Gewalttätiger Protest in Toulouse, Frankreich
Gewalttätiger Protest in Toulouse, Frankreich. Bildrechte: dpa

Demonstrationen in Frankreich Ausschreitungen und Festnahmen bei Schüler-Protesten

Auch nach dem Entgegenkommen der französischen Regierung kommt das Land nicht zur Ruhe. Bei Protesten am Donnerstag wurden mehr als 700 Schüler festgenommen. Am Samstag wollen zudem wieder die "Gelbwesten" protestieren.

Gewalttätiger Protest in Toulouse, Frankreich
Gewalttätiger Protest in Toulouse, Frankreich. Bildrechte: dpa

In Frankreich haben die Proteste gegen die Regierung auch die Schulen erreicht. Landesweit gingen am Donnerstag Tausende Gymnasiasten und Mittelschüler auf die Straße. Sie demonstrierten vor allem gegen härtere Auswahlkriterien für die Aufnahme an Hochschulen und gegen Kürzungen in der Bildung. Zugleich standen die Proteste aber in einer Reihe mit denen der sogenannten "Gelbwesten".

Dabei kam es auch zu Ausschreitungen. Laut der Nachrichtenagentur AFP wurden landesweit mehr als 700 Schüler vorläufig festgenommen. An 280 Schulen im Land wurde der Betrieb gestört, an 45 habe kein Unterricht stattgefunden. Bereits seit Montag sind einige Bildungseinrichtungen durch Schüler und Studenten blockiert.

Macron reagiert, doch gerät weiter unter Druck

Gelbwesten demonstrieren in Paris
Sogenannte "Gelbwesten" beim Protest. Bildrechte: dpa

Auch mit diesen Protesten gerät die französische Regierung und Präsident Macron weiter unter Druck. Macron war den sogenannten "Gelbwesten" am Mittwochabend ein weiteres Stück entgegengekommen. So setzte er die geplanten Steuererhöhungen für Benzin und Diesel nicht nur wie zunächst angekündigt für sechs Monate, sondern für das gesamte Jahr 2019 aus.

Vor allem an diesen Erhöhungen hatte sich der Protest der "Gelbwesten" seit Mitte November entzündet. Mittlerweile ist der Protest jedoch allgemeinerer Natur und richtet sich auch gegen die Regierung und Macron als Präsidenten. Am vergangenen Wochenende hatten sich zahlreiche Menschen in Paris während der Demonstrationen schwere Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

Weitere Ausschreitungen am Samstag befürchtet

An diesem Samstag wird es das vierte Wochenende in Folge erneut zu großen Protestaktionen im Land kommen. Dabei wird auch neue Gewalt befürchtet. Premierminister Philippe kündigte an, am Samstag werden rund 90.000 Polizisten und andere Ordnungskräfte landesweit im Einsatz sein, davon 8.000 in Paris. Das Innenministerium rief dazu auf, sich nicht an den Protesten zu beteiligen. Es sei zwar nicht verboten zu demonstrieren, allerdings würden friedliche Demonstranten so nicht in die Falle von Schlägern geraten.

Auch auf den Tourismus wirken sich die Proteste inzwischen aus. Das Wahrzeichen von Paris, der Eiffelturm, soll am Samstag für Besucher geschlossen bleiben. Auch die Oper und Museen wie der weltbekannte Louvre wollen nicht öffnen. Darüber hinaus hat auch die erste Fußball-Liga des Landes für das Wochenende zwei Partien abgesagt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Dezember 2018 | 01:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2018, 11:51 Uhr

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37 Kommentare

09.12.2018 18:53 Wo geht es hin? 37

@Wessi - Zitat von Ihnen: "....dessen Verein im Bundestag "Scheiß auf Anstand" praktiziert, also verbale Gewalt ausübt." Zitat Ende. "Scheiss auf Anstand" ist im Bundestag schon lange vor dem Einzug der AfD praktiziert worden - spätestens bei der Einführung von Harz 4. Schon vergessen?

