Matteo Salvini, Innenminister von Italien, spricht bei einer Pressekonferenz nach dem informellen Treffen der EU-Innenminister.
Italiens Innenminister Matteo Salvini. Bildrechte: dpa

Flüchtlingsrettung Salvini wirft Deutschland "Erpressung" vor

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat Deutschland "Erpressung" bei der Verteilung von Migranten von Rettungsschiffen vorgeworfen. "Von der deutschen Regierung sind miserable Signale gekommen", sagte der Chef der rechten Lega.

Matteo Salvini, Innenminister von Italien, spricht bei einer Pressekonferenz nach dem informellen Treffen der EU-Innenminister.
Italiens Innenminister Matteo Salvini. Bildrechte: dpa

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat Deutschland Erpressung mit Flüchtlingen vorgeworfen. In einem Interview sagte der Politiker, von der Bundesregierung gebe es "miserable Signale".

In einer E-Mail habe die Bundesregierung angeboten, 30 Migranten vom Küstenwachschiff "Gregoretti" aufzunehmen, wenn Italien im Gegenzug die 40 Flüchtlinge vom deutschen Hilfsschiff "Alan Kurdi" an Land lasse. Er habe von solchen Erpressungen Berlins die Nase voll, schimpfte Salvini.

Drohung gegen "Alan Kurdi"

Salvini drohte zugleich mit der Beschlagnahmung der "Alan Kurdi", falls sie entgegen seinem Verbot in italienische Gewässer einlaufe.

Die "Alan Kurdi" der Regensburger Organisation Sea-Eye hatte die Migranten diese Woche vor Libyen gerettet und ist derzeit südlich der italienischen Insel Lampedusa knapp außerhalb der Hoheitsgewässer. Eine Sprecherin sagte, man werde das Einfahr-Verbot Italiens vorerst respektieren: "Es ist nicht unsere Aufgabe, uns mit der italienischen Regierung anzulegen."

Die "Gregoretti" mit mehr als 100 Migranten war tagelang blockiert, bevor sich mehrere EU-Länder geeinigt hatten, die Menschen aufzunehmen - darunter auch Deutschland.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. August 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2019, 20:39 Uhr

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38 Kommentare

03.08.2019 17:21 Fragender Rentner 38

@Paul S. zu 36

Wenn die Leute in den Ländern Urlaub machen, sind sie da nicht nur in den Anlange wo meist alles kostenlos ist?
Nennt sich anders. :-)

Wenn sie zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten fahren, werden sie da nicht in Gruppen und manchmal auch beschützt hingebracht ?

03.08.2019 17:16 Fragender Rentner 37

Zitat von Oben: Salvini wirft Deutschland "Erpressung" vor

Das ist doch ein Fake.

Die wollen doch nur helfen, damit Deutschland noch mehr Einwohner bekommt.

03.08.2019 14:14 Paul S. 36

#24
„Wo sie ihres Lebens nicht sicher sind“ , sind das etwa die Länder wo Deutsche Urlaub machen ( Ägypten, Algerien , Marokko,Senegal , Kenia , Tunesien , Tansania und viele mehr ) wo sie damit meinen ?
Mir ist keine Reisewarnung in diesen Ländern bekannt wo wie sie meinen „man ist seines Lebens nicht sicher .

03.08.2019 11:43 Blücher 35

Herr Salvini , lassen Sie sich nicht erpressen , ziehen Sie Ihren Kurs durch !

Wir wissen was das alles noch mit Flüchtlingsrettung zu tun hat ! Wir wissen was wir von unseren Politikern zu halten haben u. was das mit dem Pakt für Migration auf sich hat .

Herr Salvini , bleiben Sie unnachgiebig !!!!

03.08.2019 10:15 jochen 34

24 Roberto # Ob Sie es glauben oder nicht - Mir ist das alles inzwischen völlig gleichgültig.
Wer so unverschämt und vorsätzlich handelt, der muss eben untergehen. So etwas würde ich nicht unterstützen.
Wie lange soll das noch so weitergehen ?
Bis wir alle Kalkutta sind oder wie ?

03.08.2019 09:33 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 33

@ Roberto 24 Seenotrettung ist Menschenpflicht; ob sich die Menschen „freiwillig“ oder durch eigene Blödheit in diese Situation gebracht haben, spielt keine Rolle.
##
Aber ja spielt das eine Rolle,wenn sie ihr Auto absichtlich
beschädigen (Unfall) ist das Vorsatz,das ist eine Straftat und die Versicherung zahlt auch nicht,so einfach ist das.

03.08.2019 06:57 Norbert NRW 32

Wer sich freiwillig mit 300 anderen in einen maroden Holzkahn setzt und dann hofft aus dem Bach gefischt zu werden ist nicht in Seenot sondern seinen Sch.... selber schuld. Topfebener Wasserspiegel 3,5 SM vor Lybiens Küste und dann in Seenot ? Ja nee iss klar, und wenn er dann zurückt gebracht wird ist es auch nicht gut...ich dachte immer Hauptsache festen Boden unter den Füßen und alles ist gut. Merkt eigentlich niemand wie wir auf hohem Niveau verarscht werden ?
Die DGZRS sind Seenotretter aber nicht so eine Öko Tante mit Kapitänspatent. Das sind Schlepper nicht mehr und nicht weniger.

02.08.2019 23:21 Theophanu 31

Roberto 24:
Das Seerecht ist völlig klar: es verpflichtet zur Rettung und dazu, die Geretteten in den nächsten Hafen zu bringen. Von "sicherem Hafen" oder ins europäische Sozialsystem steht nichts darin.
Wenn jemand die Geretteten ins europäische Sozialsystem bringt, nennt man ihn Schlepper oder Schlepperin. Schlepperei ist ein Straftat. Ich hoffe, dass Deutschland bald wieder zum Recht zurückkehrt und Schlepeerei nicht nur bei Osteuropäern , sondern auch bei Einheimischen ahndet. Vor dem Gesetz sollten in einem Rechtsstaat alle gleich sein.

02.08.2019 18:09 Wo geht es hin? 30

@Roberto: Die meisten der in "Seenot" geratenen Menschen starten doch aus Lybien und sind keine lybischen Staatsbürger - soweit richtig? Dann erklären Sie mir doch mal, wie man sich erst FREIWILLIG in ein Land begibt,wo man angeblich "seines Lebens nicht mehr sicher sei", dort aber sehr wohl seine Überfahrt in's gelobte Land unbehelligt organisieren kann. Warum also sollen diese Leute nicht mehr in das Land zurückgebracht werden dürfen, was sie kurz vorher doch FREIWILLIG schon mal für sich selbst ausgesucht haben?

02.08.2019 18:07 Klarheit 29

.... und das Schlepperunwesen geht Tag für Tag weiter , staatlich gefördert und unterstützt aus Berlin ......

Ich hoffe Italien macht endlich konsequent die Häfen dicht , und falls Schlepper ala Rakete trotzdem einfahren , Schiffe beschlagnahmen und verschrotten !