Zwei Menschen reichen sich die Hände
Verweigerter Handschlag: Schweiz lehnt Einbürgerung von Muslim-Paar ab Bildrechte: dpa

Handschlag verweigert Lausanne lehnt Einbürgerung von Muslim-Ehepaar ab

Die schweizerische Stadt Lausanne will ein muslimisches Ehepaar nicht einbürgern, weil sich Mann und Frau weigern, dem jeweils anderen Geschlecht die Hand zu geben. Die Behörden sehen darin ein unüberwindbares Hindernis für die Integration.

Zwei Menschen reichen sich die Hände
Verweigerter Handschlag: Schweiz lehnt Einbürgerung von Muslim-Paar ab Bildrechte: dpa

In der Schweiz ist einem muslimischen Ehepaar die Einbürgerung verweigert worden. Der Grund: Die Eheleute lehnen es aus religiösen Gründen prinzipiell ab, Menschen des anderen Geschlechts die Hand zu geben.

Der Bürgermeister von Lausanne, Grégoire Junod, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Paar habe damit mangelnden Respekt für die Gleichberechtigung der Geschlechter demonstriert. Die Einbürgerungskommission sei nach einem Gespräch mit dem Mann und der Frau zu dem Schluss gekommen, dass beide nicht ausreichend integrierbar seien.

Paar kann in Berufung gehen

Junod zufolge haben die Eheleute nicht nur ausgesagt, dass sie die Hand von Angehörigen des anderen Geschlechts nicht schütteln wollten. Sie hätten auch große Probleme gehabt, Fragen der Kommission zu beantworten, die von einem Mitglied des anderen Geschlechts gestellt wurden.

Junod betonte, in der Schweiz gelte zwar Religionsfreiheit. Die Ausübung des Glaubens dürfe aber nicht außerhalb des Rechts erfolgen. Das Paar hat jetzt 30 Tage Zeit, um Berufung gegen den Entscheidung der Stadt Lausanne einzulegen. Aus welchem Land die Muslime stammen, wurde nicht mitgeteilt.

Streng gläubige Muslime argumentieren, dass Berührungen zwischen Männern und Frauen außerhalb der Ehe und enger Familienbeziehungen verboten sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. August 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2018, 08:17 Uhr