Migranten, die sich nach der Rettung in den Gewässern vor Libyen auf dem Rettungsschiff «Alan Kurdi» ausruhen.
Am 3. April rettete "Alan Kurdi" mehr als 60 Menschen aus Seenot, seitdem harren sie an Bord des Schiffes aus. Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/dpa

Seenotrettung Malta lässt Migranten auf "Alan Kurdi" an Land

Seit zehn Tagen harren mehr als 60 Migranten an Bord eines deutschen Seenotretters aus. Nun dürfen sie in Malta an Land gehen, aber nicht dort bleiben. Die Menschen werden auf andere EU-Länder verteilt.

Migranten, die sich nach der Rettung in den Gewässern vor Libyen auf dem Rettungsschiff «Alan Kurdi» ausruhen.
Am 3. April rettete "Alan Kurdi" mehr als 60 Menschen aus Seenot, seitdem harren sie an Bord des Schiffes aus. Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/dpa

Die Migranten an Bord des deutschen Seenotretters "Alan Kurdi" dürfen nach Tagen des Wartens das Schiff verlassen. Wie die maltesische Regierung in Valletta mitteilte, dürfen die 62 Menschen in Malta an Land gehen. Sie würden dann nach Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg gebracht. Keiner von ihnen werde in Malta bleiben.

Malta verweigert Einfahrt

Das Schiff der Organisation Sea-Eye hatte die Menschen am 3. April vor der libyschen Küste gerettet. Danach wartete die Crew tagelang auf die Genehmigung, einen sicheren Hafen anzusteuern. Italien und Malta verweigerten die Einfahrt, weil sie auf eine Verteilung der Migranten auf andere EU-Länder pochten. Zwei Frauen wurden aus gesundheitlichen Gründen in Malta an Land gebracht.

In der zurückliegenden Nacht gab zudem einen weiteren medizinischen Notfall: Ein Besatzungsmitglied wurde wegen "zunehmender Erschöpfung" an Land gebracht.

Auch jetzt darf die "Alan Kurdi" nicht in Malta einlaufen, teilte die Regierung mit. Ein maltesischer Diplomat sagte, die Migranten würden auf ein maltesisches Schiff umsteigen, das sie dann an Land bringe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. April 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2019, 20:34 Uhr