Panzer-Parade bei einer Truppenübung von 25 Staaten im April 2018 in Saudi-Arabien.
Panzer-Parade bei einer Truppenübung von 25 Staaten im April 2018 in Saudi-Arabien. Bildrechte: dpa

Sipri-Bericht zum Großwaffenhandel USA verkaufen deutlich mehr Waffen

Weltweit nimmt der Waffenhandel weiter zu. Die internationalen Waffenverkäufe sind nach Daten des Sipri-Instituts in den vergangenen fünf Jahren um knapp acht Prozent gegenüber dem Zeitraum davor gestiegen. Die USA waren mit Abstand größter Exporteur. Deutschland liegt auf Rang vier, wurde aber gelobt.

Panzer-Parade bei einer Truppenübung von 25 Staaten im April 2018 in Saudi-Arabien.
Panzer-Parade bei einer Truppenübung von 25 Staaten im April 2018 in Saudi-Arabien. Bildrechte: dpa

Die USA haben ihre Position als weltweit größter Waffenexporteur ausgebaut. 36 Prozent aller Waffenausfuhren in den vergangenen fünf Jahren kamen von US-Unternehmen, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem neuen Report mitteilte.

Die US-Waffenkonzerne steigerten ihre Ausfuhren im Vergleich zu den Jahren 2009 bis 2013 um 29 Prozent. Davon wurde mehr als jede zweite Waffe in den Nahen Osten geliefert. Nach Sipri-Angaben lieferten US-Waffenschmieden Kampfjets, Kurzstreckenraketen und Lenkbomben in mindestens 98 Länder und damit in weitaus mehr als andere Staaten.

Russland verkauft weniger - Frankreich deutlich mehr

Im Gegensatz zu den USA sanken die Waffenverkäufe der Nummer zwei Russland um 17 Prozent. Als Grund dafür nennt Sipri geringere Bestellungen aus Indien und Venezuela.

Dahinter waren Frankreich mit einem Exportplus um 43 Prozent, Deutschland (+13) und China (+2,7) die größten Waffenexporteure. Deutschlands Hauptabnehmer waren demnach Südkorea, Griechenland und Israel. Geliefert wurden vor allem Schiffe und U-Boote.

Insgesamt stieg das weltweite Volumen der Im- und Exporte von Waffen laut Sipri im Fünfjahresvergleich um 7,8 Prozent. Dabei rüsteten vor allem die Länder im Nahen Osten auf, ihre Importe stiegen um 87 Prozent. An der Spitze stand dabei Saudi-Arabien vor Ägypten, Australien und Algerien. Die anderen Weltregionen verzeichneten einen Rückgang.

Lob für Deutschland

Zuletzt wurden 2018 etwas weniger Großwaffen im- und exportiert als in den Vorjahren. Sipri-Experte Pieter D. Wezeman hält das jedoch noch nicht für einen Trendwechsel. Dazu müsse man erst den Waffenhandel 2019 abwarten.

Die Bundesregierung hatte Ende 2018 als Reaktion auf die Ermordung des regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul ihre Exporte nach Saudi-Arabien gestoppt. Wezeman sagte, es sei extrem wichtig, dass wirklich klar werde, warum Länder sich Waffen besorgten. Darüber müsse mehr diskutiert werden.

Länder müssen Verantwortung übernehmen, wie es Deutschland bei Saudi-Arabien getan hat.

Sipri-Experte Pieter D. Wezeman.

Den Sipri-Forschern geht es bei ihren Berichten um langfristige internationale Trends. Ihre Werte bemessen sich nach dem Volumen, nicht dem finanziellen Wert von Waffen-Deals.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. März 2019 | 02:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 02:37 Uhr

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2 Kommentare

11.03.2019 22:26 Afterburner 2

Es ist schon ein Brüller,die Länder die sich als Hüter der Demokratie ausgeben,sind die größten Waffenexportöre.

11.03.2019 17:31 carla 1

These: Alle Nationen, mit einer Waffelhandel-/hersteller-Industrie, haben im Grunde überhaupt kein Interesse daran, dass Konflikte friedlich gelöst werden. Es bleibt dabei - Geld regiert die Welt.