Mike Pompeo
Mike Pompeo soll neuer US-Außenminister werden. Der US-Senat muss seiner Ernennung noch zustimmen. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Porträt Mit Mike Pompeo wird ein "Falke" US-Außenminister

Der bisherige CIA-Chef Pompeo soll künftig das US-Außenministerium führen. Der 54-Jährige gilt als Hardliner, der mit US-Präsident Trump in vielen Positionen übereinstimmt. Das könnte den westlichen Partnern entgegenkommen.

Mike Pompeo
Mike Pompeo soll neuer US-Außenminister werden. Der US-Senat muss seiner Ernennung noch zustimmen. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Der bisherige Chef des US-Auslandsgeheimdienstes, Michael Richard "Mike" Pompeo, ist ein glühender Anhänger von US-Präsident Donald Trump. Der 54-Jährige ist stramm konservativ. Er gilt außenpolitisch als "Falke".

In Zirkel der Trump-Flüsterer aufgerückt

Von allen Spitzen des US-Geheimdienstapparates wird der Republikaner als derjenige mit der bei weitem größten Loyalität zu Trump beschrieben. Wiederholt hat er Trump gegen Kritik verteidigt.

Als CIA-Chef rückte Pompeo in den Zirkel der Trump-Flüsterer auf. In den täglichen Geheimdienstbriefings im Weißen Haus erwarb er Trumps Wohlgefallen nicht nur mit beflissenen Lobpreisungen des Präsidenten.

Er vertrat zudem harte Positionen etwa zum Iran. Während der bisherige Außenminister Rex Tillerson für das Festhalten am Atom-Abkommen mit Teheran warb, ist Pompeo von jeher ein strikter Gegner der Vereinbarung.

Bereits kurz nach Trumps Wahlsieg jubelte Pompeo, er freue sich darauf, den "desaströsen Deal mit dem schlimmsten staatlichen Sponsor des Terrorismus auszubremsen".

Der damalige Abgeordnete hatte schon früher als "Falke" auf sich aufmerksam gemacht. So widersetzte er sich dem Vorhaben des früheren Präsidenten Barack Obama, das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba zu schließen.

Ingenieur- und Jura-Ausbildung

Pompeo ist ein vielseitiger Mann. Der gebürtige Kalifornier machte einen Ingenieursabschluss an der renommierten Militär-Akademie West Point und diente fünf Jahre lang als Heeresoffizier. Im Kriegseinsatz war er nicht.

Danach studierte Pompeo an der Eliteschmiede Harvard Jura und stieg bei einer Anwaltskanzlei ein. Später war er an der Gründung einer Zulieferfirma der Luftfahrt-Industrie beteiligt.

Anhänger der Tea-Party-Bewegung

Pompeo ist profilierter Anhänger der konservativen Tea-Party-Bewegung, die die Republikaner vor einigen Jahren weiter nach rechts getrieben hat. 2010 wurde er ins Repräsentantenhaus gewählt.

Die Fachkenntnis, die er sich im dortigen Geheimdienstausschuss erwarb, trug dazu bei, dass er problemlos an die Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes rückte. Der US-Senat segnete ihn mit 66 zu 32 Stimmen ab. Auch Senatoren der oppositionellen Demokraten stimmten seiner Ernennung zu.

Im Wahlkampf 2016 war Pompeo ein profilierter Kritiker der Demokratin Hillary Clinton. Er unterstützte FBI-Direktor James Comey öffentlich darin, kurz vor der Präsidentenwahl das Thema ihres privaten E-Mail-Servers neu anzugehen.

Pompeo übernimmt Scherbenhaufen

Pompeo wird als fleißig beschrieben. Im Außenministerium wartet eine hochkomplexe Aufgabe auf ihn. Sie umfasst nicht nur die zahlreichen internationalen Herausforderungen. Das Außenamt selbst befindet sich im Krisenzustand. Die Moral vieler Mitarbeiter soll sich laut Medienberichten auf dem Tiefpunkt befinden.

Der bisherige Außenminister Tillerson hatte in seinem Ministerium nicht nur einen drastischen Sparkurs mit Umbau eingeleitet. Durch seine unnahbare Art hatte er viele Mitarbeiter vergrault. Mit dem Ausscheiden von Karrierediplomaten verlor der diplomatische Dienst der USA unter seiner kurzen Ägide viel Know-how.

Auch Pompeo wird als Außenminister sparen müssen. Aber zumindest können die Mitarbeiter von ihm einen umgänglicheren Führungsstil erwarten. Bei der CIA war er laut einem Bericht der "New York Times" auf die Beamten zugegangen und hatte sie in seine Konsultationen einbezogen.

Westen könnte profitieren

Auch für die westlichen Partner der US-Regierung könnte Pompeo ein wichtigerer Gesprächspartner werden als es Tillerson war. Während Tillerson bei vielen Themen mit Trump über Kreuz lag, können sie bei Pompeo voraussetzen, dass er nicht für sich selbst, sondern für den Präsidenten spricht. Zugleich kann von Pompeo erwartet werden, dass dank seines kurzen Drahtes zum Präsidenten das Außenministerium wieder mehr Gewicht in der Entscheidungsbildung der Regierung gewinnt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. März 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 18:10 Uhr