Migranten, die aus einem Schlauchboot vor der libyschen Küste gerettet wurden, werden zum neuen Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen "Ocean Viking" gebracht.
Das neue Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen hat bei seinem ersten Einsatz im Mittelmeer bereits 251 Menschen aus Seenot gerettet. Bildrechte: Uncredited/SOS Mediterranee/AP/dpa

Mittelmeer Rettungsschiffe suchen Hafen für Dutzende Flüchtlinge

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" hat den dritten Tag in Folge im Mittelmeer Menschen aus Seenot gerettet. Rund 250 Gerettete hat es inzwischen an Bord. Auch die "Open Arms" sucht für rund 150 Menschen einen sicheren Hafen.

Migranten, die aus einem Schlauchboot vor der libyschen Küste gerettet wurden, werden zum neuen Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen "Ocean Viking" gebracht.
Das neue Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen hat bei seinem ersten Einsatz im Mittelmeer bereits 251 Menschen aus Seenot gerettet. Bildrechte: Uncredited/SOS Mediterranee/AP/dpa

Im Mittelmeer suchen zwei Rettungsschiffe für mehr als 400 Flüchtlinge einen sicheren Hafen. Die "Ocean Viking", das neue Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen, hatte am Sonntag den dritten Tag in Folge Menschen aus Seenot gerettet.

251 Gerettete an Bord der Ocean Viking

Ärzte ohne Grenzen twitterte, es seien 81 Menschen von einem seeuntauglichen Schlauchboot aufgenommen worden. Nun befänden sich insgesamt 251 Gerettete an Bord der "Ocean Viking".

Die Besatzung der "Ocean Viking" hatte am Freitag und Sonnabend bei zwei Einsätzen im zentralen Mittelmeer 170 Menschen in Sicherheit gebracht.

Gerettete berichten von Inhaftierung und Folter

Ärzte ohne Grenzen teilte mit, die Geretteten hätten von willkürlichen Inhaftierungen, Erpressungen, Folter oder arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen in Libyen berichtet. Sie wären bereit gewesen, im Meer zu sterben, anstatt in Libyen zu bleiben.

160 Menschen an Bord der "Open Arms"

Auch das Rettungsschiff "Open Arms" einer spanischen Hilfsorganisation nahm am Sonnabend vor Malta weitere 39 Menschen an Bord. Das Schiff harrt bereits sei über eine Woche mit 121 Geretteten an Bord im Mittelmeer aus.

Migranten warten an Bord des spanischen Rettungsschiffs Open Arms auf das Anlegen in einem sicheren Hafen
An Bord der "Open Arms" harren 160 Menschen aus. Bildrechte: dpa

Italien und Malta machen Häfen dicht

Unklar ist, wohin beide Schiffe die Flüchtlinge bringen werden. Zurück nach Libyen oder in ein anderes nordafrikanisches Land wollen die Hilfsorganisationen die Menschen nicht schaffen. Die beiden nächstgelegenen europäischen Länder, Malta und Italien, haben ihre Häfen für private Rettungsschiffe weitgehend dicht gemacht. Sie drängen darauf, dass andere EU-Staaten vorab zusichern, alle anlandenden Migranten zu übernehmen.

Die maltesische Regierung erklärte, nur die 39 zuletzt Geretteten an Land lassen zu wollen. Die eigene Marine habe deren Rettung bereits vorbereitet gehabt, als die "Open Arms" die  Menschen an Bord nahm. Für alle anderen Flüchtlinge an Bord des Schiffs fühle sich Malta nicht zuständig.

Deutlich weniger Flüchtlinge erreichen Italien

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kommen kaum noch Flüchtlinge in Italien an. Im laufenden Jahr waren es bislang rund 4.000, im gesamten Jahr 2016 kamen noch rund 181.000.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. August 2019 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2019, 16:18 Uhr

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109 Kommentare

13.08.2019 14:54 D.o.M. 109

@Peter107: Wie kommen Sie darauf und unterstellen mir, dass ich überzeugt wäre, die sogenannten Seenotretter würden mit den Schleppern gemeinsame Sache machen ? Ich schrieb doch in 105 ausdrücklich, dass ich denen das nicht unterstelle.
Und die Tatsache, dass massenhaft Schlauchboote zu Wasser gelassen werden, sobald sogenannte Rettungsschiffe hinterm Horizont liegen, schließt doch auch noch lange nicht aus, dass nicht hin und wieder auch ohne anwesenden Weitertransporter trotzdem ein Schlauchboot startet. Und des öfteren auch scheitert. Ganz schön anstrengend, mit Ihnen zu diskutieren.
Das allerschlimmste sind aber die Leute, die sich HEUTE in Folge der Victory-zeigenden Passagiere auf den beiden Abholschiffen in Kamerun oder Sierra Leone auf den Weg machen und in einem viertel Jahr in Libyen im Lager enden.

13.08.2019 13:41 winfried 108

Typisch "Freud'sche-Fehlleistung".
In meinem Korrektur- bzw. Updatebeitrag(106) ist natürlich der Verweis auf (104) richtig(er).

