Boot der Finanzpolizei legt vor Lampedusa an Rettungsschiff Open Arms an
Ein Boot der italienischen Finanzpolizei legt am Samstag an der vor Lampedusa liegenden "Open Arms" an. Bildrechte: dpa

Streit um Rettungsschiff "Open Arms"-Besatzung lehnt spanischen Hafen ab

Die Besatzung des vor Lampedusa liegenden spanischen Rettungsschiffes "Open Arms" hat das Angebot Spaniens abgelehnt, einen spanischen Hafen anzulaufen. Angesichts der Notlage an Bord sei das unmöglich.

Boot der Finanzpolizei legt vor Lampedusa an Rettungsschiff Open Arms an
Ein Boot der italienischen Finanzpolizei legt am Samstag an der vor Lampedusa liegenden "Open Arms" an. Bildrechte: dpa

Die Crew des Rettungsschiffs "Open Arms" hat das Angebot Spaniens, in einen südspanischen Hafen einzulaufen, abgelehnt. Der Vorschlag der Regierung in Madrid, die Hafenstadt Algeciras anzusteuern, sei angesichts der Notlage an Bord "vollkommen undurchführbar", sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Sonntag dem spanischen Radiosender Cope.

Der Gründer der NGO, Oscar Camps, verwies im Online-Dienst Twitter darauf, dass eine Fahrt von der italienischen Insel Lampedusa in das andalusische Algeciras mindestens fünf Tage dauern würde.

Spanien bietet Hafen an

Rettungsschiff Open Arms
Die Crew des spanischen Rettungsschiffes "Open Arms" lehnt eine Fahrt nach Spanien ab. Bildrechte: dpa

Spaniens sozialistische Regierung hatte zuvor angesichts der Notlage der mehr als 100 Migranten an Bord und der "unbegreiflichen" Blockadehaltung Italiens der spanischen "Open Arms" das Anlagen in Algeciras erlaubt.

Das Schiff liegt seit Tagen vor der italienischen Insel Lampedusa. Italiens Innenminister Matteo Salvini weigert sich strikt, das unter spanischer Flagge fahrende Schiff anlegen zu lassen, obwohl sich mehrere europäische Länder zur Aufnahme der an Bord sitzenden Migranten bereit erklärt hatten.

Frankreich will 40 Migranten aufnehmen

Frankreich sicherte am Sonntag zu, 40 Migranten aufzunehmen. Auch die Bundesregierung bekräftigte ihre Bereitschaft, sich an einer europäischen Lösung zu beteiligen, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.

Am Samstag ließ Salvini nach langem Streit und lediglich 27 unbegleitete Minderjährige von der "Open Arms" an Land gehen. 105 Erwachsene und zwei begleitete Minderjährige mussten aber an Bord bleiben. Ein Teil der Migranten harrt bereits seit zwei Wochen auf dem kleinen Rettungsschiff aus. "Open Arms"-Kapitän Marc Reig hatte die Lage an Bord am Freitag als "explosiv" beschrieben.

Algeciras und Lampedusa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2019, 17:23 Uhr