Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr Selenskyj übernimmt am Montag die Amtsgeschäfte von Petro Poroschenko. Bildrechte: imago/Ukrinform

Neuer ukrainischer Präsident Selenskyj will die Krim zurück

Kurz vor seiner Amtsübernahme zeigt sich der designierte ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuversichtlich, dass die Halbinsel Krim wieder an sein Land zurückgegeben wird. Russland hatte die ukrainische Halbinsel vor fünf Jahren annektiert. Seitdem sieht sich die Ukraine im Krieg mit dem Kreml.

Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr Selenskyj übernimmt am Montag die Amtsgeschäfte von Petro Poroschenko. Bildrechte: imago/Ukrinform

Der designierte ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich zuversichtlich, dass die Halbinsel Krim wieder an sein Land zurückgegeben wird. "Ich glaube, dass wir die Heimat der Krimtataren von der Besatzung befreien werden", schrieb er am Samstag bei Facebook.

Spannungen seit Annexion der Krim

Es werde aber ein langer Weg werden. Die Ukraine werde ihn gemeinsam mit den Krimtaren gehen. "Auch die dunkelste Macht endet im Morgengrauen", schrieb Selenskyj, der am Montag die Amtsgeschäfte von Petro Poroschenko übernehmen wird.

Russland hatte vor fünf Jahren die ukrainische Halbinsel annektiert, was von der EU und den USA als völkerrechtswidrig verurteilt wurde. Deshalb sieht sich die Ukraine im Krieg mit Russland - auch wegen der Unterstützung von Separatisten in der Ostukraine durch Moskau.

Erinnerung an Zwangsumsiedlung der krimtatarischen Minderheit

Mit der Wahl Selenskyjs zum neuen Staatsoberhaupt gab es Hoffnungen, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern entspannen könnte. Der frühere Komiker hatte zuletzt aber klargestellt, dass eine Normalisierung der Beziehungen erst dann möglich sei, wenn die Halbinsel Krim und der Donbass nicht länger besetzt seien.

In der Ukraine wurde am Samstag an die Zwangsumsiedlung der krimtatarischen Minderheit nach Zentralasien unter dem Sowjetdiktator Josef Stalin vor 75 Jahren erinnert. 1944 waren etwa 200.000 Menschen wegen angeblicher Kooperation mit den deutschen Besatzern per Zug vor allem ins heutige Usbekistan gebracht worden. Das ukrainische Parlament wertete die Deportation 2015 als Völkermord.

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Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2019, 16:21 Uhr