen Küsten, seinen Fjorden, Hochgebirgen, Gletschern, Vulkanen und heißen Quellen sowie seiner üppigen und vielseitigen Vegetation gilt vor allem als Traumziel von Outdoor- und Abenteuertouristen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Mai 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2019, 16:16 Uhr

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4 Kommentare

17.05.2019 06:41 Zeitgeist 4

Im Mittelalter wurde in den deutschen Kleinstaaten auch an fast jeder Brücke zur Kasse gebeten. Was Neuseeland macht ist mir egal. Werde dort nie hinkommen.
Aber in der BRD zahlt der Reisende / Bürger entweder Maut auf der Straße, Betten - Steuer bei Übernachtungen, Kurtaxe oder auch eine Zweitwohnsteuer.

16.05.2019 19:58 H.E. 3

@ Mane
Es werden keine Eintrittsgelder in D bezahlt, aber seit ich mir denken kann wird in jedem Ferienort die Kurtaxe erhoben, was den Gemeinden zufließt.

16.05.2019 18:33 Morchelchen 2

Was soll man daran kritisieren? Diese Entscheidung ist absolut nachvollziehbar. Denn es ist direkt unglaublich, wie die Einwohner überhaupt mit der Touristenflut zurecht gekommen sind und weiterhin diesen Ansturm wuppen können.

16.05.2019 16:32 Mane 1

Könnte Deutschland auch machen.Die kommen auch noch dorthin um eine neue Einnahmequelle zu haben!