Mit Blumen gedenken Passanten an einem provisorischen Denkmal in der Nähe der Al-Nur-Moschee den Opfern. Auf dem Schild steht "Das ist nicht Neuseeland".
Nach dem Anschlag mit 49 Toten und Dutzenden Verletzten steht Christchurch unter Schock. Bildrechte: dpa

Nach Terroranschlag Neuseeland will Waffengesetze verschärfen

Nach dem Terroranschlag von Christchurch will die neuseeländische Regierung die Waffengesetze verschärfen. Ein 28-jähriger Australier ist als Hauptverdächtiger angeklagt. Ihm wird vielfacher Mord vorgeworfen.

 Mit Blumen gedenken Passanten an einem provisorischen Denkmal in der Nähe der Al-Nur-Moschee den Opfern. Auf dem Schild steht "Das ist nicht Neuseeland".
Nach dem Anschlag mit 49 Toten und Dutzenden Verletzten steht Christchurch unter Schock. Bildrechte: dpa

Als Reaktion auf den brutalsten Anschlag in der jüngeren Landesgeschichte will Neuseelands Regierung die Waffengesetze verschärfen. Das sagte Premierministerin Jacinda Ardern. Der Hauptverdächtige habe Ende 2017 einen Waffenschein erhalten und die bei ihm gefundenen Schusswaffen teils legal erworben. Laut Ardern hat der 28-jährige Australier die Waffen allerdings manipuliert, um sie noch tödlicher zu machen.

Trotz extremistischer Äußerungen im Internet sei der Mann bislang nicht im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. Es werde geprüft, ob der Mann früher hätte auffallen müssen.

In Neuseeland gelten deutlich laxere Waffengesetze als in Australien. Ab 16 Jahren kann jeder Bürger nach einem Sicherheitskurs einen Waffenschein erhalten.

Anklage wegen vielfachen Mordes

Der mutmaßliche Haupttäter soll nach bisherigem Erkenntnisstand die Schüsse in den beiden Moscheen alleine abgefeuert haben. Gegen ihn wurde Anklage wegen vielfachen Mordes erhoben. Am 5. April soll er das nächste Mal vor Gericht erscheinen.

Neben ihm sind noch zwei weitere Verdächtige in Haft, deren Rolle bei dem Anschlag bisher nicht erläutert wurde.

Nach Polizeiangaben vergingen am Freitag vom ersten Alarm bis zur Festnahme 36 Minuten. Im Auto des Schützen fanden die Beamten auch zwei weitere Feuerwaffen und Sprengstoff. Die Ermittler vermuten zudem ideologische Verbindungen des Mannes nach Europa. Er sei 2016 und 2018 in mehreren Balkanstaaten gewesen. Auf Tatwaffen seien zudem Namen von Schlachten in Europa gegen die Araber oder die Osmanen geschrieben.

Karte von Christchurch in Neuseeland
Bildrechte: MDR

Elf Verletzte in Intensivbehandlung

Der mutmaßliche Rechtsextremist war während des Freitagsgebets in zwei Moscheen in Christchurch eingedrungen und hatte um sich geschossen. Dabei tötete er 49 Menschen. Nachdem der Mann die zweite Moschee verlassen hatte, konnte die Polizei ihn stoppen.

Insgesamt liegen noch 39 Menschen mit Schusswunden in verschiedenen Krankenhäusern der neuseeländischen Großstadt. Elf von ihnen befinden sich in Intensivbehandlung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2019, 09:57 Uhr