Wassili Nebensja
Nebensja: "Keine Belege für einen solchen Angriff gefunden." Bildrechte: dpa

Sitzung des Weltsicherheitsrates Russland bezweifelt mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien

Russlands UN-Botschafter Nebensja hat die Echtheit des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes in Duma bezweifelt und eine Expertenuntersuchung gefordert. Auf einer Sitzung des Weltsicherheitsrates sprach er von "fake news".

Wassili Nebensja
Nebensja: "Keine Belege für einen solchen Angriff gefunden." Bildrechte: dpa

Russland hat die Echtheit des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Syrien, bei dem am Samstag nach Angaben von Rebellen-Hilfsorganisationen zwischen 60 und 150 Menschen getötet und rund 1.000 verletzt worden sein sollen, in Frage gestellt. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte in einer Sitzung des Weltsicherheitsrats am Montag in New York, russische Ermittler hätten keine Belege für einen solchen Angriff gefunden. Rebellen hätten den Angriff lediglich inszeniert.

Berichte als "fake news" bezeichnet

Die Berichte aus der bis vor kurzem noch von islamistischen Rebellengruppen kontrollierten Stadt Duma in Ost-Ghouta über einen Angriff bezeichnete Nebensja als "fake news". Nicht ein einziger Bewohner habe bestätigt, dass ein Chemiewaffenangriff stattgefunden habe. Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) sollten umgehend in die Region reisen, um sich ein eigenes Bild von der Lage vor Ort zu machen, sagte Nebensja. Die russischen und syrischen Truppen würden ihnen Zugang zu der Region ermöglichen.

"Sie hinterlassen nur Chaos"

Den USA und deren Verbündeten Frankreich und Großbritannien warf Nebensja Versagen im Nahen Osten vor. "Was auch immer sie anfassen, sie hinterlassen nur Chaos", sagte der russische UN-Botschafter. Den Regierungen in Washington, Paris und London warf er "Beleidigungen, Erpressung, Sanktionen und flegelhaftes Verhalten" vor. Russland werde auf unentschuldbare Weise und noch stärker als zu Zeiten des Kalten Krieges bedroht. Die Berichte über den mutmaßlichen Giftgasangriff seien der Versuch des Westens, vom Fall des vergifteten russischen Doppelagenten Sergej Skripal abzulenken.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. April 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2018, 23:12 Uhr

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5 Kommentare

10.04.2018 19:50 Friedensfreund 5

Russland ist alles andere als glaubwürdig. Die russische Regierung hat uns vorgelogen, mit den Grünen Männern auf der Krim nichts zu tun zu haben und die prorussischen Separatisten nicht zu unterstützen. Die russische Regierung hat gelogen, als sie verkündete, ein ukrainisches Militärflugzeug habe ein malaysisches Verkehrsflugzeug abgeschossen. Die russische Regierung hat gelogen, als sie der deutschen Polizei unterstellte, die Vergewaltigung einer Minderjährigen zu vertuschen. Die russische Regierung hat gelogen, als sie die Sportler, die sie in der Staatsdoping-Affäre belastet haben, mit dem biblischen Judas verglichen hat. Die Liste lässt sich beliebig verlängern.

10.04.2018 16:37 kleinerfrontkämpfer 4

Die Lage ist einigermaßen übersichtlich und bereinigt, jetzt brauch es nur noch einen Grund um den Claim abzustecken. Schema F Made in US.

10.04.2018 08:09 Ilsebein 3

Die vom Westen hoch geschätzten und teils unterstützten Islamisten-Rebellen, andere sagen Terroristen dazu, haben selbst Giftgas hergestellt und eingesetzt. Vieles wurde Assad in die Schuhe geschoben obwohl es andere waren. Welchen Grund sollte Assad haben? Das Gebiet ist fast befreit und er weiß das so etwas negativ aufschlägt.
Hier ist auf jeden Fall wieder Propaganda im Spiel.

10.04.2018 07:23 annerose will 2

Es liegt schon verdammt nahe, dass hier die Öffentlichkeit wieder mal getäuscht werden soll. Auch der Irak wurde unter fadenscheinigen Vorwänden ("weapons of mass destruction" - Toni Blair, Collin Powel) angegriffen, zu großen Teilen zerstört, Menschen wurden in Foltergefängnisse gesteckt, 100000e Tote und Terror resultierten. Ein bis heute andauerndes Chaos !!! Nach Jahren haben das die westl. Politiker dann zugegeben. Auch jetzt erhebt sich die Frage - wem sollte ein Giftgasangriff mehr nützen ? Assad oder seinen Gegnern, die dadurch einen großen Militärschlag legitimieren wollen, um das Ruder doch noch gegen Assad rumzureißen ? Ich glaube eher letzteres.

10.04.2018 07:17 Atheist aus Mangel an Beweisen 1

Ich auch, wenn ich die Bilder sehe, sehe ich immer Männer die Kinder durch die Gegend tragen und mit Wasser abspülen, keine Mutter keine Frau weit und breit - sehr komisch wenn es um das Leben meines Kindes gehen sollte bin ich doch als Mutter dabei.