Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Vladimir Putin stehen nebeneinander, jeweils hinter einem Stehpult.
Der türkische Präsident Erdogan (links) beim Treffen mit Kremlchef Putin in Sotschi. Bildrechte: dpa

Treffen mit Putin Türkei verlängert Waffenruhe in Syrien

Die Präsidenten von Russland und der Türkei haben für den Norden Syriens eine längere Waffenruhe ausgehandelt. Putin und Erdogan vereinbarten zudem gemeinsame Patrouillen in der Region.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Vladimir Putin stehen nebeneinander, jeweils hinter einem Stehpult.
Der türkische Präsident Erdogan (links) beim Treffen mit Kremlchef Putin in Sotschi. Bildrechte: dpa

Die Türkei und Russland wollen den Kurden in Syrien weitere sechs Tage Zeit zum Abzug aus der von der Regierung in Ankara geplanten Sicherheitszone einräumen. Das teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen der Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan in Sotschi mit. Eine bisher geltende fünftägige Feuerpause sollte an diesem Dienstagabend auslaufen.

Gemeinsame Patrouillen vereinbart

Beide Seiten vereinbarten zudem gemeinsame Patrouillen in der Region. Man werde sicherstellen, dass sich die Kämpfer mit ihren Waffen 30 Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze zurückzögen. Die beiden Staatschefs hatten zuvor mehr als sechs Stunden Vier-Augen-Gespräche in dem Kurort am Schwarzen Meer geführt.

Einmarsch am 9. Oktober begonnen

Die Türkei hatte am 9. Oktober eine Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz auf syrischem Gebiet begonnen und den Einmarsch mit dem Recht auf Selbstverteidigung begründet, um sich auf eine rund 400 Kilometer lange Sicherheitszone einzurichten. Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages kommt aber zu dem Schluss, dass der Einmarsch im Widerspruch zum Völkerrecht stehe.

Rolle Russlands im Nahen Osten

Russland unterstützt im Syrien-Konflikt vor allem den umstrittenen Machthaber Baschar al-Assad, pflegt aber als Vermittler auch enge militärische Kontakte zur Türkei. Den Einmarsch der Türkei hatte Moskau bislang recht zurückhaltend kritisiert. Politikexperten vermuten, dass der türkische Vorstoß mit Moskau abgesprochen war.

Putin hofft seine Rolle im Nahen Osten zu stärken und eine Vermittlerposition zwischen den dortigen Kräften einzunehmen. In Syrien hat Moskau unter anderem eine Militärbasis, auch geht es dem Kremlchef um die Erschließung von Rohstoffen. Die Kurdenkämpfer wiederum waren für die USA lange Zeit Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz (IS) in Syrien. Mit dem Abzug der USA hatten sie keine Schutzmacht mehr.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 21:13 Uhr