Polizisten schwenken die dreifarbige Flagge Boliviens, während sie sich in eine Polizeistation in der Stadt Santa Cruz zurückziehen.
In Bolivien haben sich auch Polizisten den Protesten gegen den Präsidenten Evo Morales angeschlossen. Bildrechte: imago images/Agencia EFE

Proteste in Bolivien Staatssender besetzt, Morales kündigt Neuwahlen an

Den Protesten in Bolivien gegen den linken Präsidenten Evo Morales haben sich nun auch Polizisten angeschlossen. Einige Regierungsgegner besetzten staatliche Sender und unterbrachen den Betrieb.

Polizisten schwenken die dreifarbige Flagge Boliviens, während sie sich in eine Polizeistation in der Stadt Santa Cruz zurückziehen.
In Bolivien haben sich auch Polizisten den Protesten gegen den Präsidenten Evo Morales angeschlossen. Bildrechte: imago images/Agencia EFE

In Bolivien sollen sich laut Berichten Polizisten den Protesten gegen den linken Präsidenten Evo Morales angeschlossen haben. Zudem besetzten Regierungsgegner zwei staatliche Sender und unterbrachen das Programm. Morales Gegner werfen dem Präsidenten Wahlbetrug vor und fordern seinen Rücktritt.

Sender besetzt, Häuser in Flammen

Auf Twitter schrieb Morales, dass organisierte Gruppen die Mitarbeiter der staatlichen Sender Bolivia TV und Radio Patria bedroht und eingeschüchtert hätten. Dann seien sie gezwungen worden, ihre Arbeitsplätze zu verlassen. Morales warf den Gruppen vor, sich wie in einer Diktatur zu verhalten. Die Häuser der Gouverneure zweier Departments sowie das seiner Schwester seien angezündet worden.

Zuvor hatte Morales in einer Fernsehansprache wiederholt von einem Putschversuch gesprochen und seine Anhänger aufgefordert, sich gegen den Putschversuch zur Wehr zu setzen. In der Ansprache ermahnte er die Polizei, die Verfassung zu wahren. Allerdings hat der neu eingesetzte Polizeichef von Santa Cruz, Miguel Mercado, laut einem Bericht der Zeitung "El Deber" vor einer Menschenmenge gesagt: "Ich unterstütze die Meuterei." Medienberichten zufolge verließ die Polizeiwache am Präsidentenpalast in La Paz ihre Posten.

Polizei und Streitkräfte schützen Regierungskritiker

Auch der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Williams Kaliman, hatte auf einer Pressekonfernez erklärt, dass Soldaten nicht gegen die Bevölkerung vorgehen würden. Sowohl der Polizei als auch dem Militär dankte der Oppositionsführer Luis Fernando Camacho auf Twitter für diese Unterstützung.

Mittlerweile hat Morales Neuwahlen angekündigt. Vor drei Wochen war er zum dritten Mal gewählt worden, obwohl die Verfassung Boliviens nur eine Wiederwahl vorsieht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. November 2019 | 05:39 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2019, 12:56 Uhr