Soldaten stehen vor einem Wahllokal an, um ihre Stimme abzugeben.
Soldaten geben bei der Parlamentswahl in Thailand ihre Stimme ab. Bildrechte: dpa

Erste Wahl nach Putsch Militärregierung liegt in Thailand vorn

Bei der Parlamentswahl in Thailand liegt das Lager der amtierenden Militärregierung vorn. Die Partei PPRP von Premierminister Prayut Chan-o-cha, der zugleich ranghoher Offizier ist, hat nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen einen Vorsprung von mehreren Hunderttausend Stimmen auf die größte Partei der Opposition. Das geht aus Zahlen der staatlichen Wahlkommission hervor. Genauere Zahlen werden erst in der Nacht zu Montag mitteleuropäischer Zeit veröffentlicht.

 Soldaten stehen vor einem Wahllokal an, um ihre Stimme abzugeben.
Soldaten geben bei der Parlamentswahl in Thailand ihre Stimme ab. Bildrechte: dpa

Bei der ersten Parlamentswahl in Thailand nach einem Militärputsch vor fünf Jahren liegt das Lager der amtierenden Militärregierung vorn. Laut Zahlen der staatlichen Wahlkommission hat die regierende "Palang Pracharath Party" (PPRP) nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen einen Vorsprung von mehreren Hunderttausend Stimmen.

Über die mögliche Sitzverteilung im Parlament machte die Wahlkommission keine Angaben. Sie verschob außerdem die Bekanntgabe des Endergebnisses von Sonntagabend auf Montagmorgen. Einen Grund dafür nannte sie nicht.

Keine Hochrechnungen oder Prognosen

Prognosen oder eigene Hochrechnungen des Fernsehens gibt es nicht. Es bleibt damit weiter unklar, ob sich General Prayut Chan-o-cha tatsächlich im Amt halten kann. Er war 2014 mit einem Putsch gegen eine demokratisch gewählte Regierung an die Macht gekommen. Der 65-Jährige ging als Spitzenkandidat PPRP in die Wahl.

Bei der Abstimmung werden insgesamt 500 Abgeordnete für das Repräsentantenhaus gewählt, dem Unterhaus des Parlaments. Im Oberhaus, dem Senat, hatte sich das Militär bereits ohne Wahl vorab alle 250 Sitze gesichert. Beide Kammern wählen den künftigen Premierminister gemeinsam. Für eine alleinige Mehrheit bräuchte Prayut noch 126 Mandate.

Ex-Regierungspartei liegt 500.000 Stimmen zurück

Dem Zwischenergebnis zufolge kam die PPRP auf mehr als 7,3  Millionen Stimmen. Pheu Thai um den ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra, den das Militär einst gestürzt hatte, lag bei etwa 6,8 Millionen. Es folgte die Partei Future Forward mit mehr als 5 Millionen Stimmen.

Frau gibt bei Parlamentswahl in Thailand Stimme ab
Insgesamt waren in Thailand mehr als 51 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Bildrechte: imago images / Kyodo News

Ursprünglich war erwartet worden, dass Pheu Thai aus der Wahl zum Repräsentantenhaus als stärkste Partei hervorgeht. Das Shinawatra-Lager hatte vor dem Putsch seit 2001 alle Wahlen in Thailand gewonnen.

Die Abstimmung war mehrfach verschoben worden. Die Militärregierung hatte Bedenken geäußert, dass die Vorbereitungen für die Wahl mit den Planungen für die vom 4. bis 6. Mai geplante Krönung von König Maha Vajiralongkorn kollidieren könnten.

Die Regierung hob erst im Dezember das Verbot politischer Betätigung auf, um Parteien den Wahlkampf zu ermöglichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Fernsehen | 24. März 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2019, 22:23 Uhr

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