09.12.2018 18:38 es lebe die Vereinigten Staaten von Europa 36

@Wessi 33

sehen sie wessi, sie relativieren die Gewalt von Rot Rot Grün anstatt sie zu verurteilen.

und zum 1.000 mal die DDR zu erwähnen bringt sie auch nicht weiter ;-)

09.12.2018 13:56 Werner 35

@Klaus 32: Vor genau 5 Jahren hatten die freien westlichen Medien den "Mob" in einer anderen Stadt gefeiert und bejubelt. Damals hat es auch in mehreren Städten mächtig gebrannt und randaliert, Kasernen belagert. Man hatte sie sogar scharenweise vor Ort angefeuert, Reden gehalten, Schnittchen ausgeteilt und Telefonate geführt, wer "unser Mann" wird. Überall das Gleiche. DDR-Medien hatten die Demos 89 genauso diffamiert. "Staatsfeinde", "Randalierer". Wer die Medien hat, hat die Macht. In F. stehen die Medien offenbar auf Seite vom "Mob". Mein Nachbar war 89 bei der NVA. Nachrichtensperre, keine Besuche, nichts. Parole: "Die Konterrevolution ist auf den Straßen". Neben der Aufstachelung und Hetze ihrer Vorgesetzten, hatten sie mächtig Angst vor dem (eigenen) "Mob". Aber nicht lange, dann war der Spuk vorbei. Insbesondere weil die Armee der damaligen sowjetischen Besatzungsmacht wie abgetaucht war.

09.12.2018 13:20 es lebe die Vereinigten Staaten von Europa 34

@Klaus 32

"Paris ist nicht halb Europa."

jetzt ist es aber schon in Belgien und Holland.

ab wann ist es Europa?

09.12.2018 12:31 Wessi 33

@ 27 mag ja Ihre irrige Auffassung sein "Antifa" wie aufrichtigen Anti-Faschismus als eins zu sehen.Hat vllt. damit zu tun, daß der Antifaschismus im Osten unfreiwillig war.Was hat mein Parteibuch mit Gewalt zu tun? "Rotrotgrün" steht im Gegensatz zu Faschisten nicht für Gewalt.Ob Sie das nun wiederholt unterstellen od. nicht.Sie loben hier die Gewalt die Radikalinskis in Frankreich ausüben, also sind Sie dafür.Und was der Hambacher Forst nun mit R2G zu tun hat, erschließt sich wohl nur demjenigen dessen Verein im Bundestag "Scheiß auf Anstand" praktiziert, also verbale Gewalt ausübt.

09.12.2018 10:44 Klaus 32

@29 Paris ist nicht halb Europa. Und wenn sich in Paris der Mob auf die Straße begibt um Straftaten zu begehen, dann hat das nichts mit dem Demonstrationsrecht zu tun und ist auch nicht legal.
Was beim G20 in Hamburg gegolten hat, das gilt auch hier. Straftaten im Rahmen einer Demonstration sind nach wie vor Straftaten, die geahndet werden sollten.

09.12.2018 02:52 CDU Wählerin 31

Die Diskussion über den Umgang mit Fremden spaltet unser Land. Viele Menschen haben Angst vor der Veränderung der Gesellschaft, aber auch vor der Andersartigkeit fremder Kulturen.

08.12.2018 22:04 Montana 30

08.12.201816:58 es lebe die Vereinigten Staaten von Europa : und jetzt, Massenproteste in halb Europa
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D. kann es auch treffen. Und davor haben die Politiker Angst.

08.12.2018 16:58 es lebe die Vereinigten Staaten von Europa 29

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ausland/gelbwesten-paris-festnahmen-100.html

und jetzt, Massenproteste in halb Europa.

Da hat uns Junker, M&M ... und Co hingebracht!

08.12.2018 16:00 Wo geht es hin? 28

@CDU Wählerin - Beitrag 25: Wenn ich mir Ihre bisherigen "Beiträge" anschaue, weicht dieser Beitrag 25 doch erheblich in Inhalt und Schreibstil
davon ab. Deshalb bin ich misstrauisch geworden und habe vermutet, dass Sie diesen Beitrag niemals selbst erdacht, sondern irgendwo abgekupfert haben. Und das kann ich auch beweisen: Süddeutsche Zeitung vom 07.12.2018, Kolummne Norbert Frei mit dem Titel: ". Dezember 2018, 18:57 Uhr
Deutsche Geschichte
Schwarz-Rot-Gold gehört nicht den Nationalisten" - Mittelteil. Wenn dieser Artikel mit ihren Ansichten zu 100 % konform geht, hätten Sie das ja auch mit Verweis auf die Quelle anzeigen können - so tun Sie aber, als ob Sie die hellste Kerze auf der Torte sind. Sind Sie aber offensichtlich nicht! EIGENE Gedanken? Fehlanzeige!