Paris: Ein Teilnehmer einer Demonstration der «Gelbwesten» geht über eine verrauchte Straße während des Protests in Paris.
Ein Gelbwestenprotestler am Samstag in Paris in einer Tränengaswolke. Bildrechte: dpa

Frankreich Unruhen und Tränengas bei Gelbwesten-Protesten

Den neunten Samstag in Folge sind in vielen Städten Frankreichs Demonstranten in gelben Westen auf die Straßen gegangen, die meisten davon in der Haupstadt Paris und in Bourges. Es gab Unruhen und viele Festnahmen.

Paris: Ein Teilnehmer einer Demonstration der «Gelbwesten» geht über eine verrauchte Straße während des Protests in Paris.
Ein Gelbwestenprotestler am Samstag in Paris in einer Tränengaswolke. Bildrechte: dpa

Bei den Protesten der so genannten Gelbwesten in Frankreich ist es am Samstagnachmittag zu Unruhen gekommen. Laut Polizei warfen in Paris einige Demonstranten in der Nähe des Triumphbogens Steine und Flaschen auf Beamte. Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas und Wasserkanonen eingesetzt.

Auch in anderen Städten hatten sich Gelbwesten versammelt. In der zentralfranzösischen Stadt Bourges sei der Protest überwiegend friedlich abgelaufen. In Rouen griffen Demonstranten nach Angaben der Zeitung "Le Figaro" ein Team von Journalisten an, ein Sicherheitsmann liege im Krankenhaus. Landesweit beteiligten sich am Samstag nach Angaben des Innenministeriums rund 84.000 Menschen an den Demonstrationen, es gab 244 Festnahmen.

Erstmals auch Gelbwesten in London auf der Straße

Demonstranten in gelben Warnwesten gehen bei einem Protest durch Paris
Demonstranten in Paris. Bildrechte: dpa

Im südfranzösischen Nîmes gab es ebenfalls Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und "Gelbwesten". Mehrere Menschen erlitten dabei Verletzungen. Seit Mitte November demonstriert die Bewegung gegen die Spar- und Reformpolitik von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Dabei kam es immer wieder zu Randalen.

Erstmals gab es auch Gelbwesten-Proteste in London. Nach dem Vorbild der französischen Demonstrationen gingen nach Angaben einer Organisatorin bis zu 10.000 Menschen in der britischen Hauptstadt auf die Straßen. Sie forderten angesichts des Brexits ein Ende der Sparpolitik und eine Neuwahl.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Januar 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 16:43 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

15 Kommentare

14.01.2019 16:30 Fragender Rentner 15

Scheinbar weiß es niemand ob da schon Geld usw. in 2019 von den Versprechungen bei den Menschen in Frankreich angekommen ist?

14.01.2019 13:26 Frank 14

Frankreich ist ein Menetekel. Nicht nur beim Blick auf die Proteste der vergangenen Wochen, auch beim Blick auf den Umgang der politischen Klasse mit diesen Protesten. Wo in EU-Europa werden denn die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und deren Rechte als Souverän wirklich ernstgenommen? Man redet über die Errungenschaften der Demokratie. Aber von welcher Demokratie reden unsere Eliten hier eigentlich ? In den Medien offeriert man uns die parlamentarische Demokratie, klingt gut, meint aber die repräsentative Demokratie. Und was damit ursächlich erreicht werden sollte, machte der Autor großer Teile der amerikanischen Verfassung, James Maddison (1751-1836), unmissverständlich deutlich: "Die Minorität der Reichen muss vor der Majorität der Armen geschützt werden" und eine „repräsentative Demokratie“, durch die sich geeignete oligarchische Strukturen zur Sicherung der Eigeninteressen der „minority of the opulent“ etablieren lassen. Fordern wir endlich eine direkte Demokratie.

