"Koalition der Willigen" Sieben EU-Länder wollen Flüchtlingskinder aufnehmen

Um Griechenland zu entlasten, wollen sieben EU-Staaten unbegleitete minderjährige Migranten und Familien mit kleinen Kindern aufnehmen. Insgesamt sollen 1.600 Menschen die Flüchtlingslager verlassen.

Eine Frau geht mit ihren Kindern in einem provisorischen Lager neben dem Lager Moria über eine Holzbrücke.
In den griechischen Flüchtlingslagern, wie hier in Lesbos, sind viele Dinge des Alltags improvisiert. Bildrechte: dpa

Sieben EU-Staaten haben sich bereiterklärt, unbegleitete minderjährige Migranten aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Das gab EU-Innenkommissarin Ylva Johansson bei einem Besuch in Athen bekannt.

Zu der sogenannten "Koalition der Willigen" gehören Frankreich, Irland, Finnland, Portugal, Luxemburg, Kroatien und Deutschland.

Neue Hilfsprogramme, neue Rückführungen

Johansson sprach von unbegleiteten Minderjährigen, Kindern und anderen gefährdeten Gruppen. Die Deutsche Presse-Agentur meldet, dass Frankreich vor allem Familien mit kleinen Kindern aufnehmen wolle. Nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums leben auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios mehr als 42.500 Migranten. Die EU-Kommission geht von rund 5.500 unbegleiteten Minderjährigen aus. Neun von zehn dieser Kinder seien unter 14 Jahre alt.

Laut Johansson sollen bei einer Konferenz im Mai weitere Hilfen für Kinder und Jugendliche in den Flüchtlingslagern mobilisiert werden. Gleichzeitig soll ein Programm zur freiwilligen Rückführung anlaufen. Einen Monat lang könnten sich bis zu 5.000 Migranten melden, die vor dem 1. Januar auf die griechischen Inseln gekommen sind. Sie würden 2.000 Euro erhalten und in ihre Heimat zurückkehren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. März 2020 | 15:00 Uhr