Ein Kanonenboot der Ukrainischen Marine wird von einem weiteren Schiff mittels Tau gezogen.
Russische Schlepper bringen die ukrainischen Marineschiffe zur Übergabe in neutrale Gewässer. Bildrechte: dpa

Neutrale Gewässer Russland gibt der Ukraine drei Kriegsschiffe zurück

Vor gut einem Jahr hatte Russland in der Meerenge von Kertsch drei ukrainische Kriegsschiffe beschossen und beschlagnahmt. Nun wurden die Schiffe zurückgegeben - wohl ein Zeichen der Entspannung vor dem anstehenden Gipfel in Paris.

Ein Kanonenboot der Ukrainischen Marine wird von einem weiteren Schiff mittels Tau gezogen.
Russische Schlepper bringen die ukrainischen Marineschiffe zur Übergabe in neutrale Gewässer. Bildrechte: dpa

Russland hat der Ukraine drei beschlagnahmte Kriegsschiffe zurückgegeben. Wie das Außenministerium in Moskau mitteilte, erfolgte die Übergabe wie angekündigt in neutralen Gewässern des Schwarzen Meeres. Schlepper hatten die drei Marineschiffe bereits am Wochenende von der Halbinsel Krim hinaus aufs Meer gezogen. Die Ukraine äußerte sich bislang nicht zu der Rückgabe.

Die russische Küstenwache hatte die Schiffe vor einem Jahr beschossen und beschlagnahmt, nachdem sie die Straße von Kertsch zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer östlich der annektierten Halbinsel Krim befahren hatten. Russland wertete das als Verletzung seiner Grenzen. Die 24 Seeleute an Bord der Schiffe wurden festgenommen und später angeklagt. Die Männer konnten aber im September im Rahmen eines Gefangenenaustausches in die Ukraine zurückkehren.

Ukraine-Gipfel im Dezember

Der Vorfall hatte die angespannte Lage zwischen Russland und der Ukraine weiter verschärft. Die Freilassung der Seeleute und die Rückgabe der Schiffe durch Russland werten Beobachter als Zeichen der Entspannung.

Am 9. Dezember soll es in der französischen Hauptstadt Paris ein Gipfeltreffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Regierungschefs Wolodymyr Selenskyj geben. Daran nehmen auch der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. In dem sogenannten "Normandie"-Format soll es um mögliche Schritte für einen Frieden in der Ostukraine gehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. November 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 13:55 Uhr

3 Kommentare

Fuerst Myschkin vor 3 Wochen

Tja mit Annektionen ist das immer so eine Sache und liegt am Betrachter. Die Krim zurück zubekommen, dürfte Russland nicht so viel gekostet haben. Sagt aber viel über das militärische Vermögen der Ukraine und deren Freunde aus. Auch wollten die meisten Krimbewohner zurück nach Russland. Warum wohl? Letzteres nennt man halt einen demokratischen Prozess, den ich in der EU, wie zb. in Katalonien vermisse. Und wenn Sie von russischen Seelenverkäufern fabulieren, wäre es vielleicht zielführend, wenn Sie sich mal im Altwarenlager namens Bundeswehr umsehen. Wenn Sie allerdings von diesem Niveau ausgehen, haben sie narürlich völlig recht. Da sind die drei ukrainischen Schiffe tatsächlich Topmilitärtechnik. Als ehemaliger Offizier und Diplommilitärwissenschaftler in einer Armee, die vornehmlich mit russischer Technik ausgestattet war, erlaube ich mir hier ein objektives Urteil abgeben zu können.

ElBuffo vor 3 Wochen

Ach, das wären doch nun im Vergleich zu den Kosten der Krim-Annektion wirklich Peanuts gewesen. Und so schlimm sahen die jetzt im Vergleich zu so manch russischem Seelenverkäufer auch gar nicht aus.

Fuerst Myschkin vor 3 Wochen

Das ist eine wirklich kluge Entscheidung der russischen Regierung. Das Abwracken der drei alten Kästen wäre bestimmt um vieles teurer gekommen.