13.01.2019 09:58 Steffen Eisfeld 13

@ La Baguette
Das kommt dabei raus, wenn man 1:1 Meldungen anderer Presseagenturen auf seinem Portal veröffentlicht,ohne diese zu prüfen. Qualitätsjournalismus! Danke für ihren Hinweis auf
die Sichtweise der französischen Presse.

12.01.2019 22:31 Le Baguette 12

In Le Figaro steht aktuell etwas ganz anderes!
Deren Überschrift:
"moins de violences et plus de manifestants à Paris" (weniger Gewalt und mehr Teilnehmer in Paris)
darunter dann:
"les violences sont en fort recul" (Gewalt stark zurückgegangen)
und im Artikel selbst:
"Il y a certes eu, dans le sillage des «gilets jaunes», des dégradations (plusieurs scooters renversés et brûlés, des feux de poubelle sur les Champs-Élysées, une vitrine cassée boulevard Haussmann...). On a pu également observer que des personnes se réclamant de l'ultragauche se trouvaient bien «au contact» des forces de l'ordre. Mais les violences sont restées limitées."
(es gab kleinere Vorfälle, harte Gewalt nur von links-radikalen, die gezielt "den Kontakt" mit der Polizei suchten, Gewalt insgesamt eher Einzelfälle!).

12.01.2019 22:26 REXt 11

An@9 Peter, wo steht das ich Gewalt toll finde?

12.01.2019 22:19 Leopold Breuer 10

@REXt: Wenn es in Deutschland solche Proteste in der Form wie in Frankreich gäbe, würde ich fordern, dass diese Leute als "Kriminelle" und "Randalierer" bezeichnet werden. Solche Menschen haben den Boden der Demonstrationen und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung längst verlassen und dafür kann ich absolut kein Verständnis aufbringen, so berechtigt die Forderungen auch sein mögen. Gewalt hat hier absolut nichts zu suchen und kann niemals ein Mittel zur durchsetzung wie auch immer gearteter Forderungen sein! Ebenso ist die Blockade von mehreren Straßen über einen Zeitraum von Stunden nicht so günstig, da dadurch auch unbeteilite udn vor allem die Bürger in Mitleidenschaft gezogen werden. Leider gibt es keine Form des Protestes, der explizit die oberen Bevölkerungsgruppen behindert.

12.01.2019 21:19 Peter 9

@8 REXt: Es gibt doch tatsächlich Leute, die Gewalt auf der Straße toll finden.

12.01.2019 20:33 REXt 8

Gelbwestenprodeste auch in Brüssel, London, nur in D bleibt(noch) alles ruhig, aber davor hat die Elite ja auch berechtigter Weise Angst. Mal,sehen wann es n D soweit ist, ich freue mich drauf! Bin mal gespannt wie man die Demostranten dann nennt, „Aktivisten o. Konterrevolutionäre, Nazi,s o. Rechte. Fr. Wagenknecht hat vor dem Kanzleramt schon mal geübt!

12.01.2019 19:56 Leopold Breur 7

"Es wird eng für die Eliten dort unten" Mehr fällt Ihnen nicht ein?? Wie wäre es die Gewalttaten zu verurteilen? Gewalt kann NIEMALS ein Mittel sein. Daher kann ich die Gelbwesten-Proteste nicht gutheißen.

12.01.2019 19:54 Leopold Breuer 6

Auch, wenn ich die repräsentative Demokratie nicht unbedingt als Volks"Herrschaft" bezeichnen würde, denn wir wählen immer noch die LEute, die über uns herrschen, erwarte ich von jedem, dass er versucht seine Ziele auf sachlichem, gewaltfreien und Konstruktiven Weg durchzusetzen. Gewalt lehne ich prinzipiell ab und erwarte, dass die Gewalttäter hart bestraft werden. Zu den Forderungen möchte ich mir explizit kein Urteil erlauben, da ich aufgrund fehlender Referenzen (wie hoch sind z.B. die Lebenshaltungskosten bei vielen Franzosen im Vergleich zum Einkommen, wie sind die Gesetze...) nicht genau urteilen kann.