Joe Kaeser, 2012
Joe Kaeser fährt nicht zu einer Wirtschaftskonferenz nach Saudi-Arabien. Bildrechte: Siemens AG/dpa

Fall Khashoggi Siemens-Chef Kaeser sagt Teilnahme an Konferenz in Saudi-Arabien ab

Am Dienstag beginnt eine große Wirtschaftskonferenz in Riad. Doch wegen des Todes des regimekritischen Journalisten Khashoggi sagten prominente Wirtschaftsvertreter bereits ab. Nun folgte auch Siemens-Chef Kaeser.

Joe Kaeser, 2012
Joe Kaeser fährt nicht zu einer Wirtschaftskonferenz nach Saudi-Arabien. Bildrechte: Siemens AG/dpa

Siemens-Chef Joe Kaeser wird nicht an einer großen Wirtschaftskonferenz in Saudi-Arabien teilnehmen, die am Dienstag beginnt. Damit gibt Kaeser dem massiven öffentlichen Druck nach, der durch den Tod des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi entstanden war.

In einer im Internet veröffentlichten Erklärung schrieb Kaeser, er habe letztlich die sauberste, wenn auch "nicht die mutigste" Entscheidung getroffen. Manchmal entwickelten sich Situationen so, "dass niemand gewinnen kann und jede Option falsch ist", schrieb er in einem langen Beitrag. Die sogenannte Khashoggi-Krise sei so eine Situation und es sei nicht immer leicht, "die richtige Balance zwischen Werten, Interessen und dem richtigen Zeitpunkt" zu finden.

Kaeser: "Keine Entscheidung gegen das Königreich"

Jamal Khashoggi Journalist aus Saudi-Arabien
Jamal Khashoggi starb im Istanbuler Konsulat von Saudi-Arabien. Bildrechte: dpa

Option eins wäre gewesen, nicht nach Riad zu fahren und sich hinter dem "Mainstream" zu verstecken, Option zwei, einen Vertreter zu schicken und Option drei, "hinzufahren und darüber zu sprechen", so der Siemens-Chef in der Erklärung.

Er habe lange die dritte Möglichkeit erwogen, denn eine Absage wäre die "einfachste" Lösung gewesen. Letztlich habe er sich aber entschieden, nicht nach Riad zu reisen. "Das ist keine Entscheidung gegen das Königreich", stellte Kaeser klar. Am wichtigsten sei derzeit, dass die "Wahrheit" ans Licht komme und Gerechtigkeit hergestellt werde.

Druck auf Kaeser

In den vergangenen Tagen hatte es starken Druck unter anderem von Grünen, FDP und Linken auf Kaeser gegeben, die Teilnahme an der Konferenz abzusagen. Seit dem Tod Khashoggis im Istanbuler Konsulat Saudi-Arabiens hatten bereits mehrere westliche Unternehmer und Minister ihre Teilnahme abgesagt, darunter Medienunternehmen aus den USA, der Autohersteller Ford und der Fahrdienstleister Uber.

Saudi-Arabien hatte nach mehr als zwei Wochen den Tod Khashoggis im Istanbuler Konsulat zugegeben, allerdings widersprüchliche Angaben zur Todesursache gemacht. Kanzlerin Merkel hatte am Sonntag vorerst einen Stopp der Waffenlieferungen in das arabische Land angekündigt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2018, 16:35 Uhr

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1 Kommentar

22.10.2018 18:28 Erik 1

Kann man seinen Namen eigentlich ohne standesamtlichen Eintzrag einfach ändern? "Josef Käser" heißt noch immer so, "Joe Kaeser" ist ein infantiler Spitzname, wie auch bei anderen Leuten, die unter "Malu" statt Marie-Luise, den "Ullas" und "Ulles" (die eigentlich profan Ursula heißen).

Ich kann mich doch auch nicht unter einem Phantasienamen präsentieren, warum dürfen das Leute aus Wirtschaft und Politik?