Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern
Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern Bildrechte: dpa

Nach Anschlag von Christchurch Neuseeland verbietet Sturmgewehre und halbautomatische Waffen

Knapp eine Woche nach dem Anschlag von Christchurch verbietet Neuseeland den Verkauf von Sturmgewehren und halbautomatische Waffen. Das Verbot gilt sofort, um das Horten von Waffen zu vermeiden. Ein entsprechendes Gesetz soll später folgen.

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern
Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern Bildrechte: dpa

Die neuseeländische Regierung will wegen des Anschlags auf zwei Moscheen in Christchurch den Verkauf aller Sturmgewehre und halbautomatischen Waffen verbieten. Wie Premierministerin Jacinda Ardern am Donnerstag sagte, trete das Verbot sofort in Kraft. Eine entsprechende Gesetzgebung durch das Parlament solle folgen.

Horten von Waffen befürchtet

Mit dem sofortigen Verbot wolle sie das Horten derartige Waffen verhindern, erklärte Adern. "Kurz gesagt, wird jede Art von halbautomatischen Waffen, die bei dem Terroranschlag am vergangenen Freitag benutzt wurde, in diesem Land verboten".

Regierung will Bürgern Waffen abkaufen

Die Premierministerin betonte, dass auch spezielle Teile, mit denen Gewehre zu militärischen Waffen aufgerüstet werden können, zukünftig unter das Verbot fallen sollen. Zudem werde von der Regierung ein Plan erarbeitet, um Waffen aus Privatbesitz der Bürger aufzukaufen.

Vor zwei Wochen starben im neuseeländischen Christchurch bei einem Angriff auf zwei Moscheen 50 Menschen. Der Täter handelte offenbar allein und mit rechtsextremen Motiv.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. März 2019 | 04:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2019, 05:59 Uhr

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6 Kommentare

22.03.2019 15:34 H.E. 6

@ Morchelchen
Sie haben völlig recht, daß Sie den Anschlag in Italien erwähnen und die Presse will es ja auch noch tun.
Aber was ich absolut abstoßend finde, daß noch FAST über jeden Sender von den neuseeländischen Frauen berichtet wird, die Kopftücher trugen obwohl sie keine Muslime sind.
Haben denn die Muslime bei uns die Kopftücher in Europa abgelegt, als die diversen Anschläge überall in europäischen Ländern vorgefallen sind aus Respekt unserer Kultur und Religion gegenüber? Ich kann mich nicht entsinnen!

21.03.2019 16:29 Morchelchen 5

Ist eine absolut nachvollziehbare Entscheidung. Halbautomatische Waffen sind nun wirklich nichts, was der Bürger daheim haben muss, egal, welcher Leidenschaft er hinsichtlich Waffen auch verfallen ist.
Nun überschlägt man sich mit Details zu diesem üblen Anschlag im fernen Neuseeland. Während der Vorfall in Italien hier nicht auftaucht, wo ein Migrant versucht hat, einen voll besetzten Schulbus in Brand setzte und so das Leben von 50 Kindern ganz bewusst in Gefahr brachte. Er hatte tatsächlich vor, diese Kinder verbrennen zu lassen als "Rache für die Ertrunkenen im Mittelmeer". Ist sowas keinerlei Berichterstattung wert, MDR?

[Eventuell berichten wir noch darüber. tagesschau.de liefert schon erste Informationen: https://www.tagesschau.de/ausland/italien-bus-schulkinder-103.html Mit freundlichen Grüßen, Ihre MDR.de-Redaktion]

21.03.2019 10:52 böse-zunge 4

Besitzer einer A-Lizenz müssen abgeben, E-Linzenz darf behalten - abgegebene Waffen werden mit Rückkauf entschädigt. Das Element ist hier die schnelle Entnahme aus der Bevölkerung.
Mit D nicht zu vergleichen, da selbst Pump-Rifle in .22lfb erlaubt bleiben - bei uns sind alle Vorderschaftrepetierer seit Erfurt raus. In NZL wir das mit Pest-Control (Ungezieferbekämpfung) gerechtfertigt.
Wie gesagt, nicht vergleichbar. D war ausdrücklich bei der Überarbeitung ein Beispiel in der Gesetzgebung. Wir können es dabei belassen - unsere Rüstungsbetriebe zielen eh auf Märkte jenseits unserer Grenzen (Saudi-Arabien z.B.)

21.03.2019 08:47 Afterburner 3

Für die Opfer kommt das zu spät.
Es ist wie immer in der Politik,es wird reagiert statt agiert.

21.03.2019 08:26 Skywalker 2

Die Voraussetzung für einen einwandfreien Artikel ist vorherige fundierte Recherche. Leider ist hier bereits die Überschrift fehlerhaft...denn der Besitz solcher Waffen ist weiterhin legal, lediglich der Neuerwerb wird verboten. Im übrigen ist es ein Trugschluss zu glauben, das Neuseeland dadurch sicherer wird. In unserem Nachbarland Österreich kann beispielsweise jeder unbescholtene Bürger ganz einfach ein Gewehr kaufen - ist die Alpenrepublik dadurch unsicherer als D? nein, das Gegenteil ist der Fall...

21.03.2019 07:27 H.E. 1

Das finde ich sehr gut, daß die Premierministerin in Neuseeland sofort die Waffengesetze stark verschärft hat.
Sie hat überhaupt eine sehr gute Figur gemacht nach diesem schrecklichen Vorfall. Eines hat mich allerdings enorm gestört und zwar die Anbiederung an den Islam indem sie ein Kopftuch trug, als sie die Islamgemeinde besuchte. Dies muß doch nicht sein!