Referendum Schweizer stimmen für schärferes EU-Waffenrecht

Die Schweizer haben für eine Änderung des Waffenrechts gestimmt. Der Anstoß dazu kommt von der EU. Zwar ist die Schweiz kein Mitglied der Union, wohl aber des Schengen-Raums.

Die Schweiz verschärft ihr Waffenrecht. Das haben die Eidgenossen heute mit dem Referendum "Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie im Schweizer Waffenrecht" beschlossen. Nach Hochrechnungen des Instituts gfs.bern für den Sender SRF stimmten am Sonntag etwa zwei Drittel der Bürger für neue Regeln.

Dabei geht es um die Anpassung des Schweizer Waffenrechts an geltende EU-Richtlinien, die nicht nur für die EU-Mitgliedstaaten, sondern auch den gesamten Schengen-Raum gelten.

Herkunft von Waffen soll bekannt sein

Nach den Attentaten in Paris hatte die EU ihr Waffenrecht verschärft. Die Herkunft von Waffen soll genau geklärt werden können, der Informationsaustausch zwischen den Schengen-Staaten verbessert werden. Unter anderem soll auch bekannt gegeben werden, wenn jemandem in der EU eine Waffe verweigert wurde.

Zwar ist die Schweiz kein EU-Mitglied, muss aber als Mitglied des Schengenraums eine rechtliche Anpassung vornehmen. Dabei soll allerdings das traditionelle Schweizer Schießwesen unberührt bleiben. Schweizer, die bereits eine halbautomatische Waffe besitzen, dürfen sie behalten, müsse diese aber melden. Außerdem sollen Waffenbesitzer alle fünf und zehn Jahre nachweisen, dass sie regelmäßig schießen und Mitglied eines Schützenvereins sind.

Erster Schützenverein im 14. Jahrhundert

Die Schweizer Regierung und das Parlament hatten die Annahme der Richtlinien empfohlen. Kritiker, wie Politiker der Schweizerischen Volkspartei, bezeichneten die Maßnahmen als freiheitsfeindlich und wirkungslos, da bislang kein einziger Anschlag in der Schweiz mit einer legal erworbenen Waffe verübt wurde.

Zwei bis zweieinhalb Millionen Schusswaffen soll es Schätzungen zufolge in der acht Millionen Einwohner starken Schweiz geben. Der erste Schützenverein wurde bereits im 14. Jahrhundert gegründet, Schusswaffen sind in der Schweizer Kultur verankert.

Referendum wichtig für Schengen-Raum

Hätten die Schweizer gegen eine Änderung des Waffenrechts gestimmt, wäre die Mitgliedschaft des Landes im Schengenraum gefährdet gewesen. Damit würde der Austausch von Informationen über Bedrohungen, die Reisefreiheit ohne Passkontrollen und die Möglichkeit, Asylbewerber wieder zurückzuschicken, weggefallen sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Mai 2019 | 09:14 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2019, 15:52 Uhr

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12 Kommentare

20.05.2019 15:43 Gerd Müller 12

Gute Entscheidung! Für unser Europa in der die Schweiz nicht nur geografisch mitten drin ist

20.05.2019 07:08 Soccer 11

Die "kleine" Schweiz mit weltweiten Konzernen, super Arbeitslohn, ist bei den Reichen und Schönen, dem Adel aber auch Arbeitern begehrt. Die sind kein Vorbild für uns aber fester Bestandteil Europas und sicherer Finanzplatz
für Wirtschaft, Banken Versicherungen Lottogesellschaften und Sportler - kriminelle bevorzugen Panama usw.

19.05.2019 20:26 Skywalker 10

Unabhängig von der Waffenrechtsverschärfung hat die Schweiz genau wie Österreich immer noch ein sehr liberales Waffenrecht. In beiden Staaten kann jeder unbescholtene Bürger problemlos Waffen erwerben und zwar auch ohne Jäger oder Sportschütze zu sein.

19.05.2019 17:46 Gerd Müller 9

Bei Selbstmorden mit einer Schusswaffe hält die Schweiz den Rekord in Europa. Am Sonntag wird über ein schärferes Waffenrecht abgestimmt.
Die offensiven Zwangsduzerei der putzigen # 6 "Hej, brauchst du Hilfe?" Seit Jahren zeichnet sich ein Trend zum "Sie" ab, der mit dem Neobiedermeier Hand in Hand geht: Das sorglose Duzen ist auf dem Rückmarsch. In vielen Bereichen ist eine Rückkehr zum ,Sie‘ empirisch nachweisbar. Ungebeten duzende mögen mir fern bleiben!

19.05.2019 17:12 Mj 8

@7 wir haben uns für den bilateralen weg entschieden! Sind also auch an einer stabilen eu interessiert! Die Abstimmung war peanuts, wurde aber als final battle hochgekocht

19.05.2019 15:21 Blumenfreund 7

Die Schweizer sind ja auch nicht in der EU.
Aber geschadet hat es Ihnen offensichtlich nicht !
Weiter so !!

19.05.2019 15:15 Fragender Rentner 6

@Gerd Müller zu 3
Du schreibst: Wir wollen KEINE schweizer Verhältnisse ^^

Ja das was wir hier haben und auch schon abläuft reicht schon.

19.05.2019 15:10 Nomalo 5

@ 4 Die Schweizer Entscheidung nicht verstanden? Zwei Drittel haben FÜR die Verschärfung des Waffenrechts gestimmt (Hochrechnung). Das bedeutet dass stärker kontrolliert wird. Daher ist der Kommentar unlogisch.
@ 3 Och solche schon :)

19.05.2019 13:21 Harzfreund 4

@3. Da bin ich und sehr viele Andere aber gaaaanz anderer Meinung. Vielleicht ist ja gerade deswegen bei den Eidgenossen seit Jahrhunderten Frieden. Man denke nur an die Fabel mit dem Igel.

19.05.2019 12:41 Gerd Müller 3

Wir wollen KEINE schweizer Verhältnisse ^^