Gruene-Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz (r) und Großrätin Natalie Imboden, Gruene-BE, freuen sich über ihr Ergebnis bei der Schweizer Nationalratswahl
Gruene-Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz (r) und Großrätin Natalie Imboden, Gruene-BE, freuen sich über ihr Ergebnis bei der Schweizer Nationalratswahl. Bildrechte: dpa

Parlamentswahlen Grüne legen in der Schweiz deutlich zu

In der Schweiz konnten die grünen Parteien bei der Parlamentswahl ein historisches Ergebnis einfahren und ein Fünftel der Wählerstimmen bekommen. Die linksgerichteten Grünen legten um sechs Punkte zu und erreichten 13,2 Prozent, die Grünliberalen erreichten 7,8 Prozent. Die rechtsgerichtete Schweizer Volkspartei verlor an Rückhalt, bleibt mit 25,6 Prozent aber stärkste Kraft.

Gruene-Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz (r) und Großrätin Natalie Imboden, Gruene-BE, freuen sich über ihr Ergebnis bei der Schweizer Nationalratswahl
Gruene-Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz (r) und Großrätin Natalie Imboden, Gruene-BE, freuen sich über ihr Ergebnis bei der Schweizer Nationalratswahl. Bildrechte: dpa

Bei den Parlamentswahlen in der Schweiz haben die grünen Parteien deutlich zugelegt. Laut offiziellem Wahlergebnis kommen die linksgerichteten Grünen auf 13,2 Prozent. Damit legten sie um sechs Punkte zu. Die Grünliberalen konnten ein Plus von drei Punkten einfahren und landeten bei 7,8 Prozent. Damit kommen die grünen Parteien auf ein Fünftel der Wählerstimmen. Grünen-Chefin Regula Rytz sagte im Fernsehen, sie sei vom Ergebnis überwältigt. Man könne fast von einem Erdrutschsieg sprechen.

Die rechtsgerichtete Schweizer Volkspartei (SVP) musste hingegen Stimmen einbüßen. Sie verlor vier Punkte, bleibt mit 35,6 Prozent aber stärkste Kraft. Die Sozialdemokratische Partei (SP) wurde zweitstärkste Kraft mit 16,4 Prozent.

Die Grünen erhalten im neuen Nationalrat 28 Sitze, die Grünliberalen erhalten 16 Mandate. Die SVP kommt auf 54 Sitze und die SP auf 39 Sitze. Außerdem erhält die rechtsliberale FPD 29 Sitze. Die Christlichdemokratische Volkspartei erreicht 25 Mandate.

Geprägt von der Klimadiskussion

Wahlurne: Gewählt werden in der Schweiz für eine vierjährige Legislaturperiode die Mitglieder beider Parlamentskammern, des Nationalrates (200 Sitze) und des Ständerates (46) Sitze.
Stimmabgabe in einem Wahllokal in Zug. Bildrechte: dpa

Das Meinungsforschungsinstitut GFS Bern wertete die Ergebnisse als "klar geprägt von der Klimadiskussion". 2015 habe die Flüchtlingskrise die Schlagzeilen dominiert.

Viele Wähler hatten ihre Stimme damals der einwanderungskritischen SVP gegeben. Die Verschiebung hatte sich in Meinungsumfragen bereits abgezeichnet.

Das Land mit rund 8,4 Millionen Einwohnern wird seit Jahrzehnten von den vier größten Parteien mit klarer Mitte-Rechts-Mehrheit regiert. Wahlberechtigt waren gut fünf Millionen Einwohner.

Im Bundesrat, der Regierung, sind seit 60 Jahren praktisch dieselben vier wählerstärksten Parteien vertreten. Die sieben Bundesräte teilen die Ministerien unter sich auf. Es ist üblich, dass sich ein starker Wählerzuwachs nicht gleich nach nur einer Wahl in der Regierung niederschlägt - was in diesem Fall für die Grünen zutreffen würde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Oktober 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 07:34 Uhr

17 Kommentare

Jens81 vor 3 Wochen

Die bösen Rechten sind in der Schweiz immer noch mit Abstand die klar stärkste Macht und haben nur ein paar Prozentpunkte verloren, das ist die Wahrheit, Jawoll!

der Uwe vor 3 Wochen

So einen ähnlichen Spruch habe ich letztmalig kurz nach der Volkskammerwahl ' 89 gehört.
...was die " Grünen" in der CH betrifft - Greta - Effekt ..!

RoTroBu vor 3 Wochen

Nachdem die SVP und ihr mit der Oelindustrie verbandelter Präsident, den menschgemachten Klimawandel noch immer bestreiten, wurde es Zeit das die Einsichtigen endlich Gehör verschaffen.