Dmitri Medwedew, Premierminister von Russland, nimmt gemeinsam mit Vertretern der lokalen Regierung und des russischen Notfallministeriums an einem Treffen teil.
Russlands Ministerpräsident Medwedew Bildrechte: dpa

Klimaschutz Russland tritt Pariser Klimaschutzabkommen bei

In Paris hatte sich vor vier Jahren die Weltgemeinschaft auf ein Klimaschutzabkommen geeinigt. Nun ist auch Russland offiziell beigetreten. Unterdessen gingen 66 Länder noch einen Schritt weiter.

Dmitri Medwedew, Premierminister von Russland, nimmt gemeinsam mit Vertretern der lokalen Regierung und des russischen Notfallministeriums an einem Treffen teil.
Russlands Ministerpräsident Medwedew Bildrechte: dpa

Russland ist offiziell dem Klimaschutzabkommen von Paris beigetreten. Ministerpräsident Dmitri Medwedew erklärte, er habe das entsprechende Dokument unterzeichnet.

Russland will Verschmutzung senken und aufforsten

Medwedjew sagte, Russland werde die Luftverschmutzung reduzieren und Wälder aufforsten. Für das Land sei die Teilnahme am Klimaschutzprozess wichtig. Besonders für die Menschen, die in Regionen mit Permafrostböden leben würden, sei dies auch eine Frage der Sicherheit. Wegen des Klimawandels tauen dort die Böden auf. Außerdem habe die Zahl der Naturkatastrophen zugenommen. Russland kämpfte im Sommer gegen die schlimmsten Waldbrände seit Jahren in Sibirien sowie gegen eine Jahrhundertflut nach extremen Regenfällen.

Konkrete Maßnahmen sollen 2020 feststehen

Vize-Regierungschef Alexej Gordejew kündigte an, bis 2020 werde ein Maßnahme-Papier vorliegen. Es werde die nationalen Interessen berücksichtigen. Russland lebt vor allem von seinen Gas- und Ölressourcen und gehört zu Ländern mit dem höchsten Ausstoß von Kohlendioxid. In dem 2015 vereinbarten Abkommen von Paris hatte die Weltgemeinschaft sich das Ziel gestellt, vor allem durch Senkung der CO2-Emissionen die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad.

66 Länder verpflichten sich zu CO2-Neutralität

Unterdessen haben sich kurz vor Beginn des UN-Klimagipfels in New York 66 Länder verpflichtet, bis zum Jahr 2050 CO2-Neutralität zu erreichen. Das teilte das Büro von UN-Generalsekretär António Guterres mit. Auch zehn Regionen, 102 Städte und 93 Unternehmen hätten sich der Selbstverpflichtung angeschlossen. Eine weltweite CO2-Neutralität bis zur Mitte dieses Jahrhunderts ist nach Einschätzung des Weltklimarats die Voraussetzung dafür, die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen zu können.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. September 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2019, 17:16 Uhr