Großbritannien Johnsons Konservative gewinnen Parlamentswahl

Bei der Parlamentswahl in Großbritannien haben die Konservativen von Premier Johnson die absolute Mehrheit errungen. Damit ist der Weg frei für einen zeitnahen Brexit. Labour kündigte bereits Konsequenzen an.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson spricht bei Pressekonferenz nach Parlamentswahl.
Großbritanniens Premierminister Johnson bei einer Pressekonferenz nach der Parlamentswahl. Bildrechte: dpa

Die konservative Partei von Ministerpräsident Boris Johnson hat die Parlamentswahlen in Großbritannien gewonnen. Nach Auszählung aller 650 Wahlkreise haben die Tories 365 Sitze gewonnen und damit die absolute Mehrheit im Unterhaus. Das ist das beste Wahlergebnis der Konservativen seit drei Jahrzehnten. Die oppositionelle Labour-Partei stürzte dagegen ab. Sie holte nur 203 Sitze im Unterhaus.

Brexit rückt näher

Schon nach Bekanntwerden der ersten Prognosen forderte Johnson seine Anhänger zum Feiern auf und bezeichnete Großbritannien als "die großartigste Demokratie der Welt". Mit dem deutlichen Sieg rückt der EU-Austritt Großbritanniens näher. Johnson nannte den Wahlausgang ein "machtvolles Mandat" für seinen Brexit-Kurs.

Der Premierminister hatte im Sommer ein Austrittsabkommen mit der EU ausgehandelt, das im Parlament damals aber scheiterte. Mit der absoluten Mehrheit ist eine Bestätigung des Abkommens im Unterhaus und ein geplanter Brexit am 31. Januar 2020 nun sehr wahrscheinlich.

Corbyn deutet Rückzug an

Labour-Chef Jeremy Corbyn spricht über die Wahlergebnisse.
Labour-Chef Jeremy Corbyn hat einen möglichen Rückzug angedeutet. Bildrechte: dpa

Labour-Chef Jeremy Corbyn reagierte "sehr enttäuscht" und kündigte persönliche Konsequenzen an. Bei künftigen Wahlen werde er nicht mehr als Spitzenkandidat antreten. Corbyn hatte im Wahlkampf keine klare Position zum Brexit vertreten. Sein Kontrahent Johnson hingegen hatte für einen zügigen Austritt aus der EU geworben. Die dramatische Wahlniederlage von Labour dürfte aber auch mit den sehr niedrigen Beliebtheitswerten Corbyns in der Bevölkerung und seinem linksgerichteten Programm zu tun haben.

Schottische Nationalisten gewinnen und fordern Referendum

Die Schottischen Nationalisten verzeichneten ebenfalls Stimmengewinne. Laut den vorliegenden Endergebnissen kommen sie auf 48 der 59 Unterhaus-Sitze für Schottland. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon forderte ein neues Unabhängigkeits-Referendum für Schottland. "Boris Johnson mag ein Mandat haben, England aus der EU zu führen", sagt Sturgeon Sky News. "Er hat aber ausdrücklich kein Mandat, Schottland aus der EU zu führen. Schottland muss über sein Schicksal selbst bestimmen."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Dezember 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2019, 16:08 Uhr