Dieses von US Department of State zur Verfügung gestellte Bild zeigt Adel al-Dschubair (M), Außenminister von Saudi Arabien, mit Mike Pompeo (r), Außenminister der USA.
Außenminister al-Dschubair bezeichnete die Debatte um Kashoggi als hysterisch. Bildrechte: US Department of State/dpa

Nach Tod im Konsulat Saudi-Arabien: Debatte um Khashoggi "hysterisch"

Anders als von der Türkei gefordert, will Saudi-Arabien die im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi festgenommenen 18 Verdächtigen nicht ausliefern. Außenminister al-Dschubair bezeichnete die Debatte um Khashoggi als hysterisch.

Dieses von US Department of State zur Verfügung gestellte Bild zeigt Adel al-Dschubair (M), Außenminister von Saudi Arabien, mit Mike Pompeo (r), Außenminister der USA.
Außenminister al-Dschubair bezeichnete die Debatte um Kashoggi als hysterisch. Bildrechte: US Department of State/dpa

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir hat die internationale Debatte über den Tod des Journalisten Jamal Khashoggis als "hysterisch" bezeichnet. Die Menschen machten Saudi-Arabien für dessen Tötung verantwortlich, noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen seien, sagte er auf einer Sicherheitskonferenz in Bahrain. Er versprach, die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen.

Saudi-Arabien will Verdächtige im Khashoggi-Fall nicht ausliefern

Zugleich erteilte al-Dschubeir einem Auslieferungsgesuch der türkischen Staatsanwaltschaft für die 18 im Zusammenhang Khashoggis Tod festgenommenen Verdächtigen eine Absage: Es handle sich um saudische Staatsbürger. Sie seien in Saudi-Arabien inhaftiert worden, dort fänden die Ermittlungen statt und sie würden dort auch strafrechtlich verfolgt.

Türkei verspricht Aufklärung

Die Türkei hatte am Freitag eine Auslieferung der Verdächtigen gefordert und die entsprechenden Papiere vorbereitet. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wird die Auslieferung der Männer aufgrund von Vorwürfen wie "geplanten Mord", "Monströsität" und "Folter" verlangt.

Justizminister Abdülhamit Gül sagte, die Türkei erwarte eine Auslieferung. Das abscheuliche Verbrechen habe in der Türkei stattgefunden. Die türkischen Behörden seien in der Lage und entschlossen, den Fall aufzuklären. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zuvor mehrfach gesagt, die Täter müssten in Istanbul vor Gericht gestellt werden.

Konsulate nicht "exterritorial" Konsulate sind keine Inseln im Staat. Sie stehen nach dem Wiener Übereinkommen unter besonderem völkerrechtlichen Schutz. Aber es bleibt Staatsgebiet des Landes, in dem sie sich befinden. Auch die Mitarbeiter genießen besonderen Schutz. Sie müssen aber Gesetze des Landes beachten, in dem sich das Konsulat befindet.

Am 2. Oktober verschwunden

Am Donnerstag hatte die Generalstaatsanwaltschaft in Saudi-Arabien erstmals die Tötung des Journalisten im Istanbuler Konsulat als vorsätzlich geplante Tat bezeichnet. Bis dahin lautete die offizielle Erklärung zu Khashoggi, der Journalist sei bei einem Faustkampf zu Tode gekommen. Dies wurde international stark angezweifelt. Der Regierungskritiker hatte das Konsulat am 2. Oktober betreten, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen. Danach war er verschwunden. Die türkische Seite geht davon aus, dass Khashoggi von einem Spezialkommando ermordet wurde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Oktober 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2018, 11:21 Uhr

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6 Kommentare

29.10.2018 11:26 Klaus 6

@ { 28.10.2018 16:28 H.E. }
Es wurde nicht über Todesurteile gesprochen, sondern über Mord.
Khashoggi wurde nicht durch ein Gericht verurteilt, sondern ermordet.

28.10.2018 16:28 H.E. 5

@ 1 Phrasenhasser, @2 Norberg NRW, @3 Klaus
Sie haben völlig recht, jeder islamische Staat ist meilenweit entfernt von einem Rechtsstaat und aufgrund ihrer unglaublichen Scharia - Gesetze wird sich da in nächster Zeit kaum etwas ändern.
Wenn schon über Todesurteile gesprochen wird und Unbequeme einfach verschwinden habe ich bei AMNESTY INTERNATIONAL recherchiert. Absoluter Spitzenreiter bei den vollstreckten Todesurteilen ist der IRAN, den die EU ja wieder wirtschaftlich in den letzten Wochen so hofieren wollte.
Es gab bei diesen MULLAHS 2017 507 Todesurteile und 2016 567 Todesurteile und in den Jahren davor bis zu über 1000 Todesurteile und aufgrund ihrer Scharia-Gesetze wird dies auch bei Minderjährigen vollstreckt.
In Saudi-Arabien waren es 2017 146 vollstreckte Todesurteile und 2016 154 Todesurteile.
In den USA gab es 2017 23 Todesurteile und in China ist die Zahl unbekannt.

28.10.2018 15:12 Fragender Rentner 4

Wie wär es wenn wir ein Gutachten erstellen lassen, wäre doch nur rechtens?

27.10.2018 18:53 Klaus 3

@ { 27.10.2018 15:33 Phrasenhasser ... wobei eigentlich jeder islamische Staat meilenweit von einem Rechtsstaat entfernt ist, oder? }
Das sehe ich auch so. Deshalb haben wir aus diesen Ländern auch so viele Flüchtlinge. Dummerweise haben die auch noch die Waffen von uns (G8-Staaten).
Dass die den beauftragten Mörder nicht ausliefern wollen, war zu erwarten.

27.10.2018 17:10 Norbert NRW 2

@1 jepp stimmt genau es gibt keine friedliche islamische Religion. Was da gerade passiert ist ein islamischer Kreuzzug, aber Hauptsache die Kassen klingeln dann schaut man darüber hinweg was diese Staaten machen. Letztlich ist es mir egal solange Sie es unter sich ausmachen.

27.10.2018 15:33 Phrasenhasser 1

Irgendwie ist diese Resonanz schon erstaunlich, da in Saudi-Arabien sicherlich viele Kritiker und sonstig Unbequeme verschwunden sind oder verschwinden, entweder dauerhaft in Gefängnissen oder leider auf die gleiche Art und Weise, wie Kashoggi. Ja, dort herrscht ein totales Unrechtssystem, wobei eigentlich jeder islamische Staat meilenweit von einem Rechtsstaat entfernt ist, oder?