Sitz der Organisation für das Verbot chemischer Waffen OPCW in Den Haag
Laut Organisation für das Verbot Chemischer Waffen wurde im Februar in Syrien Chlorin wahrscheinlich als Waffe eingesetzt. Bildrechte: dpa

Organisation für das Verbot Chemischer Waffen Im Februar Giftgas in Syrien freigesetzt

Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen hat den Einsatz von Giftgas in Syrien Anfang Februar bestätigt. Es handle sich um Chlorgas, das wahrscheinlich als Waffe eingesetzt worden sei.

Sitz der Organisation für das Verbot chemischer Waffen OPCW in Den Haag
Laut Organisation für das Verbot Chemischer Waffen wurde im Februar in Syrien Chlorin wahrscheinlich als Waffe eingesetzt. Bildrechte: dpa

In Syrien ist Anfang Februar giftiges Chlorgas freigesetzt worden. Das ist nach Angaben der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen OPCW das Ergebnis einer Erkundungsmission in Sarakeb. Sie habe ergeben, dass in der Stadt am 4. Februar aus Zylindern Chlorgas freigesetzt worden sei. Das Gas sei "wahrscheinlich als chemische Waffe eingesetzt worden", resümierten die Experten.

Zwei Chlorgas-Gefäße identifiziert

Die Organisation verweist auf zwei Zylinder, die zuvor Chlorgas enthalten hätten. Außerdem führt sie Zeugenaussagen und Umweltproben mit ungewöhnlichen Chlorgas-Vorkommen an sowie die Zahl der Menschen, die am 4. Februar mit Symptomen in medizinischen Einrichtungen Hilfe suchten, die auf Chlorgas und anderen toxische Chemikalien zurückzuführen sind.

Syrische Aktivisten hatten im Februar Luftangriffe der Regierungstruppen in Sarakeb gemeldet. Danach seien elf Menschen mit Atemwegsbeschwerden behandelt worden. Auch in den darauffolgenden Wochen war Syrien beschuldigt worden, mehrfach Giftgas eingesetzt zu haben.

Die OPCW überwacht die Einhaltung der Chemiewaffen-Konvention, die die Produktion, den Besitz und den Einsatz chemischer Waffen verbietet. 192 Staaten sind dem Vertrag beigetreten und damit Mitglied der Organisation, darunter auch Syrien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Mai 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 13:06 Uhr

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7 Kommentare

17.05.2018 10:15 Fragender Rentner 7

Wie stand heute in der LVZ, das ein Behälter garnicht explodiert sei aber etwas ausgeströrmt sei von einem oder dem Gas.

Aber keine Auskunft über die Herkunft der Behälter.

16.05.2018 20:37 OHNEWORTE 6

Was mich immer wundert ....es werden Ergebnisse praesentiert ,ohne dass neutrale Wissenschaftler diese zu Gesicht bekommen. Bei einem Abwurf solcher Dinge aus einem Flugzeug muessen eindeutige Deformationen zu sehen sein,Chlorgas breitet sich nach der Freisetzung in gasfoermigen Zustand senkrecht aufsteigend aus ..... es sei denn man leitet es durch die Kanalisation mit einem Geblaese ,dann erreicht es eine breite Wirkung an den Austrittstellen..... Das wissen ABC Einheiten der DDR aus Schulungen ,weil das Chlorgaskampfmittel auch in Bitterfeld vorproduziert in Einzelsubstanzen,die dann in einem speziellen Labor zum Kampfmittel vervollstaendigt wurden .

16.05.2018 15:40 Fragender Rentner 5

@Peter zu 3

Du warst wohl mit in Syrien an dem Tag und hast gesehen wer da etwas behauptet? :-(

Wie ging mal ein Sprichwort: Es war nur nur die Red davon. :-)

16.05.2018 15:24 Fragender Rentner 4

Zitate von Oben:
- Es handle sich um Chlorgas, das wahrscheinlich als Waffe eingesetzt worden sei.
- Die Organisation verweist auf zwei Zylinder, die zuvor Chlorgas enthalten hätten.

Und wer hat sie wahrscheinlich eingesetzt, dass konnten sie wohl nicht heraus finden?

Wenn man sie abwirft, gehen die da nicht entzwei oder bekommen Beulen?

Ja wann zuvor war da das Gas drin?

16.05.2018 15:03 Peter 3

Nun ist´s amtlich, Giftgas wurde eingesetzt.
Auch wenn es die Fachleute nicht sagen dürfen, man kann eins und eins zusammenzählen.
Am Tage des Bombardements durch Assad-Truppen wurden Zivilisten durch Giftgas verletzt.
Nun ist Assads Schutzmacht am Zug. Ich habe allerdings wenig Hoffnung, dass Putin dem syrischen Kriegsverbrecher auf die Finger haut.

16.05.2018 12:33 vtw 2

ich finde es wieder schwach von den mdr Redakteuren, dass als Hintergrund zum Thema eine
Meldung von 2017 plaziert wird.
Ich verweise auf den mdr Meldung vom 08.04.2018 über Ost-Gotha - oder verläuft die Recherche zu dieser Meldung im Sande ?

16.05.2018 11:40 R.W. 1

DIE WELT 04.09.2015
Zitat:" Bundeswehr muss Kurden auf Chemiewaffen vorbereiten. Nach mehreren Angriffen ist klar. Der Islamische Staat hat Chemiewaffen. Geheimdiensten ist das Risiko schon lange bekannt. Jetzt wird auch die Ausbildung der Peschmerga-Kämpfer darauf ausgerichtet". Warum bleibt diese Tatsache immer verschwiegen.

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