Wolodymyr Selenskyj, neuer Präsident der Ukraine, schwört während seiner Vereidigung auf die Bibel.
Wolodymyr Selenskyj, der Präsident der Ukraine. Bildrechte: dpa

Ermittlungen gegen Biden Ukraine-Affäre: Selenskyj bestreitet "Quid Pro Quo"

Wollte Trump Ermittlungen der Ukraine gegen seinen Kontrahenten Biden mit Fördermittelzusagen erkaufen? Das wäre strafbar. Der ukrainische Präsident Selenskyj widerspricht diesem Vorwurf.

Wolodymyr Selenskyj, neuer Präsident der Ukraine, schwört während seiner Vereidigung auf die Bibel.
Wolodymyr Selenskyj, der Präsident der Ukraine. Bildrechte: dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestreitet, dass es zwischen ihm und US-Präsident Donald Trump Absprachen über Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden gegeben hat.

"Ich habe mit US-Präsident Trump gar nicht in dieser Haltung gesprochen - ich geb' dir dies - du gibst mir das", sagte Selenskyj dem "Spiegel".

In dem Interview beklagte der Staatschef einen Imageschaden, den sein Land durch die Ukraine-Affäre des US-Präsidenten erlitten habe. "Die Vereinigten Staaten sind so etwas wie ein Signal für die Welt - für den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank, für Europa", sagte Selenskyj.

Wenn die USA sagten, die Ukraine sei korrupt, dann sei das "ein sehr hartes Signal", betonte der Präsident. "Ich möchte, dass die Vereinigten Staaten verstehen: Das hier ist jetzt ein anderes Land, wir sind völlig andere Leute."

Die sogenannte Ukraine-Affäre des US-Präsidenten war von Enthüllungen um ein brisantes Telefonat zwischen Selenskyj und Trump vom Juni ausgelöst worden. Die US-Demokraten werfen Trump Amtsmissbrauch vor, weil er von der Ukraine Ermittlungen gegen seinen möglichen Kontrahenten im Präsidentschaftswahlkampf 2020 Biden gefordert hatte.

Dabei soll der US-Präsident eine Militärhilfe von fast 400 Millionen Dollar als Druckmittel gegen Selenskyj benutzt haben. Das Geld wurde wochenlang zurückgehalten, obwohl es im Konflikt mit pro-russischen Milizen in der Ostukraine dringend benötigt wurde.

Explosionen neben Schiffen 1 min
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Dezember 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 10:34 Uhr

3 Kommentare

Klartext vor 3 Tagen

Nachtrag: Immer schön die DeuBa, die CoBa und den Au/Ag-Kurs im Auge behalten. Es könnte nämlich durchaus sein, daß die Party "100 Jahre Sozialismus" über Nacht zu Ende ist. Es traf die Massen IMMER unvorhergesehen.... soll es ja auch. Oder anders: Wie will man eine Trump-Wiederwahl noch verhindern? Ja... ja... hat alles Nichts mit Nichts zu tun....

meckersack vor 4 Tagen

Was soll denn der Selenskyj auch sagen? Belastet er Trump, würde er sich damit selbst enorm unter Druck setzen. Er muss damit rechnen das Trump im Amt bleibt, egal was er auspackt oder nicht. Das Impeachment in den USA ist ein rein politisches Verfahren, es geht weniger um bewiesene Schuld oder unbewiesene Anschuldigungen, sondern nur darum ob Trump das Vertrauen seiner republikanischen Senatoren behält. Darauf hat Selenskyj kaum Einfluss, er ist als Zeuge befangen, so lange wie Trump im Amt ist und er dessen Zorn fürchten muss.

Klartext vor 3 Tagen

Ist doch alles schon seit Monaten bekannt .... sprach das "tagesereignis". Boom ...Boom ...Boomerang! ....alles läuft nach Plan! Ihr "n8waechter ;-)