Ein Chor singt bei der Ankunft des Rettungsschiffs "Open Arms" auf der italienischen Insel Lampedusa.
Unterstützer begrüßten das Rettungsschiff "Open Arms" im Hafen von Lampedusa mit Gesang. Bildrechte: Friedrich Bungert/-/dpa

Flüchtlingsdrama beendet "Open Arms" im Hafen von Lampedusa

Nach knapp drei Wochen auf See durfte das Rettungsschiffs "Open Arms" mit Dutzenden Flüchtlingen an Bord nun doch in den Hafen von Lampedusa einlaufen. Ein italienisches Gericht hatte die Blockade beendet.

Ein Chor singt bei der Ankunft des Rettungsschiffs "Open Arms" auf der italienischen Insel Lampedusa.
Unterstützer begrüßten das Rettungsschiff "Open Arms" im Hafen von Lampedusa mit Gesang. Bildrechte: Friedrich Bungert/-/dpa

Das spanische Rettungsschiff "Open Arms" ist in der Nacht zum Mittwoch nach knapp drei Wochen auf dem Meer mit  89 verbliebenen Flüchtlingen in den Hafen von Lampedusa eingelaufen. Aktivisten begrüßten die Migranten mit Jubel und sangen das italienische Partisanenlied "Bella Ciao", als die Migranten an Land gingen.

Am Abend hatte die Staatsanwaltschaft im italienischen Agrigent die Beschlagnahmung und Evakuierung der "Open Arms“ verfügt. Staatsanwalt Luigi Patronaggio entschied das, nachdem er zusammen mit Ärzten die Lage an Bord als unzumutbar eingeschätzt hatte.

Ermittlungen gegen italienische Behörden

Rettungsschiff 'Open Arms' im Hafen von Lampedusa
Die "Open Arms" durfte in der Nacht zum Mittwoch im Hafen von Lampedusa anlegen. Bildrechte: dpa

Bereits am Dienstag waren acht Flüchtlinge und ein Mitarbeiter der Crew aus medizinischen Gründen von Bord geholt worden. Mehrere Migranten sprangen ins Meer und versuchten, ans Ufer zu schwimmen.

Die Staatsanwaltschaft nahm im Zusammenhang mit der Blockade der "Open Arms" Ermittlungen wegen Geiselnahme auf. Sie ermittelt zudem wegen unterlassener Hilfeleistung durch Behördenvertreter.

Streit um europäische Asylpolitik hält an

Ein Mann winkt, nachdem er mit dem Rettungsschiff "Open Arms" auf der italienischen Insel Lampedusa angekommen ist.
Erleichterte Flüchtlinge in Lampedusa. Bildrechte: dpa

Das spanische Rettungsschiff "Open Arms" hatte am 1. August 123 Menschen und später noch einmal 39 Menschen aus Seenot gerettet. Italien ließ zunächst Schwangere und Kranke an Land, später durften unbegleitete Minderjährige von Bord gehen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini verbot jedoch dem Schiff weiterhin, einen italienischen Hafen anzulaufen, obwohl sich mehrere europäische Länder zur Aufnahme der Flüchtlinge bereiterklärt hatten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. August 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 09:08 Uhr

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75 Kommentare

23.08.2019 13:30 Buergerx 75

@71Klaus: "Und man hat doch gesehen, wie sich die Flüchtlinge von der "Open Arms" freuen. Junge Leute, die mit Freude ihr neues Leben aufbauen wollen, die können wir auf jeden Fall gut gebrauchen." damit geben Sie ja zu, dass es Wirtschaftsmigranten sind respektive Ihnen deren Status eigentlich egal ist. Das Asylgesetz kennen Sie? Mir ist auch egal, Wer sich wo freut, es sind für mich Illegale und fertig. Und wer ist" wir"? Ich brauche diese Migranten jedenfalls nicht. Und Millionen Mitbürger denken genauso. Also sprechen Sie nicht immer für alle.

23.08.2019 13:25 Buergerx 74

@71Klaus: "Es ist auf jeden Fall gut, dass die italienische Justiz hier im Sinne des Rechtsstaates entschieden hat."
Rechtsprechung ist immer dem Zeitgeist unterworfen sowie der Sozialisation des juristischen Personals. Eine völlig wertfreie Rechtsprechung gibt es nicht. Und die Rechtssprechung kann sich auch mal ändern und Ihnen nicht mehr schmecken. Ich hoffe, Sie feiern dann den Rechtsstaat immer noch. Übrigens ist auch internationales Recht (z.B. das Seerecht) ist von Menschen gemacht und kann auch von diesen wieder geändert werden. Es ist kein Naturgesetz. Wenn Sie glauben in Zeiten von solcher Massenmigration bleiben nationale und internationale Gesetze so migrantenfreundlich, dann träumen Sie weiter. Ich bin fest überzeugt in den nächsten Jahren steigt das erste Land aus der Flüchtlingskonvention aus. Wahrscheinlich ein nicht sehr bedeutender Staat aber weitere werden folgen.