13.08.2019 12:13 Peter 107

@105 D.o.M.: Wenn Sie überzeugt sind, dass die Schlepper mit den Seenotrettern gemeinsame Sache machen, dann muss die Kommunikation vor einem Monat wohl zusammengebrochen sein.
Ich zitiere aus ntv vom 12.07.2019: "Die Zahl der Opfer beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der tunesischen Küste ist auf 72 gestiegen. Insgesamt seien 82 Menschen vermisst worden, teilte der Leiter des Tunesischen Roten Halbmondes in Medenine, Mongi Slim, am Freitag mit.
Die tunesische Küstenwache habe Dutzende Leichen aus dem Mittelmeer geborgen, zwei Leichen seien an der Küste angespült worden. In der vergangenen Woche war ein Boot mit 86 Migranten an Bord vor der tunesischen Küste untergegangen. Drei Menschen überlebten das Unglück. Das Boot hatte sich von Libyen aus auf den Weg in Richtung Europa gemacht."

13.08.2019 10:40 winfried ... Korrektur bzw. Update der Zahlen bei (106) 106

In (106) ... >>Zwischenzeitlich in Malta an Land gegangen: 9 Kranke.<<

Korrektur bzw. Update:
"Malta nahm am Montag zwei kranke Frauen – eine mit einem Hirntumor und eine mit einer Lungenentzündung – und sechs ihrer Verwandten auf, die auf den Schiffen waren, teilte die spanische Hilfsorganisation Open Arms mit. Bereits am Sonntag war ein Mann mit gesundheitlichen Problemen an Italien übergeben worden."
(WELT "Die „Ocean Viking“ kommt rechtzeitig zur „kritischen Rettung“ 13.8.2019 8:44 Uhr)

13.08.2019 08:44 D.o.M. 105

Ihr, die Ihr den sogenannten pull-Effekt leugnet: Nach den "Treffern" , die die beiden Schiffe in den vergangenen 2 Wochen gelandet haben und den per heute gemeldeten Passagierzahlen, könnt Ihr Eure Ansichten Euren dementen Großmüttern erzählen. Die glauben es. Vielleicht ! Was ich den beiden Schiffen nicht unterstellen will, das sind direkte Kontakte zu den übergebenden Schleppern. Die sind auch gar nicht nötig, weil man sich per marinetraffic auch unabgesprochen findet

13.08.2019 08:38 winfried 104

Aktuelle Zahlen bei der ARD "Hunderte harren auf Rettungsschiffen aus"
(Stand 12.08.2019 21:35 Uhr): "Ocean Viking" 356 ... "Open Arms" 151.
Zwischenzeitlich in Malta an Land gegangen: 9 Kranke.
Damit bleiben es für mich --> Hunderte, und keine emphatischen MDR-Dutzende.

12.08.2019 22:02 Dieter 103

Ich versuche meinen der Zensur zum Opfer gefallenen Beitrag nochmal leicht gemildert:
An Sylter:
- Aufnahme der Menschen und Bringen in den nächsten Hafen- Seenotrettung.
- Aufnahme der Menschen und Bringen nach Europa- Schlepperei, Straftat.
Das Seenotrecht spricht klar vom nächsten Hafen- das Wort "sicher" kommt da nicht vor.

12.08.2019 21:04 aus Dresden 102

@ Peter 80
"Wenn man Euch so hört, könnte man meinen, mit den 60.000 Migranten, die Europa aufnimmt, würde die Welt untergehen."
Netter Versuch - wir alle wissen, dass allein nach Deutschland (!) im letzten Jahr (!) 180.000 (!) kamen.

@86 Peter
Ja die indogermanische Sprache wurde von den Indogermanen gebracht, aber wieso sprechen nur noch die Basken eine vaskonische Sprache?

@99 Norbert NRW
WAZ = Westdeutsche Allgemeine Zeitung

12.08.2019 20:11 Manni an bürger (95) 101

Wenn Sie hier so weiter schreiben, charter ich noch die AIDA NOVA!

Was haben Sie denn an den Zahlen nicht verstanden? Hier geht es um noch nicht mal 1.000 Menschen, " im gesamten Jahr 2016 kamen noch rund 181.000. "

12.08.2019 19:55 Jimmy 100

@Peter 80 - Immer wieder die Bruchstücke Ihrer Zahlenwerke: "Wenn man Euch so hört, könnte man meinen, mit den 60.000 Migranten, die Europa aufnimmt, würde die Welt untergehen."

Wo Sie diese Zahl auch immer her haben, egal - es ist der Zuwachs zum Bestand (man nennt dies in der Mathematik 'Summenbildung') und der ist mittlerweile wie groß? Irgendwie 7-stellig. Allein 300.000 sind in Deutschland ausreisepflichtig, doch sie reisen nicht aus ... Also rein ja, raus nicht. Wie soll das eine Gesellschaft aushalten und verkraften. Geht es auf einen rechtsfreien Raum zu in diesem Lande?