Wappen und Schriftzug des Internationalen Seegerichtshofs.
Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg war von der Ukraine angerufen worden. Bildrechte: dpa

Urteil Seegerichtshof: Russland muss ukrainische Matrosen freilassen

Im November hatte die russische Küstenwache in der Meerenge von Kertsch ukrainische Schiffe gestoppt und 24 Matrosen festgenommen. Der Internationale Seegerichtshof verfügte nun, dass die Männer sofort freigelassen werden müssen.

Wappen und Schriftzug des Internationalen Seegerichtshofs.
Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg war von der Ukraine angerufen worden. Bildrechte: dpa

Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg hat Russland aufgefordert, im November festgenommene ukrainische Matrosen unverzüglich freizulassen und in die Ukraine zurückzuschicken.

Gerichtspräsident Jin-Hyun Paik sagte bei der Verkündung des Urteils, Russland müsse auch die drei beschlagnahmten ukrainischen Schiffe zurückgeben. Beide Seiten sollten zudem keine weiteren Maßnahmen veranlassen, um die extrem angespannte Situation zwischen den Ländern weiter zu verschärfen.

Ukraine: Russland muss jetzt handeln

Aufgebrachte ukrainische Marine-Einheiten im Hafen von Kertsch
Die beschlagnahmten ukrainischen Schiffe im Hafen von Kertsch. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Die Vize-Außenministerin der Ukraine, Olena Serkal, schrieb unmittelbar nach der Entscheidung des Gerichts auf Facebook, das Urteil sei ein klares Signal an Russland, "dass es nicht ungestraft Völkerrecht brechen kann". Die ukrainische Regierung erwarte nun, dass Russland das Urteil schnell und vollständig umsetze.

Eine Reaktion aus Moskau gibt es bislang nicht. Allerdings hatte Russland bereits im Vorfeld die Zuständigkeit des Internationalen Seegerichts bestritten und das Verfahren boykottiert. Russland ist der Ansicht, dass nur ein einheimisches Gericht über den Fall entscheiden soll.

Vorfall verschärfte Spannungen

Die ukrainischen Schiffe waren Ende November von der russischen Küstenwache gestoppt worden, als sie aus dem Schwarzen Meer ins Asowsche Meer fahren wollten. Bei der Aktion wurden mehrere ukrainische Marinesoldaten verletzt und 24 Besatzungsmitglieder festgenommen. Sie sitzen in der russischen Hauptstadt Moskau in Untersuchungshaft. Russland wirft ihnen vor, illegal in russische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein. Die Ukraine hatte vor dem Hintergrund des Konflikts das Kriegsrecht verhängt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Mai 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2019, 14:13 Uhr

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11 Kommentare

26.05.2019 22:59 Hubert 11

@10 Jürgen Förster 26.05.2019 20:58

Ich stimme mir dir vollkommen überein, wünsche mir noch, die freiwerdende Zelle des russischen Kapitäns gleich mit dem Rüstungsfabrikanten Poroschenko zu belegen.

26.05.2019 20:58 Jürgen Förster 10

Ich wünsche den ukrainischen Seeleuten, die von Poroschenko für ein halsbrecherisches Manöver benutzt wurden gern eine baldige Freilassung.
Ich bin sicher die russische Seite wäre zu Verhandlungen über eine Austausch gegen den in der Ukraine inhaftierten russischen Kapitän eines Fischereibootes bereit.
Allerdings steht zu befürchten, dass die ukrainische Regierung die ganze Sache lieber weiterhin propagandistisch ausschlachtet, anstatt im Interesse ihrer Landsleute zu verhandeln.

26.05.2019 14:56 Thore 9

Zitat aus dem Artikel ..."Russland ist der Ansicht, dass nur ein einheimisches Gericht über den Fall entscheiden soll. "

Und damit ist alles gesagt, da russische Hoheitsgewässer !

Vielleich sollte sich der Verein "Internationaler Seegerichtshof" mal um die Schlepper-und Schleuser-Aktivitäten im Mittelmeer kümmern !

26.05.2019 12:17 Wo ist das Lobbyregister? 8

@25.05.2019 18:52 Carolus Nappus

(Das kann ja mal überhaupt gar nicht sein. Der größte Friedensfürst aller Zeiten hat doch niemals im Leben nicht gegen internationale Regeln verstoßen und illegal Schiffe anderer Nationen aufgebracht.)

Sie sehen in diesem Kommentarbereich auch sofort, wie empörend dieses Urteil auf kenntnislose Autoritäre Charaktere wirkt. Denn, wie hiess es einst extra für diese Klientel: Der Führer steht über dem Recht.
Bemerkenswert auch das sofrot reflexartig einsetzende tu quoque-Geschwätz aus diesen Kreisen.

Eine der übelsten Folgen merkelschen Politikversagens, insbesondere in der sogenannten "Flüchtlingspolitik", ist der Aufstieg von Leuten, die den Bodensatz einer typischen Ochlokratie bilden und die ihr diesbezügliches "Rechtverständnis" hier und anderswo bestens belegen.

26.05.2019 09:15 Mal ne Anmerkung 7

Was soll das Geschrei?Was die USA können(Nichtanerkennung intern.Gerichtshöfe)können doch die Russen auch.Oder?Die Amis begehen in den Gebieten wo sie "versuchen ihnen gerechte Demokratienen herzustellen)reichlich Verstöße gegen die Menschenrechte und begehen Kriegsverbrechen.Die Amis dürfen das.Und wie @3 Frank L. dargelegt hat ,so ist es nun mal eben.

26.05.2019 09:01 Ureinwohner 6

Seegerichtshof: Russland muss ukrainische Matrosen freilassen.Der Internationale Seegerichtshof verfügte nun, dass die Männer sofort freigelassen werden müssen.Die Ukraine hatte vor dem Hintergrund des Konflikts das Kriegsrecht verhängt . Nun glaubt der Seegerichtshof zuständig zu sein und dem Loser helfen zu müssen.Das wird Putin nicht beeindrucken. Wetten?

26.05.2019 08:58 Gerd Müller 5

Ist der Internationale Seegerichtshof politisch? Scheinbar ja, von wen gesteuert?
Von der „sogenannten Elite“. Russland entscheidet, über seine Grenzen, und die worden eindeutig überschritten.
Dafür werden die Grenzverletzer zur Rechenschaft gezogen.
Punkt aus Ende
In Europa ist das anders, alle rein, keiner raus.
Dummheit, wird uns auf die Füße fallen.

25.05.2019 23:20 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 4

@2 Absolut richtig. Meinen Sie USA oder Israel?

25.05.2019 22:30 Frank L. 3

Bei der Aufbringung der Ukrainischen Schiffe handelt es sich um eine Militärische Operation. Nicht zu vergessen auch die Ukrainer waren Marinesoldaten. Von daher hat der Seegerichtshof überhaupt nichts zu melden. Selbiger ist für die zivile Schifffahrt zuständig.

25.05.2019 18:52 Carolus Nappus 2

Das kann ja mal überhaupt gar nicht sein. Der größte Friedensfürst aller Zeiten hat doch niemals im Leben nicht gegen internationale Regeln verstoßen und illegal Schiffe anderer Nationen aufgebracht.