23.08.2019 01:58 Buergerx 73

@39Klaus: "Und wer singt, der ist fröhlich und solche Leute können wir immer gut gebrauchen. Auf jeden Fall besser wie unsere Spaziergänger mit den Fackeln." Warum? Die Fackelträger singen doch auch. Sie wissen doch, wer singt, ist laut Ihrer Aussage automatisch gut zu gebrauchen.

23.08.2019 01:53 Buergerx 72

@39Klaus: "Das ist doch eher ein Zeichen der guten Integration, wenn die bereits jetzt schon italienische Lieder singen." Nein, es ist Verhöhnung, wer moralisch erpresst, kann sich unmöglich integrieren, ich heiße diese Leute im Gegensatz zu Ihnen jedenfalls nicht willkommen. Ich möchte nicht zu den Naivlingen gehören, die sich erpressen lassen.
" Und wer singt, der ist fröhlich und solche Leute können wir immer gut gebrauchen. Auf jeden Fall besser wie unsere Spaziergänger mit den Fackeln." Warum? Die singen doch auch manchmal beim Fackelhalten. Und unsere Spaziergänger sind halt Staatsbürger, genauso wie die Antifas mit Ihren Aufmärschen, Parolen und Gesängen und Staatsbürger müssen nicht integriert werden. Das ist oberkluges Linkspopulisten-Gelaber, wenn man keine Argumente mehr hat.

22.08.2019 18:35 Klaus 71

@ { 22.08.2019 13:02 aus Dresden }
Das ist richtig. Man muss ja nur bedenken, dass die Niederlande eine fast doppelt so hohe Einwohnerdichte wie Deutschland hat.
Es ist also noch viel Platz bei uns.
Und man hat doch gesehen, wie sich die Flüchtlinge von der "Open Arms" freuen. Junge Leute, die mit Freude ihr neues Leben aufbauen wollen, die können wir auf jeden Fall gut gebrauchen.
Es ist auf jeden Fall gut, dass die italienische Justiz hier im Sinne des Rechtsstaates entschieden hat.

22.08.2019 18:07 Johny 70

Die italienische Tageszeitung "Il Giornale" hat ein ebenso bizarres wie aussagekräftiges Video veröffentlicht, aufgenommen von der italienischen Küstenwache, das die spanische NGO Open Arms als "Seenotretter" mehr als nur in Frage stellt: Gerettete, die sich angeblich wegen der aussichtslosen und angespannten Lage an Bord plötzlich über die Reling ins Meer stürzten, immerhin ausgestattet mit orangen Schwimmwesten. Ein "Open Arms" Schlauchboot fuhr den schwimmenden Migranten hinterher, holte diese ein und nahm sie auf. Im Wissen aber, dass die italienische Küstenwache sich bereits auf den Weg gemacht hatte, um die über Bord Gesprungenen zu retten, ließen die zwei NGO-„Seenotretter“ die Migranten danach gleich nochmal ins Wasser fallen und dort allein zurück - Der Grund fürs zweite Wasserbad: Wären die Migranten auf dem Open Arms-Schlauchboot aufgegriffen worden, hätten sie von der Küstenwache zurück aufs NGO-Schiff gebracht werden müssen.

22.08.2019 13:02 aus Dresden 69

@55 Peter
die genannten Zahlen sind eine extreme Untertreibung, nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Vergangenheit (z. B. 1177 v. Chr, 1492 n. Chr.)
Alle nur ein wenig Informierten kennen hier den Abschlussbericht: "Study on the Feasibility of Establsihing a Mechanism for the Relocation of Beneficiaries of International Protection - JLX/2009/ERFX/PR/10052" der European Commission, Directorate-General Home Affairs vom Juni 2010, der auf S. 16-1 eine mögliche Gesamtbevölkerung von 274,5 Mio für Deutschland nennt.

22.08.2019 12:36 Mane 68

Wer nimmt die Bürger auf?

22.08.2019 12:17 sh 67

@56 Klaus, "Ich zahle genug Steuern, da darf ich auch erwarten, das dafür etwas sinnvolles gemacht wird" Ich muss Ihnen Recht geben. Und warum aber sollen wir Steuerzahleneden dann die Suppe auslöffeln, die uns die Waffenlobby mit der unterstützenden Regierung einbrockt? Nicht die Europäische Bevölkerung ist dafür zuständig und hier sind Ihnen wohl die Zusammenhänge nicht klar? Sinnvolle Dinge, unsere Steuermittel zu verwenden gibt es in Massen, da müssen wir nicht zusätzlich welche schaffen. Gestern kam im mdr, das wir in Dresden keine Schule haben, die sich um die Betreuung von gehörlosen Kinder kümmert und man ist auch nicht bereit, dafür etwas zu tun. Aber uns um die halbe Welt zu kümmern, da ist genug Geld da, verstehen Sie was wir hier eigentlich zu tun hätten, auch ohne erzwungene "Rettungsaktionen"?

22.08.2019 10:45 Mane 66

Hauptsache ,das Schiff wird beschlagtnahmt.