Thailand Protestmarsch in Bangkok gegen militärnahe Regierung

In Bangkok sind die Menschen zu Protestmärschen auf die Straße gegangen. Es sind die ersten öffentlichen Proteste seit dem Militärputsch 2014. Sie richten sich gegen die militärnahe Regierung.

Der Lumphini Park in Bangkok
Der Lumphini-Park vor der Skyline Bangkoks. Bildrechte: Colourbox.de

Hunderte Demokratieanhänger sind in Bangkok heute zum Parlamentsgebäude marschiert, um den Rücktritt der militärnahen Regierung zu fordern. Es sind die ersten Proteste in der Stadt, seit dem teilweise gewalttätigen Militärputsch 2014.

Trauer um die Demokratie

Mit schwarzen T-Shirts als Symbol der Trauer um die Demokratie zogen die Demonstranten durch die Straßen. Vor dem Parlamentsgebäude forderten sie den Regierungsrücktritt unter Ex-Armeechef Prayut Chan-O-Cha. Auch Forderungen nach einer neuen Verfassung wurden laut. Bereits in den vergangenen Wochen war es zu Protestversammlungen an mehreren Universitäten gekommen. Den Protest auf die Straße brachte aber die Auflösung einer prodemokratischen Oppositionspartei Ende Februar.

Nach Protesten gegen die Premierministerin Yingluck Shinawatra 2014, ihrer Amtsenthebung und weiteren teils gewalttätigen Demonstrationen hatte das Militär die Herrschaft in Thailand übernommen. Seitdem befindet sich das Land in einer inoffiziellen Militärdiktatur. 2019 hatte es das erste Mal seit dem Putsch Parlamentswahlen gegeben, die von Kritikern als unfair und nicht frei eingeschätzt wurden. Ex-General Prayut Chan-o-cha war durch die Wahl bestätigt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Februar 2020 | 09:15 Uhr

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