Ex-Katalanenpräsident Puigdemont gründet neue Unabhängigkeitsbewegung

Carles Puigdemont kämpfte als Katalanenpräsident um die Unabhängigkeit seiner Region von der spanischen Zentralregierung. Er wurde der Rebellion beschuldigt, abgesetzt, verhaftet. Seine Auslieferung an Spanien steht bevor. Sein Ziel verfolgt er aber weiter: mit einer neuen Unabhängigkeitsbewegung.

Der ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont hat eine neue Bewegung gegründet, in der er alle Unabhängigkeitsbefürworter versammeln will. "Wir sind stärker, wenn wir übergreifend und vereint handeln können", sagte Puigdemont am Montag bei der Veranstaltung zur Gründung der Bewegung "Nationaler Aufruf für die Republik" in Barcelona.

Neue Bewegung soll alle Unabhängigkeits-Befürworter vereinen

Puigdemont war per Video aus Deutschland zugeschaltet, wo er seit seiner Festnahme im Frühjahr festsitzt. Bislang gibt es in Katalonien mindestens drei Parteien, die die Unabhängigkeit der Region von Madrid befürworten. Im Herbst soll aus der neuen Bewegung eine Partei werden, die sämtliche Unabhängigkeitsbefürworter vereint und einen "unabhängigen Staat in Form einer Republik" anstrebt.

Weg für Auslieferung frei

Der Streit um die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens war im vergangenen Jahr eskaliert, als Puigdemont ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisierte. Nach der Abstimmung rief die Regionalregierung Ende Oktober einseitig Kataloniens Unabhängigkeit aus. Die Regierung in Madrid setzte daraufhin Puigdemont und sein Kabinett ab.

Die spanische Justiz beschuldigt Puigdemont seither der Rebellion, des Aufruhrs und der Veruntreuung öffentlicher Gelder. Er floh im Oktober nach Belgien und wurde im März auf Grundlage eines von Spanien erwirkten europäischen Haftbefehls auf der Durchreise in Schleswig-Holstein festgenommen. Er kam unter Auflagen frei. Vor wenigen Tage machte das Oberlandesgericht in Schleswig den Weg für die Auslieferung frei. Allerdings soll er nur wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder juristisch verfolgt werden können und nicht wegen Rebellion.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juli 2018 | 00:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2018, 10:40 Uhr

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1 Kommentar

17.07.2018 14:49 Bingo 1

Sollte Puigdemont ausgeliefert werden, bitte ich das Asylwunderland Deutschland nicht mehr davon zu sprechen, das politisch verfolgte hier Asyl gewährt wird.

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