Jamal Khashoggi Journalist aus Saudi-Arabien
Jamal Khashoggi (Archivaufnahme) Bildrechte: dpa

Riad Saudi-Arabien räumt Tod von Khashoggi ein

Mehr als zwei Wochen lang hatte Saudi-Arabien alles abgestritten, nun räumte Riad zumindest ein, dass der regimekritische Journalist Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ums Leben gekommen ist. Beantwortet sind die Fragen zu dem Fall damit noch nicht.

Jamal Khashoggi Journalist aus Saudi-Arabien
Jamal Khashoggi (Archivaufnahme) Bildrechte: dpa

Saudi-Arabien hat den Tod des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi eingeräumt. Generalstaatsanwalt Scheich Saud al-Modscheb erklärte, ein Streit zwischen Khashoggi und Männern im Istanbuler Konsulat des Landes habe sich zu einer "Schlägerei" entwickelt, "die zu seinem Tod führte".

Festnahmen in Riad - Geheimdienstvize entlassen

Die staatliche saudische Nachtichtenagentur Spa berichtete, bisher seien 18 saudische Staatsangehörige festgenommen worden. Die Ermittlungen zu der "bedauerlichen und schmerzhaften" Entwicklung liefen. Zudem seien der Vizepräsident des Geheimdienstes, Ahmad al-Assiri, und der Medienberater am königlichen Hof, Saud al-Kahtani, auf Befehl des Königs entlassen worden. Beide Männer sollen am Tod des Journalisten mitverantwortlich sein. Der Geheimdienst solle nun insgesamt neu aufgestellt werden - dieser Prozess solle von Kronprinz Mohammed bin Salman selbst überwacht werden.

Dass al-Kahtani ohne Anordnung des Königs agiert hat, wird von verschiedenen Seiten angezweifelt. So hatte der ehemalige Medienberater selbst im vergangenem Sommer noch getwittert, er könne nicht "auf eigene Faust ohne Anweisungen handeln". Er und Ahmad al-Assiri gelten als dem König gegenüber extrem loyal.

Nach Besuch im Konsulat vermisst

Der im US-Exil lebende Khashoggi hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit einer Türkin abzuholen. Der Mann, der auch für die "Washington Post" gearbeitet hatte, ist seitdem verschwunden. Türkische Regierungs- und Geheimdienstkreise streuten unmittelbar danach die These, dass Khashoggi im Konsulat getötet worden sei. Türkische Ermittler sprechen von einem 15-köpfigen saudischen Spezialkommando, das für den Mord an dem Journalisten in die Türkei gereist sei.

Trump will mit Kronprinz sprechen

US-Präsident Donald Trump begrüßte die Festnahmen in Saudi-Arabien, hält den Fall aber noch nicht für restlos aufgeklärt. "Es ist nur ein erster Schritt, aber es ist ein großer erster Schritt." Der US-Präsident  betonte, man habe noch einige Fragen. Er wolle deshalb mit Kronprinz Mohammed bin Salman sprechen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres verwies nach Angaben seines Sprechers auf die Notwendigkeit einer sofortigen, gründlichen und transparenten Untersuchung der Todesumstände.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Oktober 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2018, 17:19 Uhr