Papst Franziskus an Bord eines Flugzeuges
Papst Franziskus gibt an Bord eines Flugzeugs eine Pressekonferenz. Das Bild stammt vom 3. Februar 2019. Bildrechte: imago/Independent Photo Agency Int.

Pressekonferenz im Flieger Papst räumt Missbrauch von Nonnen durch Priester ein

Seit Jahren wird das Image der katholischen Kirche durch Missbrauchsfälle erschüttert. Im Fokus stehen vor allem Übergriffe auf Kinder. Jetzt spricht der Papst erstmals vom Missbrauch von Nonnen in einigen Ordensgemeinschaften.

Papst Franziskus an Bord eines Flugzeuges
Papst Franziskus gibt an Bord eines Flugzeugs eine Pressekonferenz. Das Bild stammt vom 3. Februar 2019. Bildrechte: imago/Independent Photo Agency Int.

Papst Franziskus hat erstmals sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe eingeräumt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte bei einer Pressekonferenz auf dem Rückflug von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Rom: "Es gab Priester und auch Bischöfe, die das getan haben." Erst vergangene Woche hatte ein hochrangiger Vertreter des Vatikan sein Amt niedergelegt, weil er eine deutsche Nonne massiv bedrängt haben soll.

Thema ist Kirchenspitze lange bekannt

Bislang hatte sich Franziskus nicht zu dem Thema geäußert. Derartige Vorfälle könnten überall geschehen, seien aber besonders häufig in einigen neu gegründeten Ordensgemeinschaften und in einigen Regionen, sagte der Papst. Die Kirchenspitze arbeite bereits lange an dem Thema. Auch sein Vorgänger, Benedikt XVI., habe zu Vorfällen Untersuchungen einleiten lassen.

Mehrere Geistliche seien wegen Übergriffen suspendiert worden. Namen oder einzelne Länder nannte der Papst nicht. Zudem seien einige besonders betroffene Frauenkongregationen aufgelöst worden. Die Kirche dürfe die Fälle nicht abstreiten und müsse bei der Aufarbeitung noch mehr tun, betonte das Oberhaupt. Franziskus war in den vergangenen Tagen zu Besuch in den islamisch geprägten Vereinigten Arabischen Emiraten - als erster Papst überhaupt.

Zur Abtreibung gezwungen

Die katholische Kirche wird seit Jahren von Missbrauchsaffären erschüttert. Bislang waren vor allem Übergriffe auf Kinder und Jugendliche öffentlich geworden. 2001 hatte die italienische Tageszeitung "La Repubblica" berichtet, dass vor allem in Afrika katholische Priester und Missionare Ordensschwestern und Nonnen zu Sex zwingen würden. Die Übergriffe seien kirchenintern seit 1995 bekannt gewesen, aber unter Verschluss gehalten worden.

Weiter hieß es damals, würden die Opfer schwanger, würden die Kirchenmänner die Frauen teilweise zur Abtreibung zwingen. Die Vorfälle hätten sich nicht nur in Afrika ereignet, sondern auch in Lateinamerika, Indien, Italien und Irland.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Februar 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 21:28 Uhr

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8 Kommentare

07.02.2019 15:54 Fragender Rentner 8

Na hoffentlich wurde ihnen nicht vorgegaukelt das Gott es so will?

06.02.2019 15:45 Fragender Rentner 7

Klingt ja schön was er so von sich gibt nur wo hat man etwas über die Konsequenzen gehört?

06.02.2019 15:37 H.E. 6

@5 Atze
Man konnte in der Presse sehr wohl lesen, daß manche die Frauen sogar zur Abtreibung gezwungen haben.
Dieser jetzige Papst Franziskus kann einem wirklich leid tun. Er muß jetzt ausbaden, was bereits seit 1995 ja im Vatikan bekannt war und unter den Teppich gekehrt wurde und dies war unter dem POLNISCHEN Papst Johannes Paul II, der 26 Jahre und 5 Monate das Papstamt innehatte und zwar von 1978 bis 2005 und permanent WELTWEIT auf Reisen unterwegs war in Sachen SEXUALMORAL, anstatt seinen eigenen Laden in Ordnung zu halten. Unglaublich!
Und dann wurde er auch noch von vielen verehrt, leider!
Hoffentlich hört es mit seiner Verehrung endlich mal auf, besonders in POLEN.

06.02.2019 13:15 Atze 5

..."würden die Kirchenmänner die Frauen teilweise zur Abtreibung zwingen. "

Na, der Papst kann einem leid tun. So eine Schweinerei und das noch von Solchen, die an die " Unbefleckte Empfängnis " glauben sollten. Sodom und Gomorrha!

06.02.2019 10:25 H.E. 4

Ich finde es skandalös, daß es 1995 bereits bekannt wurde und es unter Verschluß gehalten wurde, also unter dem POLNISCHEN Papst Johannes Paul II, den ich eh nieeee leiden mochte. Das paßt besonders gut zusammen, der permanent unterwegs war und MORAL gepredigt hat, aber so einen Skandal unter dem Deckel hielt. Da hätte Johannes Paul II mal bei seinen Priester- und Bischofskollegen MORAL predigen, alles aufdecken und durchgreifen und sie dann konsequent rauswerfen sollen und dies nicht seinen Nachfolgern überlassen. Ist dies HEILIG?

06.02.2019 09:24 MarcIl 3

Müsste man eine derartige Institution, die derartige Verbrechen mit sich zieht, nicht eigentlich verbieten- oder wie verträgt sich das mit Rechtsstaatlichkeit? In der DDR traten viele aus der Kirche aus, müsste man das "warum" nicht auch mal breiter und ergebnisoffener hinterfragen. Wusste man das vielleicht, waren wir da mal viel weiter? Passt das hier berichtete zum eigenen Selbstanspruch?

06.02.2019 08:01 Sascha10 2

Offensichtlich sind die, welche das Patent auf das Gutmenschentum haben, besonders böse. Letztendlich setzt sich trotz klerikaler Verbote und zwanghafter ständiger Wiederholungen von unnatürlichen Verhaltensweisen das Verhalten des Nackten Affen immer wieder durch. Katholische Kirche du bist ein Auslaufmodell. Teilt deinen Besitz unter den tatsächlich an Humanität Glaubenden auf!

05.02.2019 23:56 part 1

Das Zölibat wurde einst geschaffen, nachdem einige Päpste daran waren das Kircheneigentum zu vererben. Unzählige Mehrteiler im TV brachten uns das Geschehen von damals in Spielfilm- Doku etwas näher. Der Staat im Staate musste immer etwas kleiner gehalten werden als die Sonnenkönige, die vom Aberglauben ihre Macht sichern konnten. Indess lassen sich aber menschliche Bedürfnisse niemals vollständig unterdrücken, auch bei Klerikern nicht, obwohl heutige Nonnen und Mönche nicht mehr die Opfer einer feudalen Vererbungspolitik sind. Die Liebe zum Menschen sollte die menschliche Liebe nicht verbieten und endlich in der realen Welt anlanden.