Migranten, die sich nach der Rettung in den Gewässern vor Libyen auf dem Rettungsschiff «Alan Kurdi» ausruhen.
Von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye auf der "Alan Kurdi" aufgenommene Migranten. Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/dpa

Seenot-Rettung Seehofer will Kompromiss für Bootsflüchtlinge

Immer wieder sitzen Bootsflüchtlinge für längere Zeit auf Rettungsschiffen im Mittelmeer fest, weil sie vor allem in Italien oder auf Malta nicht in die Häfen dürfen. Angesichts der veränderten politischen Lage in Italien hofft Bundesinnenminister Seehofer auf einen Kompromiss. Der derzeitige sei "ein unwürdiger Zustand".

Migranten, die sich nach der Rettung in den Gewässern vor Libyen auf dem Rettungsschiff «Alan Kurdi» ausruhen.
Von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye auf der "Alan Kurdi" aufgenommene Migranten. Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer setzt ungeachtet der offenen Regierungsbildung in Italien auf einen EU-Kompromiss zur Umverteilung von Bootsflüchtlingen: "Es ist ein unwürdiger Zustand, dass bei jedem neuen Schiff die Debatte über die Aufnahme und Verteilung der Migranten immer aufs Neue geführt werden muss."

Wie der CSU-Politiker weiter sagte, ist es aber "äußerst schwierig", in der EU einen "verlässlichen und solidarischen Ad-hoc-Mechanismus für die Seenotrettungsfälle" zu finden. Bei einem EU-Sondertreffen am 19. September auf Malta wird eine Regelung angestrebt. Sie soll verhindern, dass Italien und Malta ihre Häfen für Schiffe sperren, die Migranten an Bord haben. Teilweise saßen Menschen wochenlang an Bord fest, bis nach jeweils mühsamen Gesprächen andere Länder zusagten, sie aufzunehmen.

Treffen auf Malta

Innenminister Horst Seehofer.
Seehofer im Juli bei einem Treffen der EU-Innenminister in Helsinki zum Umgang mit den Bootsflüchtlingen, das keine Lösung brachte. Bildrechte: dpa

Ob und wie Italien bei dem Treffen vertreten sein wird, ist angesichts der laufenden Regierungsbildung in Rom noch unklar. Kritiker des amtierenden italienischen Innenmnisters Matteo Salvini setzen auf einen Kurswechsel.

Seehofer mahnte eine Lösung zur Rettung von Bootsflüchtlingen an, die keine neuen Anreize schafft, die Reise über das Mittelmeer anzutreten.

Am Donnerstag waren zwei private Rettungsschiffe mit rund 200 Menschen an Bord im Mittelmeer unterwegs – die deutsche "Eleonore" und das italienische Schiff "Mare Jonio".

Am Donnerstag hieß es aus dem Innenministerium in Rom, Schwangere, Kinder, ihre Mütter und Kranke dürften die "Mare Jonio" verlassen. Sie seien von der italienischen Küstenwache übernommen worden, bestätigte die Hilfsorganisation, die dieses Schiff unterhält. Jetzt seien aber noch 34 Migranten bei Wellengang südlich von Lampedusa an Bord. Die Einfahrt in den Hafen der Insel hat die italienische Regierung verboten.

Frühere Meldungen zum Thema:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. August 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2019, 13:13 Uhr

60 Kommentare

Fakt vor 1 Wochen

Doch, in Afrika gibt es sichere Orte. Es ist aber vom "nächsten" sicheren Ort die Rede - und der liegt nun mal nicht in Afrika. Ein Atlas würde auch Ihnen die Erleuchtung bringen.
Und doch: Es ist Seenotrettung. Auch wenn sich jemand fahrlässig oder bewusst in Gefahr bringt, handelt es sich um einen Seenotfall und in der Folge um Seenotrettung! Einfach mal Experten fragen und nicht auf rechte Kompetenzsimulanten hereinfallen.

Ekkehard Kohfeld vor 2 Wochen

Ja dann fangen sie doch mal bei sich zu hause an
sie haben doch sicherlich einige Zimmer leer stehen
,wer andern Eigentum verteilt sollte sein auch anbieten sonst sind das alles nur Worthülsen und Heuchelei.Die Armutsflüchtlinge kommen hier gar nicht hin denn die können sich die Schlepper nicht leiste.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/gesellschaft/milliarden-business-schleppermafia-100.html

Ekkehard Kohfeld vor 2 Wochen

"Geretteten an den "nächsten sicheren Ort" zu bringen sind."

Und den gibt es in Afrika nicht lieber Krause???????
Zudem sprechen wie hier nicht über Seenotrettung

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/gesellschaft/milliarden-business-schleppermafia-100.html

den völlig neu ist mir das Deutschland für die
Seenotrettung im Mittelmeer zuständig ist,sind wir da schon wieder Anrainer (3.Reich so weit ausgedehnt?) und zu Hilfe gerufen wurden wir auch von keinem Anrainerstaat.Also was suchen wir da?

Wissen sie der Riesen Kontinent Afrika hat 30.370.000 km² (Europa 10.180.000 km²) und 55 Länder und da kommen die nicht unter.
Den erklären sie und doch mal.

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