Anhänger von Brasiliens ehemaligem Präsidenten Lula da Silva demonstrieren
Lulas Anhänger protestieren gegen seine Inhaftierung. Bildrechte: dpa

Vorwurf der Bestechlichkeit und Geldwäsche Haftbefehl gegen Brasiliens Ex-Präsidenten Lula da Silva

Im Januar wurde Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche zu über zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Nun muss er seine Haftstrafe antreten. Lulas Verteidiger pochen auf noch ausstehende Einspruchsmöglichkeiten, seine Anhänger protestieren und seine Partei hält an seiner Kandidatur für den Präsidentschaftswahlkampf fest.

Anhänger von Brasiliens ehemaligem Präsidenten Lula da Silva demonstrieren
Lulas Anhänger protestieren gegen seine Inhaftierung. Bildrechte: dpa

Gegen Brasiliens Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ist Haftbefehl erlassen worden. Der für Korruptionsermittlungen zuständige Richter Sérgio Moro wies den 72-Jährigen an, binnen 24 Stunden bei der Polizei in der südbrasilianischen Stadt Curitiba zu erscheinen. Andernfalls werde er von der Polizei festgenommen.

Verurteilt wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche

In der Nacht zu Donnerstag hatte das oberste Gericht in einer Grundsatzentscheidung den Weg für Lulas Inhaftierung frei gemacht. Im Januar wurde der ehemalige Präsident Brasiliens (2003-2010) von einem Berufungsgericht wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche zu über zwölf Jahren Haft verurteilt.

Die Verteidigung von Lula da Silva kritisierte den Haftbefehl als voreilig, da noch nicht alle Einspruchsmöglichkeiten ausgeschöpft seien. Hunderte Unterstützer von Lula versammelten sich am späten Donnerstagabend zu einer Mahnwache vor einer Gewerkschaftszentrale in São Paulo, wo die Führung der Arbeiterpartei PT zu einer Krisensitzung mit Lula zusammenkam. Allgemein wurde mit einer Inhaftierung des Verurteilten frühestens kommende Woche gerechnet.

Partei hält an Kandidatur Lulas fest

Laut Moro wird Lula in einer großen Einzelzelle in der Haftanstalt der Bundespolizei untergebracht, in der auch ein ehemaliger Wirtschaftsminister und ein Bauunternehmer nach Korruptionsverurteilungen einsitzen. Mit sechs zu fünf Stimmen urteilte das Oberste Gericht, dass eine Inhaftierung nach Verurteilung in zweiter Instanz rechtens ist.

Im Fall Lula geht es um ein Strandapartment, das der Baukonzern OAS ihm als Gegenleistung für politische Gefälligkeiten überlassen haben soll. Lula da Silva beteuert seine Unschuld. Trotz der erneuten juristischen Niederlage will die Arbeiterpartei PT an der Kandidatur Lulas bei der Präsidentschaftswahl im Oktober festhalten, verlautete aus der Parteiführung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. April 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. April 2018, 09:08 Uhr

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2 Kommentare

06.04.2018 16:43 Hans 2

Mal sehen wann bei uns aufgeräumt wird.

06.04.2018 15:47 Kurt Zondler 1

Das war höchste Zeit, ich hab's schon nicht mehr geglaubt !