Nordkoreas Staatschef Kim und US-Präsident Trump
Nachdem es zunächst so aussah, als würden Nordkoreas Staatschef Kim und US-Präsident Trump aufeinander zugehen, sind die Fronten nun erneut verhärtet. Bildrechte: dpa

Gipfeltreffen vor dem Aus? Nordkorea droht Trump mit Absage

Erst probte Kim Jong Un die Annäherung an die Weltgemeinschaft. Jetzt droht er, das Treffen mit Trump abzusagen. Auch das für Mittwoch angesetzte Versöhnungsgespräch mit Südkorea fällt aus, weil sich Nordkorea von einem Großmanöver der südkoreanischen und der us-amerikanischen Luftwaffe provoziert fühlt.

Nordkoreas Staatschef Kim und US-Präsident Trump
Nachdem es zunächst so aussah, als würden Nordkoreas Staatschef Kim und US-Präsident Trump aufeinander zugehen, sind die Fronten nun erneut verhärtet. Bildrechte: dpa

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat mit einer Absage des historischen Gipfeltreffens mit US-Präsident Donald Trump gedroht. Hielten die USA weiter an der Kernforderung nach Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals fest, verzichte Nordkorea auf die Begegnung, hieß es aus nordkoreanischen Regierungskreisen.

Wenn die US-Regierung uns in die Enge treibt und einseitig fordert, dass wir Atomwaffen aufgeben, haben wir kein Interesse mehr an Gesprächen.

Kim Kye Gwan, Vize-Außenminister Nordkorea

Versöhnungsgespräch mit Nordkorea abgesagt

Historischer Händedruck zwischen Nordkoreas Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon
Ein großer Schritt in Richtung Annäherung war das Treffen von Nordkoreas Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon im April. Bildrechte: dpa

Zuvor hatte Nordkorea aus Verärgerung über ein Militärmanöver unweit seiner Grenze bereits das für Mittwoch geplante Versöhnungsgespräch mit Vertretern Südkoreas abgesagt. In Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wurde das jährlich stattfindende Großmanöver der südkoreanischen und amerikanischen Luftwaffe als bewusste militärische Provokation bezeichnet. Es untergrabe die Friedensbemühungen und guten Absichten des Nordens.

Bei dem Treffen am Mittwoch in Panmunjom in der entmilitarisierten Zone sollten ranghohe Vertreter beider Länder über weitere Schritte hin zu einem Friedensvertrag beraten. Südkorea bedauerte die Absage. Das Verteidigungsministerium des Landes forderte dazu auf, so früh wie möglich Gespräche zu führen, die dem Frieden und dem Wohlstand auf der Halbinsel dienten. Südkorea sei bereit, die gemeinsame Erklärung vom 27. April umzusetzen.

Weißes Haus reagiert zurückhaltend

Das Weiße Haus reagierte zurückhaltend auf die Nachricht aus Pjöngjang und sieht keinen Grund für eine Verschiebung oder Absage des Treffens im Juni - zumal sich das Verhältnis zwischen beiden Atommächten und den koreanischen Nachbarstaaten zuletzt deutlich entspannt hatte.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte, die Militärübungen seien lange angekündigt gewesen, es handele sich um regelmäßige Frühlingsmanöver. Diese seien seit Jahrzehnten defensiver Natur und dienten dazu, Südkoreas Verteidigungsfähigkeit zu sichern.

Erste Schritte der Annäherung im April

Nordkoreas Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon hatten Ende April bei einem Gipfeltreffen erklärt, den seit sieben Jahrzehnten währenden Kriegszustand noch in diesem Jahr beenden zu wollen. Die Entspannung in den vergangenen Monaten wurde möglich, weil sich Nordkorea grundsätzlich zu einer atomaren Abrüstung bekannt hatte. Es hat angekündigt, sein Atomwaffen-Testgelände zwischen dem 23. und dem 25. Mai zu zerstören.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Mai 2018 | 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 06:51 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

12 Kommentare

16.05.2018 23:21 esSKaa 12

#10: Atze, korrekt.
#11: 007, im Kern tendenziell eher korrekt, aber die Wortwahl... Man hätte das Routinemanöver locker auch später abhalten können. Oder mal ein Jahr gar nicht. Nun ja, Trump wollte mal den „Atomknopf“ zeigen. Kim kann sich nicht vorführen lassen. Er muss aus innenpolitischen Gründen stark bleiben. Man hätte ihn bei den anberaumten Gesprächen besser mit einem goldenen Händedruck in den vorzeitigen Ruhestand geschickt.

16.05.2018 21:16 007 / Merkel muss weg! 11

Nordkorea hat in diesem Punkt zweifelsfrei recht. Das koreanische Volk will sich näher kommen u abrüsten, sich entspannen. Und was machen die Amis? Manöver vor der Haustür Nordkoreas. Diese aggressive US außenpolitische Kriminalität ist pervers u zu verabscheuen. Jederzeit zu einen Waffengang bereit u ständig auf Krawall gebürstet. Ich geben zwar ungern Kim Jong Un recht, aber, es ist auf seiner Seite. Sein Land wird permanent von den Friedenstiftern USA bedroht. Genau wie Russland von der Nato ...

16.05.2018 18:10 Atze 10

@Wessi 7:
" Schadenfreude"
Ehrlich, das greift zu kurz.
MfG

16.05.2018 13:46 Atze 9

Man hat das Gefühl, es gab nur zeitlich einen kleinen Fortschritt, besonders während der Olympischen Spiele in Seoul. Die Welt freute sich und staunte und nun kommt der Rückfall. Für Trump ist die Welt eine Spielwiese. MfG

16.05.2018 12:27 OHNEWORTE 8

Nun mal zum normalen Mitdenken...... ,wer wirklich den Prozess des Friedens in Korea foerdern will , stellt sein Verhalten entsprechend um und rasselt nicht gerade im guten Moment weiter mit dem Saebel....
Amerika braucht keine friedlich miteinander lebende Partner,die kann er nicht kontrollieren ,die lassen sich nicht manipulieren. Amerikas Politik basiert auf Unruhen in der Welt .

16.05.2018 10:45 Wessi 7

Schadenfreude.Kim verhält sich genauso unberechenbar, wie der Twitter-King in Washington.Er sagt halt "Nordkorea first".Da das Land nicht wirklich eine Gefahr darstellt, ist dem Mann im Weissen Haus so was nur zu gönnen.

16.05.2018 10:21 Fragender Rentner 6

Tja, wer von denen wird sich wohl nicht an mögliche Absprachen gehalten haben?

Da fallen mir immer die Worte von meinem Vater und was er zu den Politikern gesagt hat ein. :-)

16.05.2018 10:19 OHNEWORTE 5

Deutschland hat einen neuen US Botschafter , schon wird die Haltung der Deutschen zu den Amerikanern retouchiert .....Kritik ist nicht erwuenscht.

16.05.2018 10:13 Montana 4

Amerika kann nie still sitzen. Man will wohl einen Streit sonders gleichen vom Zaun brechen ?

16.05.2018 07:38 vtw 3

Wir als "westliche Wertegemeinschaft" bringen es einfach nicht fertig die Füße für ein paar Monate still zu halten um in einem geordnetem Spitzengespräch die Möglichkeiten der Friedenssicherung zu sondieren. Nein wir müssen ein Militärmanöver durchfühen und damit wieder sticheln.