Afghanistan Rückschlag für Friedensprozess

Die Taliban wollen sich aus den Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch mit der Regierung in Kabul zurückziehen. Die Gefangenenbefreiung ist Teil des Friedensabkommens zwischen den USA und den Taliban.

Ein Mann mit einem Gewehr auf dem Rücken guckt in Richtung Horizont.
Das Friedensabkommen für Afghanistan hat einen schweren Rückschlag erlitten. Bildrechte: Colourbox.de

In Afghanistan haben die Taliban Gespräche mit der Regierung über einen Gefangenen-Austausch abgebrochen. Ein Taliban-Sprecher erklärte per Twitter, die Freilassung von Gefangenen sei immer wieder unter einem Vorwand verschoben worden, man werde nicht an "nutzlosen Treffen" teilnehmen. Die Gespräche galten als wichtig für einen Frieden im Land.

Taliban wollen "Top-Kommandeure" zurück

Die Gefangenenbefreiung ist ein wichtiger Teil des Friedensabkommens zwischen den USA und den Taliban, das Ende Februar beschlossen wurde. Demnach sollte die afghanische Regierung als Beweis ihres guten Willens zunächst 5.000 Taliban-Kämpfer aus der Haft entlassen. Dieser Akt sollte die innerafghanischen Gespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban einleiten.

Von Anfang hatte sich die Regierung allerdings zurückhaltend gezeigt, eine so große Zahl inhaftierter Taliban freizulassen. Der afghanische Regierungsunterhändler Matin Bek hatte zudem die Taliban für die Verzögerungen verantwortlich gemacht. Die Miliz fordere die Freilassung von hochrangigen Taliban. Doch könne seine Regierung die "Mörder unseres Volkes" nicht freilassen, sagte Bek. Die afghanische Regierung war nicht an den Friedensgesprächen beteiligt gewesen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. April 2020 | 08:45 Uhr

4 Kommentare

konstanze vor 6 Wochen

Wie wenig viel Geld bewirken kann zeigt sich in Afghanistan.
Briten, Russen, Amerikaner haben dort versucht eine wenig Demokratie einzuführen und das Land zu befrieden.
Alles scheiterte. Das Clanwesen ist so fest verwurzelt, wie die Berge am Hindukusch.
Alle raus aus Afghanistan, sofort. Die Afghanen dort müssen Veränderungen erwirken oder eben nicht. Wir haben dort nichts mehr verloren. Franzosen, Amerikaner, Russen, Briten ..haben das längst begriffen.

Blumenfreund vor 6 Wochen

Da gibt es eine schöne Grafik über den Opium-Anbau in Afghanistan. Der ging damals unter den Taliban fast bis auf Null zurück !!
Dann sind die Amerikaner dort rein, und von dem Zeitpunkt an geht die Kurve wieder steil nach oben. Noch Fragen ?

Blumenfreund vor 6 Wochen

Da gibt es eine schöne Grafik über den Opium-Anbau in Afghanistan. Der ging damals unter den Taliban fast bis auf Null zurück !!
Dann sind die Amerikaner dort rein, und von dem Zeitpunkt an geht die Kurve wieder steil nach oben. Noch Fragen ?